70km und 46 Dosen auf dem Europaradweg R1

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Am vergangenen Sonntag war es soweit: Schon lange stand eine Radtour auf dem Europaradweg R1 auf der ToDo-Liste. Gerade in Verbindung mit dem R1-Trail der mittlerweile um die 60 Dosen auf ca. 70km umfasst, schien das eine unterhaltsame Fahrt zu werden. Zugegeben, der passionierte Freizeit-Radler dürfte über 70km Strecke nur schmunzeln – doch vor allem mich, sollte diese Strecke an eigene körperliche Grenzen bringen.

Der Aufbruch

Das wenig sinnvoll erschien den R1 ab Dessau zu befahren (auch mangels Dosen am Wegesrand) ging es also am frühen Sonntagmorgen mit dem Regionalexpress in Richtung Fläming. Wolle & Puflatsch trafen gerade aus Halle ein und schon kurze Zeit später saßen wir mit unseren Fahrrädern bei einem Guten Morgen-Kaffee im Regionalexpress in Richtung Berlin/Brandenburg. Knapp eine Stunde später war unser Haltepunkt Beelitz-Heilstätten erreicht.

Da der R1 Trail aber im ca. 10km entfernten Ferch begann hießt es erst einmal dorthin zu fahren bevor es dann wieder über Beelitz-Heilsätten gen Belzig ging. Knappe 10 Kilometer des R1 würden wir also zweimal fahren. Das Wetter war zumindest schon einmal traumhaft. Bereits jetzt waren es über 20°C und strahlender Sonnenschein – die Wetterprognose von 28°C war für meinen Geschmack sogar etwas zu warm. Ein paar Grad weniger hätten es auch getan…

Beelitz-Heilsätten – Ferch

Nachdem wir dreimal am Abzweig zum R1 vorbeigefahren waren und so schon vorm ersten Meter auf dem R1 6km auf dem Tacho standen, ging es dann endlich los. Nach wenigen Minuten trafen wir dann auch an der ersten Dose ein. [R1] Ferch-Beelitz #19 Ecke (GC2Z496) war also unser Start auf dem R1. Wir überlegten ob wir auf dem Weg nach Ferch erst einmal nur jede zweite Dose einsammeln sollten, so hätten wir noch etwas für den Rückweg. Letztendlich verwarfen wir diese Idee jedoch, da wir mit einer alternativen (kürzeren) Strecke zurück nach Beelitz-Heilstätten liebäugelten. So ging es bergauf – bergab, von Dose zu Dose. Es gab Micro- & Small-Dosen mit unterschiedlichsten Geländewertungen. Mit [R1] Ferch-Beelitz #16 Uups (GC2Z48Y) war sogar ein T4,5 vertreten.

Weiter ging es in Richtung Ferch und Schwielowsee und dank der vielen kleinen Pausen trafen wir dort recht erholt gegen Mittag ein. Nach dem Besuch des Eartcaches Schwielowsee (GC2GV0B) waren es dann bereits 20 Dosen auf dem Counter und Zeit für ein verdientes Mittagessen.

Ferch – Beelitz-Heilstätten

Nun galt es wieder gen Heilstätten zu radeln. Wir entschieden uns dann doch gegen eine potentielle aber unbekannte Abkürzung und so rächte sich unser fleißiges Suchen auf dem Hinweg – 10 langweilige und dosenfreie Kilometer galt es nun zu überwinden. Da es größtenteils auf toll asphaltierten Wegen durch den Wald ging, waren die mittlerweile knapp 28°C durchaus erträglich. Aber immer wenn uns der Weg über freie Flächen führte, wurde es anstrengend – erst Recht für einen wenig aktiven Radfahrer wie mich. Letztendlich trafen wir aber natürlich wieder in Beelitz-Heilstätten ein und es lagen wieder neue Dosen vor uns.

Da Tag unserer Tour aber zusätzlich der Tag des offenen Denkmals stattfand und auch die Beelitzer Heilstätten für Besucher geöffnet waren, ließen wir es uns natürlich nicht nehmen und legten einen kurzen Sightseeing-Stopp ein. Nach einem kleinen Spaziergang durch einen Teil der Heilstätten rief uns aber wieder der R1 und es ging weiter.

Beelitz – Borkheide

Die nächste Etappe führte uns wieder über stets perfekte Radwege und durch viel Wald. 9 Dosen später war auch diese Etappe geschafft und wir trafen in der Gemeinde Borkheide ein. Zur Abwechslung gab es hier einen kleinen, witzigen Mystery (GC2P6QY – GC-Lirks enthüllt!).

