Nach Geocaching Forever: Altensteig verbietet Geocaches im Stadtgebiet

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Es deutete sich bereits an, als Ende März einer großer Teil des Geocaching Forever Powertrails deaktiviert werden musste, nun ist es Gewissheit.

Der Gemeinderat der Stadt Altensteig hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass das Verstecken von Geocaches auf dem Gebiet der Stadt Altenberg künftig untersagt sei. Man begründet das damit, dass die 286 Dosen ohne Genehmigung der entsprechenden Gemeinden ausgelegt wurden und das Suchen dieser Dosen durch eine größere Anzahl von Cachern zu deutlichen Beeinträchtigungen der Natur führte. Gegenüber dem Schwarzwälder Boten erklärte Bürgermeister Gerhard Feeß dass von den Jägern deutlich Bedenken vorgebracht wurden und die Kündigung von Jagdpachtverträgend drohte. Da es wohl auch deplatzierte Caches an Hochsitzen und Salzlecken gab, drohte das ganze nach Aussage von Karl Otto Polster (CDU), aus dem Ruder zu laufen.

Altensteig - Künftig cachefrei? | Bild: s. o.
Bürgermeister Feeß begründet die drastische Reaktion gegenüber dem Schwarzwälder Boten auch damit, dass man mit dem strikten Vorgehen, eine deutliche Einschränkung des Waldbetretungsrechtes, die keiner wollen würde, vermeiden könnte. Bei der Abstimmung zu der Feeß aufrief, wurde der Vorschlag, das Ausbringen jeglicher Caches auf Altensteiger Stadtgebiet zu verbieten, mit nur 1 Gegenstimme angenommen.

Es war bereits im März zu befürchten, dass die betroffenen Gemeinden zum Teil drastische Schritte wählen würden, zu unversöhnlich klangen die Worte aus Altensteig und Neuweiler. Der Beschluss des Gemeinderates dürfte nun in Deutschland einmalig sein, denn offenbar, wird jede Art Geocache im Stadtgebiet verboten. Auch wenn uns der Beschluss noch nicht vollständig vorliegt, so hat es den Anschein, dass nicht zwischen Wald- und urbanem Gebiet unterschieden wird. Altensteig dürfte damit die erste Geocache-freie Stadt Deutschlands werden.

Quelle: Stadt Altensteig | Schwarzwälder Bote
Bildquelle: By s. o. [CC0], via Wikimedia Commons

42 Kommentare

  1. Ich finde es sehr schade, dass sich offensichtlich kaum jemand der Abstimmenden vorher mit der Materie befasst hat… allerdings kann ich auch gut verstehen, dass Geocaching durch einen riesigen Powertrail in so ein Licht gerückt wird. Ich war nicht bei Geocaching Forever, aber so populär wie die Runde war, gibt es sicherlich auch dort Cacherautobahnen zu den Dosen, an denen lange nichts mehr wachsen wird. Die Konsequenz ist dann halt ein schlechter Ruf, war das nicht irgendwie klar?

  2. Das sieht man mal wieder, dass Beamte die größten Verbrecher sind.
    Wenn die uns das Cacher verbieten wollen, dann sollte man dennen das Leben auf dieser Welt verbieten.

    • @ F-U-Z-I

      Wenn alle deine Kommentare so verallgemeinernd und sinnbefreit sind sollte man DIR das kommentieren verbieren!

      Zur Sache: ich halte das Verbot für überzogen und auch für nicht komplett durchsetzbar. Schließlich ist nicht das gesamte Gemeindegebiet auch in Gemeindebesitz. Und wenn Privatleute gestatten, dass auf ihrem Grund und Boden Dosen ausgelegt werden, wird der Gemeinderat (der im übrigen wohl aus Lokalpolitikern diverser Berufe und kaum aus städtischen Beamten und Angestellten bestehen dürfte) da wohl nix machen können.

