New York City – Dosenjagd im Big Apple

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New York City – schon der Name verspricht einiges. Man liebt oder hasst diese 8 Millionen Stadt. Marko Reichelt ist dieser einzigartigen Stadt regelrecht verfallen und berichtet in diesem Artikel von seinem 10. Aufenthalt im Big Apple.

New York City – schon der Name verspricht große, weite Welt. Die Faszination für diese einzigartige Stadt begann bei mir im Jahr 2003. Die Anschläge auf das World Trade Center lagen gerade einmal 18 Monate zurück und es ergab sich für mich die Gelegenheit nach New York City zu reisen. Es war noch nicht einmal so, dass es vorher ein großer Traum von mir war, einmal dorthin zu reisen, aber wenn man schon die Möglichkeit bekommt, will man ja auch nicht ablehnen. Und so landete ich im Februar 2003 in einer, zu dieser Zeit zutiefst getroffenen und verwundbaren Stadt. Der Rauch über „Ground Zero“ war gerade erst verflogen und die Stadt war dankbar über jeden einzelnen Besucher. Schon der Taxifahrer ließ mich diese Dankbarkeit spüren und auch im Hotel schien der Empfang freundlicher und ehrlicher als man das von den oft so oberflächlichen Amerikanern gewohnt ist. Als ich dann am ersten Abend, gegen 22 Uhr bei eisigem Wind auf der Besucherplattform des Empire State Buildings stand, hatte es mich endgültig gepackt. Dieser beeindruckende Blick auf das nächtliche New York City, die ungewohnte Demut und Dankbarkeit der New Yorker – ja ich schäme mich nicht zu sagen, dass in diesem Augenblick ein paar Tränen der Überwältigung flossen. Dass war dieser eine Moment mit dem mich diese Stadt packte. Noch heute bekomme ich Gänsehaut wenn ich daran denke und eine ganz besondere Beziehung zu einer dreckigen, lauten, manchmal hässlichen Stadt begann. Es folgte noch im gleichen Jahr im Oktober ein weiterer Trip in den Big Apple und in den folgenden 12 Jahren acht weitere. Diese Stadt hat mich bis heute nicht mehr losgelassen und in Folge infizierte ich auch viele Freunde mit dem „New York-Virus.“

Im Herbst 2014 stand nun also der Jubiläumstrip auf dem Programm. Zum zehnten mal rief der Big Apple und nach zwei Jahren ohne New York Reise hatte sich so viel verändert, dass die Vorfreude ganz besonders groß war. Auch wenn New York City ganz sicher kein Geocaching-Traumziel ist, so sollte sich doch wieder die ein oder andere Dose finden lassen. Und in den weiträumigen Parks der Stadt oder in den etwas Ruhigeren Stadtteilen abseits der Halbinsel Manhattans lässt sich durchaus auch der ein oder andere komplexere Cache finden.

Wie bereits einige male zuvor, wohnte ich in Jersey City. Nur durch den Hudson River getrennt, ist man mit dem PATH-Train (einer U-Bahn zwischen New York City und Jersey City) in kürzester Zeit im Zentrum des Geschehens. Von hier kann man einen tollen Blick auf die Skyline Manhattans genießen und auch die Preise für Hotels sind meist deutlich günstiger. Auch ein Apartment für den eigenen Aufenthalt, lässt sich im Gegensatz zu New York City hier legal anmieten. Zum ersten mal wählte ich diese Alternative und wurde nicht enttäuscht. Mein Vermieter stellte mir die Umgebung vor, gab Tipps und bot an, mir bei einem Bier in der Bar gegenüber mehr zu erzählen. Da es schon reichlich spät war, und sich die Strapazen der Anreise bemerkbar machten, verzichtete ich auf den sonst obligatorischen, abendlichen Abstecher nach Manhattan. Aber wenigstens der Blick auf die nächtliche Skyline sollte diesen Tag abschließen. Ganz ohne Statistik-punkt endete dieser erste Tag.