Borkheide – Brück

Auf dieser Etappe gab es zwar nur 4 Dosen aber dennoch war die Strecke sehr angenehm zu radeln und bisher hatte unser Ausflug und die Dosen unsere Erwartungen durchaus übertroffen. Die Dosen waren allesamt in gutem Zustand, teilweise gab es Smalls & Regulars und das ein oder andere witzige und originelle Versteck war auch dabei. Dadurch das fast alle Dosen nur mit dem Fahrrad sinnvoll erreichbar sind, ist dieser „Powertrail“ auch nicht so überlaufen und die Natur rund um die Dosen ist in einem intakten Zustand.

Brücker Türme

Mit dem Erreichen von Brück hatten wir das 1. große Ziel unserer Tour erreicht. Es standen bereits über 50km auf dem Fahrradcomputer und ich muss gestehen, die Beine begannen so langsam ein wenig zu schmerzen. Meine Beine sollten aber noch eine Herausforderung bekommen, denn Brück war nicht ohne Grund eines unserer Hauptziele, denn am Tag des offenen Denkmals sollten auch die „Brücker Türme“ zugänglich und begehbar sein. Seit dem ich diese Türme durch den nahegelegenen Cache (GC1RDEV – Antennenmessplatz) kenne, wollte ich hier schon immer einmal her um diese imposanten Bauwerke näher bestaunen zu könnnen. Da diese Türme seit kurzem in Besitz eines Vereins sind, bot sich nun an diesem Tag die perfekte Gelegenheit. Da sich auch der Owner (lirk) des nahen Caches, im Verein engagiert, gab es sogar eine kleine Privatführung bis zur obersten Plattform dieser imposanten Holzbauwerke. Der Aufstieg war mit 50km in den Knochen ein wenig anstrengend – dafür wurden wir – oben angekommen – aber mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt.

Brück – Belzig

Nach einer ausgiebigen Pause und interessanten Gesprächen galt es aber unser Tagesziel Belzig nicht aus den Augen zu verlieren. Im Süden braute sich bereits ein Unwetter zusammen und wir wollten zumindest noch trocken in Belzig eintreffen. Wir arbeiteten uns also von Dose zu Dose vor und Belzig rückte immer näher. Allerdings wurde die Fahrt für mich persönlich aber auch immer mehr zur körperlichen Herausforderung. Dank zahlreicher Krämpfe – abwechselnd im linken und rechten Bein (gern auch mal in beiden gleichzeitig) – fiel mir die Fahrt zunehmend schwerer. Motivationshemmend war auch die Beschilderung. Nach 8km kurz hinter Brück waren es dann 3-4km weiter wieder 10km bis nach Belzig. Der einsetzende Regen ließ die Motivation dann auch nicht gerade weiter ansteigen. Aber noch kämpften wir uns Dose für Dose weiter vor – als dann aber das Gewitter mit starkem Regen und Wind einsetzte brachen wir letztendlich ab und es galt nur noch irgendwie nach Belzig kommen. Mit allerletzter Kraft gelang das dann auch kurz vor 20 Uhr und ich war noch nie so erleichtert ein Ziel erreich zu haben. Der Belziger Bahnhof erschien mir in diesem Moment als der schönste Ort auf Erden.

Was sich unterdessen im nur ca. 50km entfernten Dessau (und Bernburg) abspielte, ahnten wir in diesem Moment noch nicht. Zwar hatte unser Zug Verspätung aber erst in Dessau sollten wir erfahren, dass die Region von einem der schlimmsten Unwetter der letzten Jahre heimgesucht wurde. Nicht auszudenken was hätte passieren können wenn wir während unserer Radfahrt von faustgroßen Hagelkörnern attackiert worden wären.

Auch wenn in der Heimat Haus und Autos teilweise schwer beschädigt waren – ich war dennoch froh und erleichtert zu Hause zu sein. Und auch wenn das Ende das Fazit des Tages ein wenig trübt – letztendlich war es eine tolle, sehr herausfordernde Tour mit sehr vielen aber teilweise auch wirklich tollen Dosen entlang des R1. Die Besuche der Heilstätten und der Brücker Türme waren dann noch das i-Tüpfelchen um den Tag perfekt abzurunden.

Linksammlung

Mehr Bilder unserer R1-Radtour

Euroroute R1 – Infoseite
Informationen über den Schwielowsee
Beelitz-Heilstätten Informationsportal
Infoseite des Brücker Türme e.V.

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