  3. Was für ein sinnfreier Kommentar, F-U-Z-Y!
    Ich kann die Reaktion der Stadt Altensteig sehr gut verstehen. Ich war selbst nicht dort, aber wenn es da nur annähernd so aussieht wie an manchen Caches, die ich schon gesehen habe, wundert mich das Verbot keineswegs. Es gibt leider immer wieder Zeitgenossen unseres Hobbys, für die nur eines zählt: den Cache zu finden – egal wie! Genau durch diese Exemplare wird das Geocaching immer mehr ins schlechte Licht gerückt, und dass beim Anblick von so manchem ramponierten Stück Natur bei manchem einfach der Spaß aufhört, ist nachvollziehbar. Ich habe einen kleinen Abschnitt eines Mountainbike-Powertrails in einem Waldstück gemacht, und nach den ersten fünf Dosen war mir klar, wie es hier wohl in ein paar Wochen aussehen wird. Kurz darauf waren die Förster auf den Barrikaden, da hier die Natur dermaßen zerstört wurde, dass es einfach nicht tragbar ist. Ich finde es natürlich schade, dass eine so große Runde, die sicherlich viel Spaß macht, teilweise oder ganz deaktiviert werden wie muß, aber wie gesagt – ganz unverständlich finde ich es nicht.

  4. Ich verstehe wenn die Powertrail-Dosen entfernt werden müssen. Kann mir vorstellen, dass man da bei manchen wirklich komplett durch den Wald starten muss.

    Allerdings finde ich es schade, dass die Stadt nicht erkennt, dass darin auch viel für den Tourismus genutzt werden könnte.
    Gut platzierte Dosen mit Hintergrundgeschichte zum Ort und wichtigen Ereignissen sind doch was tolles um auch Touristen „der anderen Art“ etwas spezielles vom Ort näher zu bringen.

    Münze Österreich hat dies doch auch mit den Waldläufercoins (dem Rennen) geschafft, Leute in die Nationalparks zu ziehen. Wenn ich mir denke, wie viele Ausflüge wir mit den Kindern dort unternommen (mit Benehmen wohl bemerkt!) haben. (auch welche wo wir bezahlt dafür haben)

    Es ginge, wenn sich alle ordentlich damit befassen würden.
    Irgendwie klingt es nämlich beim Stadtgebietverbot etwas lächerlich, dass sie sämtliche Dosen verboten haben… Das zeigt wiederrum, dass sie eher Angst vor den „Stealth“Cachern haben. 😀

  5. Dass Caches aus Gründen des Naturschutzes archiviert werden müssen, ist für mich durchaus nachvollziehbar, genauso dass generelle Einschänkungen für bestimmte -schutzbedürftige- Gebiete eingeführt werden. Dafür gibt es durchaus schon bestehende gesetzliche Regelungen. (Landschaftsschutzgesetze, Naturschutzgesetze, Verordnungen für NSG etc.)

    Klasse finde ich, dass der Bürgermeister in dem Beitrag zu den kommerziellen Hintergründen des Verbotes Stellung bezieht.

    ([…]Es bestehe die Gefahr, dass Jagdpachtverträge gekündigt werden[…])
    Es steht also nicht, der Naturschutzgedanke im Vordergrund, sondern rein monetäre Aspekte der Gemeinde als Verpächter der Jagdreviere.

  6. Könnte man sich nicht ein paar Dosenplätze mieten? Ein paar Bewohner fragen, ob man auf deren Grundstücken, an Zäunen, Mauern, unter Blumenkästen oder Mülltonnen, usw. eine Dose legen darf?
    Denn was man auf Privatgrund macht, kann und muss der Stadt egal sein. Kann mir nicht vorstellen, dass sie es auch dort verbieten können.

  7. Es ist traurig zu lesen, das es anscheinend immernoch kleine, eingeschworene „Dörfer“ gibt, die sich allem „Neuen“ verschließen. Natürlich ist es Ihr gutes Recht, Wälder und Städte zu schützen. Aber muß es denn immer gleich ein „Verbot“ sein? Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, sich Touristen und somit gute Einnahmequellen fernzuhalten. Die Geschichte hat gezeigt, dass sich auch eine Mauer und ein wenig Stacheldraht ganz gut gemacht haben. Das es aber auch anders geht, zeigen viele andere Artikel. Man sollte sich zum Beispiel mal die Website der Verbandsgemeinde Rhens anschauen, wie man es besser machen kann. (http://www.rhens.de/tourismus/freizeit-erleben/geocaching.html) Da kann ich nur sagen…Hut ab. Anscheinend sitzen dort nicht nur „alte und verstaubte Stadtherren“. Sie haben die Möglichkeiten erkannt.