Atemberaubender morgendlicher Blick von Jersey City auf Downtown Manhattan
Atemberaubender morgendlicher Blick von Jersey City auf Downtown Manhattan
An der Waterfront in Jersey City
An der Waterfront in Jersey City

Der nächste Tag begann früh, sehr früh. Der Jetlag war nicht ganz zu vermeiden und so war ich bereits 6 Uhr morgens voller Elan. Entlang der Jersey City Waterfront tummelten sich um diese Zeit nur Jogger und Herrchen die mit ihrem Hund Gassi gingen. Mit einem „Frühstück to go“ aus einem der auch in Jersey City unzähligen Starbucks Cafés genoss ich den Sonnenaufgang über Manhattan. So kann ein Tag in New York beginnen. Doch bevor es mit dem PATH-Train nach Manhattan gehen sollte, wartete ganz in der Nähe noch etwas „Tradi-Kost.“ Die parkähnlich angelegte „Jersey City Waterfront“ bietet neben dem Blick auf Manhattan auch noch die ein oder andere Dose. Der „Hudson River Waterfront Walk“ – kurz HRWW hat sogar eine eigene kleine Cacheserie. An diesem Morgen sollten es immerhin „HRWW #1 – LeFrak Lighthouse“ (GC4VMPX), „HRWW #2 – Prop it up“ (GC4TK8V) und „HRWW #3 – Ramp it up! (GC4TK8F) auf meine Fundliste schaffen. Die Mikro-Dosen sind sicherlich keine Geocaching-Hochkultur aber dennoch ein netter Zeitvertreib während man den Blick nach Manhattan genießen kann.

Nach dem Kauf der eigentlich obligatorischen Wochenkarte für den PATH-Train ging es nun endlich nach Manhattan. Nach 2 Jahren Pause endlich wieder den Fuß auf die gerade einmal 87 Quadratkilometer große Insel setzen zu können, ist schon etwas besonderes. Direkt in Midtown Manhattan angekommen bot sich der wie immer beeindruckende Blick auf das Empire State Building. Bis zur Fertigstellung des Freedom Towers war es nach 9/11 das höchste Gebäude der Stadt. Doch der für mich obligatorische Besuch sollte an einem anderen Tag stattfinden, denn gegen 10 Uhr war die Schlange bereits beachtlich lang, wesentlich günstiger ist der Besuch gleich zur Öffnung am frühen Morgen oder am späteren Abend. Doch bevor der Tag richtig beginnen sollte, galt es erst einmal eine New Yorker Diner-Institution aufzusuchen. Im Andrew´s unweit des weltgrößten Kaufhauses Macy´s gab es erst einmal ein authentisches amerikanisches Frühstück. So gestärkt war der Bryant Park das nächste Ziel. Dieser kleine Park mit seinen Sitzgelegenheiten, Imbiss und kostenfreiem WiFi ist ein beliebter Ort um vom Stress Manhattans einmal kurz abzuschalten. Für die bevorstehende Holiday-Season war hier bereits die überaus beliebte Eislaufbahn aufgebaut. Trotz mehr als 20°C Außentemperatur wurde diese bereits rege von Einheimischen und Touristen genutzt. Natürlich bietet der Park auch die Gelegenheit dem Hobby nachzugehen. Mit „Brit in the Park“ (GC3N8BT) gibt es einen durchaus netten Tradi und mit „Bryant Park Micro“ (GCHV7T) gibt es einen immerhin 11 Jahre alten Mystery der einen aber kaum vor größere Herausforderungen stellt. Nächster und immer wieder beeindruckender Stop war das Grand Central Terminal. Er gilt als größer Bahnhof der Welt und auch wenn man nicht mit dem Zug weiterreisen möchte, lohnt der Besuch. Das beeindruckende Gebäude mit seiner imposanten Bahnhofshalle beherbergt viele Geschäfte, tolle Restaurants, einen großen Foodcourt und viele tolle Fotomotive. Die Uhr auf dem Infostand in der großen Halle dürfte sicher eine der meistfotografierten Uhren der Welt sein. Einen wirklich tollen Mystery-Multi-Cache über das Grand Central Terminal gibt es leider inzwischen nicht mehr – den Besuch sollte man aber nicht davon abhängig machen – er lohnt in jedem Fall auch so.

