Das war Lost in MV

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Geschafft! Drei fantastische Tage Mecklenburg Vorpommern liegen hinter mir und allen Widrigkeiten zum Trotz gibt es nur ein Fazit dieses Wochenendes: MEGA! MEGAviel Spaß, MEGAnette Leute, MEGAtolle Location, MEGAfantastische Orga – ok die MEGAmiese Toilette-Situation lasse ich jetzt mal außen vor. Aber dies soll das Fazit dieses einmaligen Wochenendes nicht weiter trüben.

Schon seit Monaten wuchs die Vorfreude auf dieses Event. Seit dem Lost in MV erstmalig angekündigt wurde, stand bereits fest: Da muss ich hin! Schnell stellte sich heraus, dass auch ein paar hundert andere gleichermaßen „Verrückte“ so dachten und so war ganz schnell klar: das wird MEGA! Letztendlich wurden es über 1.400 Will Attend Logs mit insgesamt über 2.300 Personen, das ist also wirklich MEGA, und wenn es mich nicht täuscht, dürfte dies sogar das grösste der bisherigen deutschen Mega-Events gewesen sein. Ich bin mir sicher, dass es auch 2012 nur schwer sein wird, diese Teilnehmerzahl zu übertreffen, denn man muss es so deutlich sagen, unabhängig vom gebotenen Programm, war hier die Location das eigentliche Highlight.
Das soll die Bemühungen von Technikverein und Orga nicht schmälern, aber hätte man dieses Event auf einem Acker oder einem Messegelände veranstaltet, wäre sicher nicht so viele Cacher aus ganz Deutschland und Europa nach Mecklenburg gepilgert.

Der Freitag

Pünktlich gegen 8 Uhr am Freitagmorgen ging es im Mini-Konvoi mit den Geoborkis gen Norden. Aufgelockert durch den ein oder anderen kleinen Drive-In Cache verging die 350 km-Anfahrt wie im Fluge. Je näher wir dem Ziel kamen, um so größer wurden auch die Cacher-Grüppchen die man an so manch einem Autobahn-Tradi traf. Sehr oft waren die vermeintlichen Muggel die das potentielle Cache-Versteck besetzten einfach nur Cacher beim Loggen. Das mehr als miese Wetter auf unserer Fahrt drückte zwar ein wenig die Vorfreude, aber letztendlich gaben wir den Glauben an besseres Wetter nie auf. Doch auch als wir kurz vor 14 Uhr am Eventgelände eintrafen, regnete es noch immer.

Zum Glück erfolgte der Einlass etwas früher als angekündigt und so hatten wir bereits gegen 15 Uhr alle Checkpoints überwunden und befanden uns im Lost Camp. Dort war schnell ein nettes Plätzchen für das Anhalt Camp ausgemacht und es ging an den Aufbau. Pünktlich dazu, klarte das Wetter auf und die Regenwolken wichen wunderbarem Sonnenschein, dieser sollte auch eine ganze Weile anhalten.

Schnell waren die Zelte aufgebaut, das Banner gehisst und nach und nach trafen auch die weiteren Bewohner des ANHALT CAMPS ein. Abends gab es dann Burger vom mitgebrachten Gasgrill und eine erste Inspektion des Eventgeländes stand an. Die Sonne ging gerade unter und tauchte das Flugplatzgelände in die tollsten Lichter und Farben.

Im Anhalt Camp ließen wir dann diesen ersten tollen Tag bei einem Bierchen oder anderen Getränken ausklingen und irgendwann nach 2 Uhr war auch im Kinderzelt Ruhe… 😉

Der Sonnabend

Der Samstag – Morgens um 6 in Meeecklenburg… Ich wache nach einer viel zu kurzen Nacht auf und da das Camp noch wie ausgestorben ist, entschließe ich mich zu einem erfrischenden und reinigendem Bad im Bodden. Auf dem Weg zum Wasser begegnete mir keine Menschenseele und aus den Zelten klang ein gleichsam monotoner Klang. Ich fühle mich ein klein wenig Lost…

Das Wasser war dann durchaus angenehm temperiert und erfrischend – das Adejektiv sauber – lasse ich lieber außen vor. Aber es tat gut und nachdem ich den Schmutz an meinem Körper im Wasser und den Schmutz des Wassers im Handtuch gelassen hatte, fühlte ich mich gleich viel wohler. Tag 2 konnte also beginnen. Im Anhalt Camp war noch immer nur der Sound eines Sägewerks unter Vollauslastung zu hören und da es bereits kurz vor 7 war, entschloss ich mich zum Besuch des Frühstücks. Immerhin war ich nicht der Erste, eine kleine Anzahl Frühaufsteher hatte sich bereits eingefunden. Das Frühstück war wirklich super – es gab frische Brötchen, allerlei Beläge, selbstgemachte Quarkspeise und allerlei leckere Salate und mehr. Da kann man wirklich nicht meckern und es war so organisiert, dass auch einige hundert Besucher gleichzeitig frühstücken konnten ohne einen Stau zu verursachen.