  8. Das es so weit kommen würde war inzwischen absehbar – aber in meinen Augen sind da nicht nur die Beamten und Jäger dran Schuld…

    Wie auch hier jetzt schon in den Kommentaren herauszulesen ist, entwickelt sich rund um GC-Forever eine sehr seltsame „Jetzt erst recht“ – Mentalität. Und ich denke, genau die ist maßgeblich daran beteiligt, dass ein solches Verbot kommt!

    Nachdem die ersten Probleme aufgetaucht sind habe ich mich ganz bewusst entschlossen, die Runde NICHT anzugehen, bis die Probleme gelöst sind. Leider hat aber der Großteil der Cacher eher mit „Jetzt erst recht“ reagiert und wollten schnell die Punkte einsammeln, bevor das offensichtliche Ende kommt.
    Ich glaube nicht, dass diese Haltung zum Verständnis seitens der Gemeinde, Förster und/oder Jäger beigetragen hat – nein, es hat sie eher bestätigt denke ich. Und dabei ist es nicht maßgeblich, wieviele Cacher da durch getrampelt sind, sondern nur die Trotzreaktion bzw die „DAGEGEN!“-Haltung die an den Tag gelegt wurde….

    Nicht das ihr mich falsch versteht: Ich halte die Argumentation der Jäger und Förster für völlig bescheuert und das beweist mir mal wieder, dass sich Jäger und Förster immer mehr als „Herrenrasse 2.0“ fühlen und aufführen. Und wenn ich sehe, wie die Jäger mit den Jeeps bis zum Hochsitz fahren (wieso eigentlich Hochsitz – schiesst doch direkt aus dem Auto raus…) dann halte ich die ganze Argumentation für noch bekloppter!

    Es jedoch als Cacher danach komplett auf die Spitze zu treiben, indem ich die Dosen auf Teufel komm raus noch abzwacken muss, dass halte ich eben auch für zu kurz gedacht.

    Die einzig richtige Reaktion wäre gewesen, die Runde zu disablen, einen Hinweis ins Listing, dass hier erst die Probleme gelöst werden müssen und dann das Gespräch zu suchen! Und hätten sich die Cacher dran gehalten bin ich mir sicher, dass es nicht so eskaliert wäre!

    Auch wenn ich mich damit bei einigen unbeliebt mache – sorry, das ist meine Meinung…

  9. Hallo
    Sollens doch einen großen Zaun um die Wälder machen
    Die Jäger gehören entmachtet
    Andere Gemeinden sind froh das sie Besucher haben

  10. Offensichtlich hat keiner der hier kommentierenden auch nur eine der GC-Forever Runden gemacht. sonst würden sie wissen, wie schwachsinnig, engstirnig und überzogen die Reaktion des Altensteiger Gemeinderats ist!

    Das sind keine Powertrails, das sind Wanderrunden mit teilweise mehr als 10km Länge!

    Ich habe die Geschichten, wonach Cacher querfeldein gelaufen oder gar mit dem Auto/Motorrad durch den Wald gebrettert sind auch gehört und denke, da wird viel aufgebauscht.

    Ebenfalls Blödsinn ist es, die Zerstörung des Waldes anzuführen, liegen doch beinahe alle Dosen dieser Runden direkt an Wald-/Wanderwegen.

    Was die Gemeinde ebenfalls ausser acht läßt, ist die Bedeutung von Gc-Forever für den lokalen Tourismus. Viele Geocacher aus dem In- und Ausland kamen extra wegen diesem einmaligen Bild für mehrere Tage in die Gegend, denn unter 5 Tagen ist das ganze kaum abzulaufen.
    Nach der ersten Welle der Empörung und der daraus folgenden Deaktivierung der Runden auf Neuweiler Gebiet stornierten etliche Cacher ihre Hotel- und Pensionsbuchungen. Das traf einige Gastgeber hart. Auch weil Geocaching ein Ganzjahresgeschäft versprach.