Das Grand Central Terminal mit seinen 67 Gleisen gilt als größter Bahnhof der Welt.
Das Grand Central Terminal mit seinen 67 Gleisen gilt als größter Bahnhof der Welt.
Das GE Building des  Rockefeller Center Komplexes
Das GE Building des Rockefeller Center Komplexes

Nur ein paar Blocks weiter befindet sich eine weitere „Top-Adresse“ – das Rockefeller Center, ein Gebäudekomplex aus insgesamt 21 Wolkenkratzern. Das GE Building ist mit 70 Stockwerken und 259 Metern Höhe das höchste Gebäude des Komplexes. Seit einigen Jahren ist auch die Aussichts plattform auf dem GE Building wieder geöffnet. Sie ist größer als die des Empire State Building und vor allem versperren hier keine Gitter den Blick auf die Skyline. Für mich gehören inzwischen beide Plattformen zum festen New York-Programm, viele Besucher werden sich aber für eine von beiden entscheiden. Leider gibt es auch hier keinen Cache mehr – etwas was man leider vielerorts in Manhattan beobachten muss. Direkt in Manhattan gibt es keine große Cacher-Community, so nimmt dort auch die Zahl der Caches ab. Viele dort gelegte Dosen und Caches gelegt von Bewohnern anderer Stadtteile oder Touristen und verschwinden beim ersten Problem schnell wieder im Archiv. Die als hoch empfundene Bedrohungslage tut ihr übriges und so sind inzwischen viele der durchaus netten kleinen Tradis an den bekannten Sehenswürdigkeiten verschwunden. Eine große Zahl der Caches konzentriert sich auf die anderen Stadtteile und auf die Parks der Stadt. Aber auch ohne Caches an jeder Straßenecke kann ich den Aufenthalt in dieser Stadt jede Sekunde genießen – und einige tolle Dose hält New York City natürlich dennoch bereit.

Der Weg über die 5th Avenue führt vorbei an den Top-Designern, dem Trump Tower und den Flagship-Stores der großen Marken. Kurz vor dem Central Park erhebt sich der imposante Glasquader des wohl bekanntesten Apple Stores der Welt. Rund um die Uhr geöffnet ist er zumindest für Fans der Marke ein Pflichtbesuch. An der südwestlichen Seite des Central Parks befindet sich das Time Warner Center. In dem imposanten Gebäude am Columbus Circle befindet sich ein großer Wholefoods-Supermarkt im Untergeschoss. Hier gibt es viele frische und warme Speisen – perfekt um sich hier einzudecken und im nahen Central Park ein Picknick zu machen. Gesagt – getan und so befand ich mich wenig später auf sonnengewärmten Felsen an einem der Seen im Park. So gestärkt stand nun etwas Dosensuche auf dem Programm. Der Central Park ist dazu wirklich ideal und so kann man hier auch die ein oder andere größere Dose finden. Den Anfang machte „Gateway to the World TB-Motel“ (GC10EA0) – das Mystery-Rätsel ist schnell gelöst und wenig später steht man an einem Regular-Behälter der genügend Platz für Trackables bietet. Nur ein kurzer Fußmarsch und man gelangt zum Earthcache „Umpire Rock“ (GC1G4W0) – hier kann man eindrucksvoll sehen aus welchem Untergrund die Insel Manhattan besteht und man kann sich vorstellen wie aufwändig es war auf solch Untergrund eine derartige Bebauung samt U-Bahn System zu errichten. Nur einige Meter weiter befindet sich mit „Snug as a Bug in Central Park“ (GC12F8M) mein liebstes TB-Hotel. Gut versteckt und recht gut zu erreichen, kann man hier schnell mal einen Trackable ablegen oder einem anderen zur Weiterreise verhelfen. Mit „Monkey´s Lament“ (GC23C94) ist dann auch der nächste nette Tradi-Cache nicht weit. Wer Lust auf einen etwas kom-plexeren Cache hat, sollte sich unbedingt den Multi „Bridges & Arches of Central Park (GC17MX1) anschauen.