Zurück im ANHALT CAMP erwachte dieses langsam aber sicher. Mittlerweile war die Sonne herausgekommen und strafte alle Wetterprognosen Lügen. Vom ganztägigen Regen, Bewölkung und 30-40l Niederschlag pro Quadratmeter war nichts zu sehen. Nachdem auch die anderen Camp-Bewohner sich dem Frühstücksbuffet zugewandt hatten ging es erneut an die Erkundung des Geländes und der zahlreichen Ausstellungen und der Angebote der Händler.

Vor Halle 1 hatten sich zahlreiche Händler und Hersteller aufgebaut und präsentierten Ihre Produkte. Egal ob Garmin, Magellan, Geocoinshop, Seiltechnik Hannover, Geocaching Magazin oder Taschenlampen Pabst, hier wurde sicher jeder fündig und so manch einer kehrte mit prall gefüllten Einkaufstüten ins Camp zurück.

In besagter Halle 1 gab es bei einer sehr interessanten Ausstellung allerlei militärischen Geräts zu bestaunen. Egal ob Panzer, Geländewagen oder LKW – der Technikverein Pütnitz e.V. hat wirklich ganze Arbeit geleistet und präsentiert hier ganzjährig – größtenteils – liebevoll und genau restauriertes militärisches Gerät.

In unmittelbarer Nähe zu Halle 1 befand sich auch die Strecke auf der allerlei militärisches Gerät bewegt wurde. Mit teilweise atemberaubenden Tempo bewegten die Fahrer Panzer und LKW über den Parcour. Allerlei Wasserlöcher und Höhen mussten dabei überwunden werden und das Angebot für recht günstige Beträge einmal mitfahren zu dürfen, wurde von zahlreichen Cachern wahrgenommen. Betrachtet man so manches Youtube-Video grenzt es aber schon fast an ein Wunder, dass z.B. niemand aus dem LO herausgefallen ist. Letztendlich ging aber fast alles gut – fast deswegen, weil der vier-achsige SIL am Samstag einen kleinen Unfall hatte und danach nicht mehr im Einsatz war. Die Schaulustigen hinter dem Zaun der gerammt wurde konnten sich aber mit einem beherzten Sprung retten und so blieb es bei einer kurzen Schrecksekunde.

Doch mit der Ausstellung in Halle 1 hatte man längst noch nicht alles gesehen, was es zu entdecken gab, so gab es in einer weiteren Halle allerhand Panzer und zivile Fahrzeuge aus der DDR oder dem Ostblock zu bestaunen. Der Technikverein hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und eine stattliche Sammlung zusammengetragen.

Doch neben Ausstellungen und Fahrattraktionen gab es natürlich ein umfangreiches, weiteres Programm. Unter anderem wurde eine umfangreiche Kinderbespassung angeboten. Eines der Highlights war aber sicher die Cacher-Spartakiade – hier mussten sich die Cacher in Dreier-Teams zusammentun und sich in den 3 Disziplinen Petling-Weitwurf, Dosenfischen und T5-Dart beweisen.

Doch das war längst nicht alles, denn es wurden auch zahlreiche Workshops und weitere Aktionen angeboten, stellvertretend seien hier nur der Fotowalk oder der Elektronik-Workshop von upigors erwähnt. Auch für das leibliche Wohl war natürlich bestens gesorgt, an zahlreichen Ständen gab es allerlei leckeres von Grill und Zapfanlage.

Und auch unser Anhalt Camp war nicht untätig, während es zum Mittagessen Pizza vom Gasgrill gab, servierte ich am Abend dann allerfeinste Steaks vom US-Weiderind. Das Feedback war sehr positiv und das ist für den „Grillmeister“ letztendlich das größte Lob. Pünktlich zum Ende des Abendessens begann es dan zu regnen und wir machten uns etwas früher zum Dosenfischer-Konzert auf. Hier war noch die Siegerehrung in vollem Gange und während dieser wurde auch der Regen immer stärker und stärker. Doch der guten Stimmung sollte dies keinen Abbruch tun und schon vor Beginn des Konzerts war die Halle bestens gefüllt. Als schliesslich aba und Sandmann, besser bekannt als „Dosenfischer,“ die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr und geschätzte 1.500 Zuhörer klatschten, feierten und sangen zur Musik der Dosenfischer.

Zwischenzeitlich wurde der Regen immer stärker und bot eine besondere akustische Untermalung des Konzerts „wie Lagerfeuer nur andersrum“ – treffender konnte man es nicht beschreiben. Der Stimmung in der Halle schadete dies aber nicht und zwischenzeitlich wurde das Konzert zur Taschenlampen-Lightshow.

Beim großen Finale und der offiziellen Hymne aller Geocacher „Wir nennen es Dosenfischen“ kannte die Begeisterung schließlich keine Grenzen mehr und wähnte sich in er Konzertarena mit 5.000 Zuschauern. Nach 2 Zugaben war es dann leider auch schon wieder vorbei und viele wollten dann doch schnell einmal nach dem „Rechten“ sehen, denn die Regenmassen, Kachelmann sprach später auf Anfrage von knapp 40l pro Quadratmeter, ließen befürchten, dass so manches Zelt nicht mehr ganz trocken sein würde.