    Idioten gibt es in jedem Hobby und für manch einen ist nichts mehr heilig, aber durch Verbote wurde noch kaum etwas besser.

    Aber in Ländern, wie unserem, in dem Kindern ein zu hoher Lärmpegel beim Spielen auf öffentlichen Spielplätzen richterlich begrenzt wird, war es ja nicht anders zu erwarten… 🙁

  11. Rechtlich könenn die natürlich das Cache nicht verbieten. Nur das Verstecken auf städtischem Grund und Boden. Durch solche Aufmerkasmkeit aufgeschreckt wird aber kaum ein Grundbesitzer das Verstecken dort noch erlauben. Eifacher ist es den Tourismusverlust zu nutzen. Auch wenn viele geocacher Touristen auch nicht wollen.

  12. Wer die Runde kennt, weiß daß von Powertrail keine Rede sein kann. Und wer die Diskussion und vor allem die haarsträubenden Argumente von Jägern und Beamten verfolgt hat, kann nur den Kopf schütteln. Tiefste schwarze Provinz. Leider geil: eine superschöne Landschaft und professionelle Dosen.

  13. Eine erste Reaktion auf den ganzen GEOMÜLL!

    schöne wanderrunden dass ich nicht lache! dann hätte man ja auch 10 schöne multis legen können und alles wäre immer noch ok!

    wer bilder malen will nimmt ein blatt papier!

  14. Ich hatte jetzt einen halben Roiman geschrieben, der leider weg ist, weil das Captcha nicht funktionierte und der Text beim zurückklicken weg war. Nochmal hab ich jetzt keine Lust zu schreiben.

    • Das tut mir leid…

      wir verwenden extra eine sehr einfache Captcha-Form aber auch da kann es natürlich mal zu undeutlichen Darstellungsformen kommen. Leider ist ohne Captchas ein sinnvoller Betrieb der Kommentarfunktion nicht mehr möglich.

      Als Tipp für alle Leser: Vor dem Absenden langer Beiträge einfach mal schnell alles markieren und mit STRG+C sicherheitshalber kopieren.

  15. Hallo,
    super ich bewerbe mich jetzt bei der Stadt Altensteig als Geopolizei. Da beginne ich gleich mal bei meinen eigenen Dosen. Ich finde es echt schön wie Cacher zusammen halten und auf sich ein prügeln. Im Gemeinderat gab es wohl nur eine Gegenstimme!

  16. Jetzt schreibe ich doch nochmal in verkürzter Form. Übrigens war das Captcha nicht falsch eingegeben sondern scheinbar abgelaufen weil ich zu lange gebraucht hatte. Da stand zumindest irgendwas von Session Error.

    Ich kann die Runden dort nicht beurteilen, ich habe keine gemacht. Trotzdem muss man sich als Owner immer bewusst sein, dass man große Mengen an Besuchern anlockt. Und wie es bei Powertrails eben immer ist, es kommen hauptsächlich die, die scharf auf die Statistikpunkte und weniger auf das Erlebnis in der Natur aus sind. Da bleibt es nicht aus, dass wenig Rücksicht auf Natur genommen wird oder gar mit dem Auto in den Wald gefahren wird.

    Unser „Sport“ ist nicht mehr das Hobby von ein paar wenigen, sondern es ist schon fast eine Art Massenveranstaltung geworden, die durch Powertrails natürlich noch angeheizt wird. Als Owner hat man daher beim Legen von solchen Dosenanhäufungen eine besondere Verantwortung. Neben dem normalen lokalen Erstansturm werden auch Cacher angelockt, die eine große Anfahrt in Kauf nehmen, wenn sie die Statistik so einfach aufbessern können.

    Und da gehört es imho dazu, das Umfeld vorher zu informieren. Wenn man das nicht tut, muss man sich über heftige Gegenwehr nicht wundern. Sicherlich ist dieser Gemeindebeschluß ein Extrem, das noch dazu rechtlich nicht mal Bestand haben dürfte. Die Schuld an der Misere ist in diesem Fall aber trotzdem primär auf der Seite der Geocacher zu suchen.

    Meine Meinung.