4 Kilometer lang und insgesamt 360 Hektar groß ist der Central Park, die grüne Lunge Manhattans
4 Kilometer lang und insgesamt 360 Hektar groß ist der Central Park, die grüne Lunge Manhattans

Seit seiner Veröffentlichung hat der Cache zahlreiche Auszeichnungen der lokalen Community gesammelt und zählt mit seinen 32 Stationen sicher nicht zu den Caches die man mal eben im vorbeigehen mitnimmt. Nimmt man das Abenteuer auf sich, wird man aber mit einem tollen Rundgang durch den Park belohnt. Beim Absolvieren der Runde kommt man dann auch an einem der ältesten Caches des Parks vorbei. „The Castle“ (GC4D82) ist ein Virtual aus dem Jahr 2002 und die Aufgabe schnell absolviert. Ausdauernde Parkbesucher erreichen auf Ihrer Runde dann auch noch den ein Tag älteren Virtual „Stone Face“ (GC4D7A). Im nördlichen Teil des Parks, der heute aber für mich nach gut 25 km Fußmarsch unerreichbar war, befinden sich dann noch einige empfehlenswerte Caches, darunter der älteste Cache des Parks (Central Park Highpoint – GC3CF8, Virtual) und die Letterbox „Bear on the Loose“ (GC165Z7).

Der Time Square - selbst mitten in der Nacht tummeln sich hier abertausende Menschen.
Der Time Square – selbst mitten in der Nacht tummeln sich hier abertausende Menschen.

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Der nächste Tag begann sehr früh. Schließlich wollte ich spätestens 8 Uhr am Empire State Building sein. So zeitig gelingt der Besuch der Aussichtsplattform mit weniger als 30 Minuten Wartezeit. Das Wetter war zwar nicht perfekt, aber den Besuch ließ ich mir dennoch nicht nehmen. Und auch direkt auf dem „ESB“ gibt es die Gelegenheit einen Statistikpunkt einzusammeln. Um den Virtual „The Empire Strikes Back“ loggen zu dürfen, muss man nur eine kleine Aufgabe erfüllen und man kann sich in die Reihe der reichlich 3.000 bisherigen Cacher einreihen, die diesen Virtual absolviert haben.

Nach einem Frühstück bei „Andrews“ stand dann ein mir besonders wichtiger Programmpunkt an. Während meiner bisherigen 9 Reisen nach New York City habe ich Ground Zero, den ehemaligen Standort des World Trade Centers mehrmals besucht. Vom riesigen Schuttberg bis zur Baustelle des neuen Großprojekts habe ich den Fortschritt beobachten können. Inzwischen ist auch das 9/11 Museum geöffnet und ein großer Park zum Gedenken an die Opfer wurde angelegt. Der Eintritt in den Park ist frei und vor allem die großen Wasserbecken die exakt die Grundrisse der beiden WTC-Tower nachbilden. Die Installation mit Wasserfällen und den Stahlplatten mit den Namen aller Opfer bietet einen würdigen Ort des Andenkens. Sehr bedrückend und bewegend ist auch ein Besuch des 9/11 Museums. Hier sind zahlreiche Exponate untergebracht, die die Zerstörungen eindrucksvoll dokumentieren. Im Vordergrund steht aber das Gedenken an die Opfer und das ist der Museumstiftung meiner Meinung nach sehr gut gelungen.

