GPS-Konkurrent Galileo startet am 15. Dezember

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Nach jahrelangen Verzögerungen und zahlreichen Problemen ist es nun soweit. Die ersten Dienste des zivilen europäischen globalen Satellitennavigationssystems Galileo starten am 15. Dezember 2016.

Einst waren einmal Kosten von 3,4 Milliarden Euro für den Aufbau des Systems geplant. 17 Jahre später wurden bereits 5,3 Milliarden Euro investiert und die Summe wird weiter steigen. Abseits der offiziellen Zahlen gibt es aber auch Schätzungen die von bis zu 10 Milliarden Euro ausgehen.

Finale Ausbaustufe mit 30 Satelliten

Bald werden erste Nutzer in Kürze die Galileo-Dienste nutzen können. Doch bevor allen Nutzern Galileo zur Verfügung steht, wird es noch bis zum Jahr 2020 dauern. Derzeit mangelt es auch noch an Endgeräten. Unter den am Markt erhältlichen fest verbauten oder mobilen KFZ-Navis unterstützt derzeit kein einziges Galileo. Auch Outdoor-GPS von Garmin oder anderen Herstellern sind bisher bis auf wenige Ausnahmen (neuere Garmin eTrex-Modelle) nur mit GPS und dem russischen Glonass-System kompatibel. Der Vorteil im Vergleich zu Glonass- und GPS besteht in einer deutlich höheren Genauigkeit, einer erheblich besseren Geschwindigkeit und einer höheren Zuverlässigkeit. Ein weiterer Vorteil dürfte sein, dass Galileo im Gegensatz zu den beiden Konkurrenten unter ziviler Kontrolle steht.

Derzeit sind 18 Galileo-Satelliten in der Erdumlaufbahn unterwegs. Damit ist eine flächendeckende weltweite Navigation möglich. In der Endausbaustufe werden es im Jahr 2020 30 Satelliten sein.

Doch auch wenn Endgeräte noch knapp sind – es gibt bereits einige Geräte die die Galileo-Satelliten nutzen können. Vor allem moderne Smartphones sind oft schon kompatibel mit der europäischen Alternative. Dazu gehören zum Beispiel das Mate 9 und das Mate 9 Pro von Huawei. sind bereits zu Galileo kompatibel. Darüber hinaus sollten laut Hersteller Qualcomm alle Smartphones mit Snapdragon-Prozessoren der Baureihen 820, 652, 650, 625, 617 und 435 mit Galileo kompatibel sein. Hierzu ist aber meist ein Software-Update notwendig.

Bis 2018 soll laut EU Kommission jedes neue Fahrzeugmodell in Europa mit Galileo-System ausgestattet sein. Hersteller von Smartphones, GPS und mobilen Navigationssystemen werden sicherlich schon bald kompatible Geräte vorstellen.

Titelbild: ESA-J.Huart

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