  17. Das haben ‚wir‘ uns selber eingebrockt. Solange eine Gegend nicht komplett zugedost ist und die Caches einigermaßen umgebungsverträglich versteckt sind, stellt Geocaching kein Problem da.
    Wenn allerdings so ein großer sinnentleerter Trail Scharen von Statistikjägern anlockt, verwundern solche Reaktionen nicht.

  18. Heute ist es wieder mal soweit, alle ärgern sich über den Niedergang ihres schönen Hobbys, bloggen darüber und kommentieren kräftig. Und morgen? Morgen ziehen alle wieder kräftig PQs damit sie am Wochenende alles so machen wie immer…. und am Sonntag gehen die G$-Server wieder in die Knie, weil alle loggen wie Wilden.

    Man kann es nicht oft genug sagen: Wer etwas ändern will, wer den Niedergang aufhalten will, der muss aktiv werden. Bloggen und kommentieren nützt da nix!

    Nun wird sich mancher fragen: Wie denn?

    Das muss jeder für sich selbst beantworten. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Wer noch Hoffnung hat, dass unter der Führung von G$ noch ein Umschwenken möglich ist, der sollte sich zumindest an G$ wenden und dort (auch auf deutsch möglich) sein Anliegen vortragen. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten. Andere Plattformen auf denen die Statistik nicht so sehr im Vordergrund steht und die auch nicht so im öffentlichen Focus stehen… Egal was, aber eins ist sicher lamentieren allein ändert nichts!

    Wenn du etwas ändern willst, werde aktiv!

  19. Das schreit eigentlich danach, jeden Tag dort ein Dutzend Events stattfinden zu lassen. Keine Dose, aber ein Logbuch und ein Haufen Cacher, die fröhlich mit dem GPS durch die Stadt navigieren.
    😉

  20. Ich musste mich erstmal in das Thema Geocaching einlesen, um zu verstehen, worum es hier geht.
    Und ich muss sagen, ich bin extrem erschrocken über das Vorgehen der Amtspersonen und Provinzpolitik !
    Wir sollten froh sein, dass insbesondere jüngere Menschen mal wieder in die freie Natur gehen, und sei es, um bei einer Wanderung solche kleinen Dosen zu finden !
    Liebe Provinzpolitiker, auch wir Menschen sind ein Teil der Natur ! Es kann und darf nicht sein, dass unsere Umwelt nur noch von wenige auserwählten betreten und genutzt werden darf !
    Ich erinnere da an gewisse private „Umweltgruppen“, für die bei ihren täglichen und nächtlichen Fahrten mit großen Geländewagen durch die Naturgebiete unserer Region offenbar keine Verkehrsschilder gelten, und die Natur offenbar plötzlich garnichtmehr so schützenswert ist. Offenbar sind solche Menschen besser wie der Rest, dem hier das Spazieren und „Schatzsuchen“ verboten wird.

    Sollte es wirklich zu einem Missbrauch oder einer zu großen Beeinträchtigung kommen, wäre es doch ein leichtes, gegen diese Störer vorzugehen. Stattdessen gibt es ein komplettes Verbot. Wie „damals“, es wurde kollektiv bestraft. Eine schlimme Tradition, die hier in den Amtsstuben und Ratssäälen wieder aufkeimt !
    Ich möchte daher darum bitten, dass die gesamte Durchgansstraße gesperrt wird, schließlich fuhr dort in der letzten Woche jemand zu schnell.

  21. Wenn EUCH der Walt mit Fresspapier verschmutzt besser gefällt, als einen saubern Trampelpfad oder einem sauberen aber zerrupften Baumstumpf, dann werft doch gleich euern Hausmüll in den Wald und muggelt schön fleissig Caches anderer weg.
    Aplaus, macht weiter so, großartig, wenn so unsere Umwelt verschmutzt und das Cachen verboten wird, dann braucht man auch keine CITO-Event mehr.