Als nächstes stand der Besuch des Finanzdistrikts auf dem Programm. Der berühmte Bulle, die New Yorker Börse und Trinitys Church sind beliebte Fotomotive und im Garten letzterer befindet sich mit „The Garden of Eden“ (GC37G80) ein netter kleiner Tradi. Weiter in Richtung Süden erreicht man Battery Park. Von hier fahren auch die Boote zu Ellis und Liberty Island. Ellis Island mit dem Einwanderungsmuseum un Liberty Island mit der Freiheitsstatue sollte man in jedem Fall einmal besucht haben. Da ich für die Krone der Freiheitsstatue aber keine Karten mehr bekommen habe (diese werden Monate vorher online vergeben) begnügte ich mich bei diesem Aufenthalt mit einer Fahrt mit der kostenlosen „Staten Island Ferry“ – diese fährt relativ dicht an Liberty Island vorbei und erlaubt einen tollen Blick auf das wohl bekannteste Fotomotiv der Stadt. Mit der nächsten Fähre ging es gleich wieder zurück nach Manhattan und mit „Flying into Memories“ (GC1ZFZM) wartet im Battery Park auch noch ein kleiner Tradi darauf gefunden zu werden. Den Tag rundete dann noch ein Besuch des weltberühmten Madison Square Gardens ab. Mit dem NBA-Spiel zwischen den New York Knicks und den Chicago Bulls startete auch New York in die neue Saison – wenn auch mit einer Niederlage.

Der Eintritt zum 9/11 Memorial ist frei
Der Eintritt zum 9/11 Memorial ist frei
Sehr bedrückend ist ein Besuch des 9/11 Museums
Sehr bedrückend ist ein Besuch des 9/11 Museums
Der Bulle, das Wahrzeichen des Finanzdistrikts ist ein überaus beliebtes Fotomotiv
Der Bulle, das Wahrzeichen des Finanzdistrikts ist ein überaus beliebtes Fotomotiv

Der nächste Tag führte nicht gleich in den Trubel Manhattans. Erst einmal stand heute ein Besuch von Hoboken auf dem Programm. Ebenso wie Jersey City liegt Hoboken direkt am Hudson und bietet so einen tollen Ausblick auf Midtown Manhattan. Auch aus Cachersicht war Hoboken Neuland und so standen auch zwei bis drei kleinere Dosen auf dem Programm. „Trust Hudson?“ (GC4AJ6F) unweit des PATH-Bahnhofs war auch gleich der erste schnelle Fund. Nach einem Besuch in „Carlo´s Bakery“ – einer echten Institution in Hoboken – und dem Erwerb einiger gebackener Leckereien bot sich bei strahlendem Sonnenschein zu einer Auszeit im Sinatra Park direkt am Ufer des Hudons. Der Blick auf Manhattan mit Empire State Building und den anderen Wolkenkratzern Midtown Manhattans …. unbezahlbar!

Anstatt den PATH Train nach Manhattan zu nehmen, war das NY Water Taxi das Verkehrsmittel meiner Wahl. So ging es direkt zum „Southstreet Seaport“, einem alten Hafenquartier welches nun ein aufstrebendes Viertel mit Designerläden, Künstlerateliers und Cafés ist. Unweit des Wasser-Taxi-Anlegers wartet mit „Water Water Everywhere“ (GCE840) auch gleich ein schnell gelöster, aber immerhin 12 Jahre alter Virtual Cache. Auch der Tradi „Pier 15 NYC“ (GC3QFAM) ganz in der Nähe ist es ganz sicher wert gesucht zu werden. Ebenfalls hier befindet sich auch der kleine Titanic Memorial Park. Hier wurde mit dem Titanic Lighthouse Memorial dem Untergang der Titanic im Jahr 1912 gedacht. Mit „The Unsinkable“ (GC48CHA) gibt es auch direkt den passenden Tradi. Nach einer Stärkung an einem der zahlreichen Food Trucks, ging es zu Fuß über die Brooklyn Bridge. Auf einem Fuß und Radweg oberhalb der Fahrbahnen kann man direkt nach Brooklyn laufen. Der Ausblick auf Manhattan dabei ist atemberaubend.

