„Lidl-loops“ – Die günstige Alternative

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Bereits seit Ende 2010 verkauft der Lebensmittel-Discounter in seinen Filialen regelmäßig sogenannte LSD (low self-discharge = geringe Selbstentladung) – Akkus. In vielen Tests schnitten die Akkus ebenbürtig mit den beliebten, aber teureren Sanyo Eneloops ab. Da es die Akkus nun wieder (im neuen Design) gibt, wurde es Zeit diese einem intensiven Test zu unterziehen.

Die LSD-Akkus die auch mit dem Zusatz „ready 2 use“ beworben werden, erfreuen sich großer Beliebtheit. Durch die geringe Selbstentladung, bieten Sie auch nach längerer Lagerung immer noch eine entsprechend hohe Kapazität und sind damit auch für seltener benutzte Geräte ideal. Wenn man sich mit LSD-Akkus befasst, merkt man schnell, dass es mittlerweile scheinbar dutzende Hersteller solcher Akkus gibt. In Wirklichkeit sind es aber weltweit nur 4 Hersteller die diese Art von Akkuss produzieren. Neben Sanyo, die Ihre Akkus aber nicht weiter lizensieren, gibt es noch GP, Maha Powerex, Texcus und Yuasa. Auf Grund der Leistungsangaben und der angebotenen Akkutypen dürften es letztendlich wohl Texcus-Akkus sein, die es in Deutschland auch gelabelt als „VARTA Ready 2 Use“ und „Panasonic Infinium“ gibt.

Eins fällt schon vorweg positiv auf: Während Sanyo seine Eneloops in Europa nur in den Größen Micro (AAA) und Mignon (AA) vertreibt, gibt es von der Discounter-Alternative auch Baby (C) und Mono (D)-Zellen mit je 4.000 bzw 4.500 mAh.
Auch wenn heute AA & AAA-Zellen dominieren, so gibt es immer noch Einsatzzwecke bei denen größere Akkus benötigt werden. Auch der Preis ist für diese Größe sehr interessant, bekommt man beim Discounter einen 2er Pack C oder D-Zellen für 2,99€ muss man sonst mindestens 5-8€ für einen einzelnen LSD-Akku in dieser Größe auf den Tisch legen. Für diesen Test kamen aber nur die AA und AAA-Zellen zum Einsatz. Die Ergebnisse dürften aber übertragbar sein.

Technische Daten

Hier geben sich die „Lidl-loops“ keine Blöße. Entsprechend den Mitbewerbern, zumindest denen die seriöse mAh-Angaben machen, bieten die AAA-Akkus 850 mAh und die AA-Akkus 2.100 mAh. Ob diese angegebenen Kapazitäten auch eingehalten werden, wird im späteren Verlauf des Tests überprüft.
Die Akkus sind laut Hersteller schnellladefähig und sollen mindestens 1.000 Ladezyklen überstehen. Die Kapazität nach 1 Jahr Lagerung soll mindestens 80% betragen.

Test

Um die ermittelten Werte vergleichen zu können, mussten sich die LIDL-Akkus mit Ihren Sanyo Eneloop – Pendants messen. Dem Vergleichstest mussten sich die Sanyo Eneloop HR-4UTGA mit 800 mAh (AAA) und HR-3UTGA mit 2.000 mAh stellen.

Für den Test wurden neue Lidl und neue Sanyo-Akkus verwendet. Vor der Ermittlung der Messwerte wurden die Akkus 5 mal geladen und wieder entladen. Die Messergebnisse mögen für den ein oder anderen überraschend sein, für mich waren sie es nicht. Ich setzte die Discounter-Alternative seit rund einem Jahr ein und konnte in der Praxis schon das „erleben“ was die Messergebnisse letztendlich bestätigen: Die Alternative vom Lebensmitteldiscounter steht dem Marken-Akku in nichts nach. Auch nach geschätzten 50 Ladezyklen, die meine ersten Sätze der Tronic-Akkus hinter sich haben, lassen sich noch keine Unterschiede feststellen.

AkkumAh, laut
Hersteller
Messung 1Messung 2StückpreisBezugsquelle
Sanyo Eneloop AAA800 mAh780 mAh790 mAhca. 1,80€ - 2,00€4er Pack bei amazon.de
8er Pack bei amazon.de
Tronic AAA850 mAh830 mAh820 mAh1,00€LIDL Onlineshop
Sanyo Eneloop AA2.000 mAh2010 mAh1990 mAhca. 2,00€ - 2,50€4er Pack bei amazon.de
8er Pack bei amazon.de
Tronic AA2.100 mAh2020 mAh2040 mAh1,00€LIDL Onlineshop

Fazit

Die Messwerte sind recht eindeutig. Bei der Kapazität bewegen sich die Akkus in einem ähnlichen „Rahmen“ – die Werte der LIDL-Akkus sind ein wenig höher, da aber auch mit 50 bzw. 100 mAh mehr Kapazität geworben wird, ist dies nicht weiter verwunderlich.