  22. So, ich melde mich hier mal als Geocacher aus Altensteig. Der Artikel heute im Schwarzwälder Boten hat mich sehr getroffen, obwohl ich damit nach den vorangegangenen Diskussionen gerechnet habe.
    Also zunächst: Bei den Runden handelt es sich um Rundwanderungen von 5-10 km Länge. Von Cacherautobahnen und zerstörten Wäldern kann keine Rede sein. Was hier eher die Wälder zerstört, sind die Vollernter, die im Frühjahr durch die Wälder gejagt sind – aber davon spricht niemand.
    Die Jäger bei uns würden am Liebsten alle aus dem Wald haben, auch die Mounainbiker, Jogger u.a. Nur hier haben sie die Sportvereine gegen sich -da mögen sie nichts sagen. Die Geocacher haben keine Lobby. Der Altensteiger Bürgermeister war zunächst noch auf der Seite der Geocacher (und der Touristen). Er wurde aber von den Jägern unter Druck gesetzt: Wenn Geocaching nicht verboten wird, dann geben wir unsere Pacht auf. Er entschied sich für das kleinere Übel. Ich habe mich heute mit der einen Stadträtin unterhalten, die allein gegen das Verbot gestimmt hat. Mal sehen, ob wir noch was bewegen können.

  23. [quote]Geocacher haben keine Lobby[/quote]

    Ja, nur komisch, dass viele Cacher für diese miserable Interessensvertretung jährlich 30 EUR zahlen.

  24. Es mag sein, dass es Wanderrunden sind. Es ist aber auch so, dass man hier nichtsdestotrotz dem allgemeinen Trend folgte.
    Und der geht halt leider dahin, dass man anstatt eines Multies lieber 15 Tradis a la „Erwins kleine Waldrunde #1-#15“ in die Botanik wirft.
    Und die Leute rennen los wie die Fliegen. 100 Funde pro Monat sprechen eine deutliche Sprache. Erzähle mir keiner, dass man da „wegen der Natur“ hinfährt. Schöne Natur gibt es auch
    bei Multies in der näheren Umgebung. Aber die bringen nicht so viele Punkte.
    Ja, es sind keine Powertrails, aber dennoch bieten sie die Chance, relativ komfortabel viele Punkte auf einmal zu machen. Und genau das zählt heutzutage.
    Wer die Schuld auf Groundspeak oder die Reviewer schiebt, macht es sich zu einfach, denn: die Cacher wollen es und die Owner liefern es.
    Das ist die Realität.

    Ich finde es auch nicht gut, was da in Altensteig passiert ist. Die Reaktion ist völlig überzogen und der Lobbyismus, der dort mutmaßlicherweise wieder zugeschlagen hat,
    ist bedenklich.
    Aber trotzdem: Das Problem ist hausgemacht. Als das Projekt herauskam, war mein erster Gedanke „das kann nicht gutgehen“. Man kann nicht ohne Absprache fast 300 Petlinge in den Wald feuern
    und einfach mal hoffen, dass alles klappt. Denn inzwischen sollte jeder wissen:

    1. Massen an Caches ziehen Massen an Cachern an
    2. Geocaching findet nicht mehr im Verborgenen statt. Öffentlichkeit, Behörden etc. sind sensibilisiert.

    Wer das nicht beachtet, gießt Wasser auf die Mühlen derjenigen, denen Geocaching schon längst ein Dorn im Auge ist.
    Für die Grünröcke in Altensteig scheint es ja genau das Argument gewesen zu sein, auf das sie schon immer gewartet hat.

    Wenn wir uns nicht bald auf das besinnen, was Geocaching einmal war, wird das Ganze den Bach runtergehen.
    Es braucht nicht noch mehr Caches pro Quadratkilometer, es braucht nicht noch mehr Superlative, noch höhere Bäume, noch sonstwas.

    Natur, Erholung, Kreativität, neue Erfahrungen – das macht für mich Geocaching aus.
    Hoffentlich bin ich nicht alleine.

  25. @Gate und Mark: Ob jemand die Runde gegangen ist, spielt hier keine Rolle. Wenn 280 Dosen in kürzester Zeit platziert werden, kann das nicht gut gehen. Da kann und muss man vorher drauf kommen.