Auf der Brooklyn Bridge mit Blick auf Manhattan
Auf der Brooklyn Bridge mit Blick auf Manhattan

Auf der Brücke gibt es dann auch noch eine Gedenktafel für den deutschen Erbauer August Roebling. Bei ihrer Fertigstellung 1883 war sie die längste Hängebrücke der Welt. August Roebling starb beim Bau der Brücke und so führte sein Sohn Washington den Auftrag fort. Aber auch dieser verunfallte bei den Arbeiten beinahe tödlich und so war es fortan seine Frau Emily die die Arbeiten leitete. Sie war dann später auch die erste Person die die fertige Brücke überquerte. Natürlich hat dieses bedeutende Bauwerk auch einen eigenen Cache. Der Multi „Frank Farrington´s view“ (GCZ803) ist aber alles andere als leichte Kost für Zwischendurch. Es gilt einige Stationen und knapp 4 Kilometer Wegstrecke zu absolvieren. Im Anschluss bietet es sich an den Blick auf Manhattan zu genießen. Im recht neuen Brooklyn Bridge Park gibt es Gelegenheit zur Stärkung, Sitzgelegenheiten direkt am Wasser und eine tolle Aussicht obendrauf. Unweit des Parks befindet sich wohl auch New Yorks berühmteste und vermutlich auch beste Pizzeria. „Grimaldi´s“ ist eine echte Institution und ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich dort die wohl beste Pizza meines Lebens gegessen habe. Mit einer unglaublich leckeren Pizza „to go“ im Brooklyn Bridge Park zu sitzen – das ist einer dieser Momente die eine solche Reise zu etwas Besonderem machen. Zum Nachtisch bietet sich dann ein Besuch der „Brooklyn Ice Cream Factory“ direkt im Park an. Hier soll es die beste Eiscreme geben – ob es wirklich die beste ist, vermag ich nicht festzustellen, unglaublich lecker ist sie aber auf jeden Fall.

Pizza mit Manhattan-Blick (links)  |  Brooklyn Ice Cream Factory (rechts)
Pizza mit Manhattan-Blick (links) | Brooklyn Ice Cream Factory (rechts)

Bei einem Spaziergang im Park kann man dann zumindest einige der konsumierten Kalorien wieder loswerden. Mit „Brooklyn Bridge Park“ (GC25H5P) gibt es auch einen Tradi als Ziel für einen kleinen Fußmarsch. Für einen zweiten Fußmarsch über die Brücke mangelte es an Lust – so war wieder einmal das Wasser-Taxi das Verkehrsmittel der Wahl um nach Manhattan zurückzugelangen.

Der Westen Manhattans, genauer gesagt die High Line war das nächste Ziel. Bei der High Line handelt es sich um eine Trasse der ehemaligen New Yorker Hochbahn. Diese diente vornehmlich in den 20er und 30er Jahren dem Transport von Menschen und Waren in Manhattan. Das Netz war ursprünglich 22km lang. Mit der Verlagerung vieler Transporte von der Schiene auf die Straße verlor die High Line in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts an Bedeutung und so wurden viele Abschnitte stillgelegt und später abgerissen. Auch das letzte, rund 2.2 km lange Stück stand in den 90er Jahren kurz vorm Abriss um Bauland zu gewinnen. Heftiger Wiederstand verhinderte dies aber und die Idee auf der High Line einen Park zu errichten erreichte viele Befürworter. Nach drei Bauabschnitten wurde 2014 das letzte Teilstück fertig gestellt. Auf 2,2 km schlängelt sich nun ein wirklich sehenswerter Park mit viel Raum zur Entspannung durch das westliche Manhattan. Inzwischen warten auch einige Caches im Park. Auf dem von mir besuchten dritten Abschnitt reihten sich die drei Mikro-Tradis „High Line Art“ (GC5EN9J), „Resting along the High Line“ (GC5ENA3) und „High Line“ (GC54JV7) in die Liste meiner Funde ein.