Es zeigt sich also, dass die Eneloops wirklich halten was sie versprechen. Hier bekommt man Top-Qualität, muss dafür aber auch deutlich mehr Geld hinlegen. Für einen Stückpreis von ca. 1€ erhält man vom Lebensmitteldiscounter eine gute wie günstige Alternative.

Es ist davon auszugehen, dass im Langzeittest die Sanyos wieder vorn liegen werden. Die Angabe der maximalen Ladezyklen (1500 bei Sanyo zu 1000 bei Tronic) ist hierfür ein Indiz. Man sollte sich aber vor Augen halten, dass bereits 1.000 Ladezyklen einem wöchentlichen Aufladen der Akkus über einen Zeitraum von mehr als 18 Jahren entsprechen.

Update: Unsere ältesten Tronic-Akkus sind nun mehr 18 Monate im Betrieb. Noch immer sind diese durchaus zuverlässig, aber wie erwartet relativieren sich die guten Messwerte zu Beginn des Lebenszyklus ein wenig. Nach 75-100 Ladezyklen liegt die Kapazität nun nicht mehr leicht über den Sanyo Eneloop Akkus sondern knapp 3-5% darunter. Angesichts des guten Preises ist dies aber zu verschmerzen.

Die im LIDL Onlineshop angebotenen Ladegeräte taugen im Übrigen nicht besonders viel, wir empfehlen hier das Technoline BC 700. Dieses ist für rund 30€ bei amazon erhältlich und unglaublich vielseitig und bietet eine sehr gute Qualität.
Technoline BC700 bei amazon.de

27 Kommentare

  1. Nein das sind die normalen. Die kosten wirklich das gleiche – die LSD Akkus sehen wie auf dem obigen Bild aus und haben dazu die Zusätze wie „mit geringer Selbstentladung“ und „vorgeladen“.

  2. Besten Dank!

    Ich hab jetzt mal die Lidls in näherer Umgebung ausgewählt. Hab jetzt welche gefunden, wo es sie geben könnte 🙂

    Glaub ich muss mich mal damit ausstatten. Als Cacher braucht man einiges für Taschenlampen und Co. 😉

    Danke für die Info.

    Gruss Lemmi1de.

    • Die Akkus gibt es seit Wochen online, aber leider ist auch seit Wochen der falsche Preis eingepflegt. 3,99 pro Stück im 4er Pack statt 3,99 für das Viererpack. 15,96€ ist kein sehr günstiger Preis… 😉

  3. Sorry, ich kann den Hype um die Lidl-Loops nicht nachvollziehen. Ich habe mir vor einiger Zeit schon welche im Online-Shop besorgt und diese in unseren GPSr (Oregon 450, GPSMAP 62s, Dakota 30) bei unseren Caching-Touren ausführlich getestet.

    Eindeutiges Ergebnis aller Family-Mitglieder: Die Lidl-Loops sind noch nicht einmal ansatzweise mit echten eneloops vergleichbar. Oft fehlt schon beim Einlegen frisch geladener Lidl-Loops in der Anzeige des GPSr der erste und teilweise sogar der zweite (!) Balken. Nach extrem kurzer Zeit ist beim Cachen mit allen genannten Geräten Ende – die echten eneloops halten gefühlt um den Faktor 3 – 4x länger durch.

    Ich bin selbst von dem Ergebnis enttäuscht – hatte ich doch gleich 5 Pakete gekauft. Diese verwende ich jetzt nur noch bei unkritischen Geräten (Maus, Tastatur, usw.). Zum Cachen gehen die nicht mehr mit… 🙁

  4. Habe mir jetzt auch mal die Lidl Akkus gekauft, weil sie so oft gelobt wurden.
    Bisher hatte ich meine Eneloop Alternative in den grünen Aldi LSD Akkus von 2011 gefunden, die mMn den Eneloops absolut in nichts nachstehen.
    Mal schauen wie sich Lidl dagegen schlägt.

  5. Kann man eigentlich im Eneloop-Ladegerät sämtliche Batterien, bzw Akkus laden? Da ich das schon besitze und mir die LidlAkkus besorgt habe stelle ich mir die Frage, ob ich die einfach mit dem Ladegerät der Eneloops laden kann. Ist das Ladegerät auch für alle gängigen Akkus verwendbar? Müsste doch ein ganz normales Ladegerät sein…

    • Das stimmt zwar nicht ganz – denn in den letzten 12 Monaten waren sie nur ca. 5 Monate online erhältlich, aber dennoch hast Du recht und deshalb verlinken wir ja auch oben bereits den Onlineshop 😉

  6. Hallo,
    hat jemand eine Idee, wann es die LIDL-Loops mal wieder gibt? Ich bin bisher recht zufrieden damit und müsste wegen stark gewachsenem Fuhrpark mal was nachlegen. Online sind die ja seit geraumer Zeit nicht mehr zu bekommen.

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