  26. Was ich hier teilweise lese bringt mich wirklich auf die Palme. Ich war drei Mal im Gebiet von GC-Forever, habe jeweils 3-4 Runden am Tag geschafft, war dabei mehr als 20 Stunden unterwegs und bin über 100km gelaufen. Ich hatte, bis auf die Begegnung mit einem Waldbauern, der mich verfolgte und einem Jäger, der bei 5cm Schnee dem armen Wild Futter in den Wald Gefahren hat, keine Sau getroffen und hatte verdammt viel Spaß. Die Dosen sind quasi bedoste Wegpunkte und unterhalten einen beim Wandern. Bei meinen Begegnungen habe ich mich bewusst bedeckt gehalten, ich bin kein GPS-Gerät-am-Hals-zur-Schau-steller und ich wollte laufen, nicht diskutieren.

    Ich habe durch Erntemaschinen zerstörte Gebiete gesehen und Jagdstände mit eigenem Parkplatz, aber das ist schon ok.

    Ich bin nun mal bekennender Allescacher und möchte alles selbst gemacht haben, um aus erst Hand berichten zu können. Ich finde diesen verkehrsgefährdenden Blaumilchkanal viel schlimmer.

    Ich bin dieses Jahr zusätzlich mehrere 100km auf der Alb gewandert, habe wunderschöne Multis und Tradirunden mit vielleicht 10 Dosen auf 35km gemacht. Das Ist eben was anderes aber genau so schön.

    Warum muss man in unserem Land immer alles schlechtreden? Warum darf nicht jeder seinem Hobby nachgehen, wie er es möchte? (so lange er sich an die Regeln und Vorschriften hält)

  27. Zunächst mal: Ich habe vor Monaten eine der Runden gemacht, rein zu Studienzwecken: Hier wurde auf einem relativ überschaubaren Waldstück mit einer labyrinthartigen Wegführung jeder verfügbare Meter ausgenutzt, um dort die vorgebene Menge Dosen unterzubringen. Auf Wegen, die normalerweise von niemandem begangen werden. Die Dosen an sich waren völlig unspektakulär, und es gibt im Schwarzwald definitiv schönere Gegenden und Streckenführungen, wenn man es wirklich aufs Wandern abgesehen hat. Dafür braucht nämlich keine zig Fund-Punkte.
    Das interessanteste war dann am Ende des Tages die zufällige Begegnung mit dem dortigen Waldbesitzer, mit dem ich mich dann lange über das GC-Forever-Thema und Ursachen, Folgen und Zusammenhänge unterhalten habe. Ein durchaus vernünftiger Mensch, der nicht einfach alles pauschal verurteilte, sondern nachvollziehbar erklären konnte, woher sein Ärger kam. Hat mich sehr nachdenklich gemacht und es war auch klar, dass es so enden wird wie es nun endet.
    Viele Kommentare hier geben leider auch die übliche ignorante Einstellung unter den Cachern wieder, die ihrem Hobby damit weiter fröhlich das Grab schaufeln. Gratulation!

  28. @ScandinavianMagic:
    Kannst du uns schildern, was dir der Waldbesitzer erklärt hat? Wir können dann auch nachvollziehen, woher sein Ärger kommt.

  29. da fällt mir nur zu ein wie vor Jahren die Bader Meinhof Gruppe gegründet wurde. Nicht alle cacher sind Terroristen, aber es könnten bestimmt einige dabei sein, die mal einen Moli aud das Rathaus in Altensteig werfen. Wenn das malabbrennt, waren das wohl auch die cacher?

  30. @cacher: unqualifizierter geht es echt nicht mehr…was ein dummes Geschwafel

    Ich bin, bis auf die fehlenden Runden, GC-Forever erfolgreich angegangen. Bei den noch vorhandenen Runden waren bis auf 2 oder 3 keine spektakulären Runden dabei. Es handelte sich teils um geteerte Wege, teils um einfache Wanderpfade (enge, schmale kaum sichtbare Pfade), die aber offizielle Wanderwege sind…also keine Cacherautobahnen. Die Masse der Caches lag fast direkt am Weg, seltenst, dass man mehr als 3m den Weg verlassen musste. Doch war es klar, dass das Ende nun so aussieht, wie es jetzt aussieht. Man kann die Sorgen und Bedenken verstehen, doch die Argumentation der Jagdpächter ist rein egoistisch.