Der Highline Park entstand auf einer 2,33 km langen Hochbahn-Trasse im Westen New Yorks
Der Highline Park entstand auf einer 2,33 km langen Hochbahn-Trasse im Westen New Yorks

Nach vielen Laufkilometern endete der Tag mit einem erneuten Besuch des 9/11 Memorial Parks. In der Nacht wirken die beleuchteten Wasserbecken und der hell erleuchtete Freedom Tower gleich noch einmal imposanter.

Der nächste Tag begann mit Frühstück und Entertainment. „Ellens Stardust Diner“ am Time Square ist eine echte Berühmtheit. Das besondere ist das das Personal fast ausschließlich aus Musical-Darstellern besteht. Diese überbrücken die Zeit zwischen Anstellungen mit Kellnerarbeiten im Stardust Diner. Wirklich besonders ist, dass sie dies aber singend tun. Eine Musical-Nummer jagt die nächste und die Qualität der meisten Gesangsdarbietungen ist wirklich allererste Sahne. Das Essen ist ebenso gut – für die Lage muss man aber einen gewissen „Touristen-Aufschlag“ in Kauf nehmen. So gestärkt und unterhalten ging ich den Halloween-Tag in New York etwas ruhiger an. Die ganze Stadt schien kostümiert und es gab eigentlich kein Entrinnen. Unweit meiner Appartmentwohnung fand ein großes Halloween Straßenfest statt. Nach etwas ziellosen Umher-schweifen ging es am Abend wieder nach Manhattan. Dabei besuchte ich erstmals den bis dahin fertig gestellten Teil des neuen „World Trade Center Transport Hubs.“ Viele Jahre gab es nach 9/11 nur einen provisorischen Bahnhof für PATH- und Subway-Züge. 2015 wird aber der neue, mehr als imposante Knotenpunkt Manhattans neu eröffnet. Abschließendes Ziel des Tages war New Yorks weltberühmte Halloween-Parade im East Village. Gefühlte hunderttausende Menschen säumen dabei die Straßen wenn tausende Darsteller und Tanzgruppen die Straße entlangziehen. Um dem Chaos der Parade zu entfliehen zog es mich schnell wieder nach Midtown. Der nächtliche Ausblick vom „Top of the Rock“ – der Aussichtsplattform des Rockefeller Centers – sollte den Tag würdig abschließen. Zu später Stunde waren Sicherheitskontrollen und Schlangen in kürzester Zeit absolviert und so dauerte es nicht lange und ich konnte einen abermals atemberaubenden, nächtlichen Blick auf New York City genießen. Mit gewaltigen Eindrücken endete der letzte vollständige Tag in New York City. Die letzte Nacht endete zeitig. Auf der Straße vor dem Apartment fanden Bauarbeiten statt und so begannen die letzten Stunden in New York City etwas zeitiger als geplant.

Fantastischer Blick auf Manhattan und das Empire State Building vom „Top of the Rock“
Fantastischer Blick auf Manhattan und das Empire State Building vom „Top of the Rock“