  31. Meine Empfehlung für Samstag für alle die noch was lernen wollen!

    LGS in Nagold!

    Ein Herr Pfau führt in Nagold in die Geheimnisse des Geocaching ein. „In Schömberg erwartet Sie dann eine spannende Schatzsuche mit kniffligen Fragen auf zehn ausgelegten Runden.“

    Wer Zeit hat 😉 hier könnte mancher Stadtrat was lernen!

  32. n`Abend,

    also ich hatte vor einigen Monaten ebenfalls ein recht interessantes Gespräch mit einem Förster. Ja, ich oute mich ebenfalls, ich habe einen Teil des RP Trails (wurde deaktiviert) bei Augsburg gemacht.

    Der Förster und ich haben uns über das Geocachen unterhalten. Er selbst findet das Geocachen eine interessantes Sache. So lange die Geocacher ein paar Regeln einhalten würden. z.B.
    – keine Caches im Dickicht (weil sich tagsüber das Wild dort ausruht)
    – Nachts aus den Waldgebieten draussen bleibt
    – sich eventuell etwas vorsichtiger bewegt und sich leiser unterhält. Gerade in der Dämmerung hört man Menschen die laut reden sehr weit.
    – Nachtcacher sollten mit ihren wahnsinns hellen Lampen den nächtlichen Wald nicht in ein Feuerwerk verwandeln.

    Klar, auch ein bisschen mehr Rücksicht auf die Pflanzen. Aber ansonsten haben wir uns ganz gut unterhalten. Er hat mir erzählt, dass am Anfang eine Dose direkt an seinem Jägerstand hing, er hat sich zuerst gewundert und dann einen Zettel reingesteckt, mit der Bitte die Dose zu verlegen, was dann auch passiert ist.

    Es gibt natürlich auch die „andere Fraktion Förster“. Dosen von den Bäumen schiessen. Vor einigen Wochen wurde ich in meinem Heimatdorf angepöbelt. Ich hab mein Auto am Waldrand geparkt und hab Cachekontrolle gemacht, beim Zurückkommen hatte ich mein GPS an der Tasche hängen und die Ersatzdose in der Hand…. da hat ein Jeep neben mir gehalten und gefragt, was ich hier mache? Ich hab geantwortet „Spazierenlaufen“? als Antwort kam „du hast da ein Kästchen und ein GPS!!! Du bist bestimmt so ein blöder Geokäscher. Ihr habt in unserem Wald nix verloren. Verpisst Euch!!“ Ich hab dann gelacht und geantwortet:“Ja, klar, wir blöden Dorfbewohner haben natürlich auf so großspurige Städter wie Euch gewartet, die hin und wieder eine Jagd pachten und meinen sie können hier Wyatt Earp spielen. Der Wald ist für Alle da. Er ist Erholungszweck. Also seid schön artig und ihr dürft hier in Ruhe jagen.“ Bei der nächsten Jagdversammlung werde ich ebenfalls wieder unter den Anwesenden sein und mal ganz gelassen die Jäger fragen „wie hättet ihr es denn gern?“ Es gibt ein Miteinander (so wie oben beschrieben) oder es gibt ein Gegeneinander (dann werden wir Geocacher verteufelt, dafür der Wald unregelmässig in eine Lichterschlacht verwandelt)

    Es wird immer beide Parteien geben. Jeder muss selbst entscheiden ob er die Welt verbessern will oder nicht.

    Ich hab bei einigen Jagdpächtern mal vorgefühlt und sie sind nicht gerade begeistert über einen Nachtcache in ihrem Revier. Wir bleiben weiterhin in Kontakt und wenn es Dunkel ist, kann ich mich auch näher an einer Ortschaft aufhalten…. Mal sehen.

  33. […] Nach Geocaching-Verbot: Altensteig möchte nun Geocaching-Touren anbieten! admin 24. Oktober 2012 0 Es ist noch gar nicht solange her, da wurde Geocaching in der württembergischen Schwarzwaldgemeinde verteufelt. Der Powertrail “Geocaching Forever” führte letztendlich sogar dazu, dass Geocaches auf Altensteiger Gebiet komplett verboten wurden. […]

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