Das letzte Ausflugsziel sollte Coney Island sein. Wohnsiedlung und Erholungsgebiet für die Stadtbevölkerung. Direkt am Atlantik gelegen ist Coney Island, welches durch Landauf-schüttungen schon längst keine Insel mehr ist, vor allem für seinen Vergnügungspark bekannt. Die große Holzachterbahn oder das Riesenrad sind weltberühmt und auch wenn weite Teile des Vergnügungsparks in die Jahre gekommen sind, so sind der hölzerne Boardwalk, der lange Sandstrand und eben auch die zahlreichen Fahrgeschäfte ein überaus beliebtes Ausflugsziel für New Yorker und Touristen. Anfang November war die Saison des Parks lange vorbei – bei schönstem Sonnenschein lohnte der Besuch dennoch, zumal immerhin ein paar Fast Food Läden geöffnet waren. Immerhin zwei kleine Tradis „The 9-11 Wall of Remembrance“ (GC5G51R) und „Coney Island“ (GC1ZJC8) rundeten den Besuch immerhin ein wenig ab. Berühmt ist Coney Island auch für seine Hotdogs. Angeblich wurde er hier sogar erfunden und alljährlich findet hier immer am 4. Juli die Weltmeisterschaft im Hot Dog-Wettessen statt. Der aktuelle Weltrekord bei den Männern liegt bei 69 Hot Dogs in 10 Minuten, aufgestellt von Joey Chestnut. Zumindest der Verzehr von ein oder zwei Hot Dogs sei aber jedem Besucher von „Nathan´s Famous“ empfohlen. Meinen ersten Hot Dog klaute mir eine mehr als dreiste Möwe direkt aus der Hand – vom freundlichen Personal gab es aber gratis Ersatz. Mit diesem Erlebnis endete der letzte Tag und die 45 Minuten lange Subway-Fahrt zurück nach Manhattan war eher wehmütiger Natur.

Impressionen von Coney Island
Impressionen von Coney Island

New York City ist ein ganz besonderes Reiseziel. Die Stadt ist eine Mischung aus Moloch und Vergnügungspark – und auch wenn New York City inzwischen zu den sichersten Großstädten der Welt gehört, so gibt es immer noch die besonderen, vermeintlich verruchten Ecken die an die wilden Zeiten in den 70er und 80ern erinnern.

Ein Highlight aus Geocacher-Sicht ist die Stadt sicher nicht. Aber zumindest gibt es einige Dosen an den „HotSpots“ der Stadt und in den zahlreichen Parks oder den Vororten gibt es dann auch den ein oder anderen komplexeren Cache.


Info: Unterwegs in New York City

Die zurückzulegenden Wegstrecken in New York sind nicht ohne. Subway und Bus sind so sicher die bevorzugten Verkehrsmittel innerhalb der Stadt.

Die Einzelfahrkarte für Busse und U-Bahn beträgt derzeit 2,75$. Für Touristen ist daher der Erwerb einer „7-Day Unlimited Ride Metro Card“ zu empfehlen. Für 31$ kann man mit dieser Subway und Bus beliebig oft nutzen. Innerhalb eines einwöchigen Aufenthalts lohnt sich dies in jedem Fall.

Alternativ kann man auch eine „Pay-per-Ride“ Metro Card erwerben. Hier wird bei jedem Durchziehen der entsprechende Fahrpreis abgebucht. Bei der Aufladung wird hier ein Bonusguthaben von 11% gutgeschrieben.

Zu beachten ist, dass die „7-Day Unlimited Ride Metro Card“ nicht im PATH-System funktioniert. Hier benötigt man ein eigenes Ticket (sollte man in Jersey City wohnen lohnt sich auch hier evtl. eine Wochenkarte).

Darüber hinaus gibt es seit einiger Zeit auch ein Leih-Fahrradsystem in New York City. Für eine Tagespauschale von 9,95$/Tag oder 25$/Woche kann man beliebig oft ein Rad für 30 Minuten an einer der zahlreichen Mietstationen ausleihen. Extra-Minuten werden dabei allerdings recht teuer.


Web-Tipp

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Der NYC-Guide von Marion Reichwein ist die wohl umfangreichste, deutschsprachige In-formationssammling über New York. Kaum eine Frage die im Guide oder im Forum nicht beantwortet wird.

Die Vorbereitung einer New York Reise ohne den NYC-Guide ist möglich, aber nicht sinnvoll – in diesem Sinne sei jedem Be-sucher der Stadt diese Seite wärmstens empfohlen.

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