Wir lauschten noch ein wenig Joe Cocker oder besser Mr. Pete, der eine wirklich tolle Show ablieferte. Aber erste Schilderungen von Überschwemmungen und ersten aufbrechenden Cachern, ließen uns dann doch keine Ruhe und wir begutachteten unser ANHALT CAMP. Auf dem Weg dorthin sahen wir so manch abgesoffenes Zelt und so manch Wohnwagen wurde mit Helfern und Motorkraft aus dem Wasser gezogen. Unsere wohl überlegte Standortwahl hatte sich aber als Glücksgriff erwiesen und so waren zumindest im Anhalt Camp keine unter Wasser stehenden Zelte zu beklagen. Während immer mehr Cacher ihre nassen Zelte abbauten und noch in der Nacht abreisten, fanden wir uns unterm Pavillon zu einem Absacker zusammen und ließen den Samstag ausklingen.

Der Sonntag

Der Sonntag – Der Morgen danach! Es regnete noch immer und das Camp hatte sich bereits sichtbar geleert. Viele die mit Zelten und Wohnwagen regelrecht abgesoffen waren, brachen noch in der Nacht auf um sich auf den Heimweg zu machen oder ein Hotel aufzusuchen.

Auf dem Weg zum Frühstück zeigte sich das wahre Ausmaß der nächtlichen Regenfälle. Viele Wiesen, Zeltflächen und Wege standen grossflächig unter Wasser. Die Stemmung war dennoch recht gut und die meisten nahmen es irgendwie mit Humor. Nach dem wieder einmal excellenten Frühstück, hörte es auf zu regnen und auch wir nutzten die Chance halbwegs trocken abzubauen.

Noch in der Nacht hatte ich einen Faux-Pas bemerkt. Beim Transporter mit dem ich einen Großteil unserer Camp-Ausstattung nach MVP transportierte, stand während des Regens das Fenster auf der Fahrerseite auf. Zum Glück stand das Fahrzeug so, dass es nicht voll Wasser gelaufen ist, es reichte aber, dass der elektrische Fensterheber seinen Dienst versagte. Aber erst einmal ging es an das Abbauen des Camps – um das technische Problem sollte sich später der ADAC kümmern.

Aber nicht nur wir hatten mit dem Abbruch der Zelte begonnen, im ganzen Lost Camp wurde fleißig abgebaut und es war abzusehen, dass der Sonntag aus Eventsicht ruhiger als gedacht werden würde. Bevor ich mich dann auf den Heimweg machte, ging es noch zu GC3200 – Het gele bussie, einem der letzten „Moving Caches“ überhaupt. Dieser „Cache“ existiert seit 2002 und man ihn wo immer man ihn entdeckt loggen. Eine tolle Idee – und so verewigte ich mich auch gleich im Logbuch welches vor dem Wohnwagen auslag.

Als dies geschafft war, galt es Abschied zu nehmen. Ein tolles Event neigte sich für uns dem Ende entgegen. Pünktlich zum Aufbruch kam dann auch die Sonne heraus. Ein letztes Abenteuer galt es dann noch bei der Ausfahrt aus dem Gelände zu bestehen, denn die Straße in Richtung Zivilisation war überflutet. Auch die Feuerwehr war bereits im Einsatz und so manch ein Fahrer bewegte sein Cachemobil skeptisch durch die entstandene Mecklenburger Seenplatte.

Für mich war das Abenteuer aber noch nicht ganz beendet. Bei Rövershagen fuhr ich an eine Tankstelle und rief den ADAC, schließlich galt es noch einen defekten Fensterheber zumindest so zu reparieren, dass sich die Scheibe schließen lässt. Nach sage und schreibe 3 Stunden Wartezeit kam ein wenig kompetenter Abschlepper. Machen wollte und konnte er nichts, nur das Abschleppen in die Werkstatt bot er mir an (wo der Schaden dann zum „günstigen“ Sonntagstarif behoben worden wäre). Ich entschied mich dagegen und nahm die Heimfahrt mit offenem Fahrerfenster auf mich.

Da die Sonne schien und es nicht regnete war die Rückfahrt mit max. 120 km/h aber durchaus ertragbar. Einige Cache-Pausen machten die Rückfahrt noch ein klein wenig erträglicher und irgendwann gegen 19 Uhr war geschafft und das heimatliche Dessau war erreicht!

Fazit

Ein Fazit zu diesem Event fällt relativ leicht und lässt sich am besten mit dem kleinen Wörtchen MEGA beschreiben. Die Organisatoren haben zusammen mit dem Technikverein Pütnitz e.V. ein wirklich sensationelles Event geboten. Die Verbindung von Lost Place und Event war wirklich einmalig und ich bin mir sicher, dieses Event wird eine ganze Weile nur sehr schwer zu toppen sein.

Meine persönlichen Highlights waren auf jeden Fall:
– das tolle Gelände
– das Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Fahrattraktionen, Spartakiade
– die tolle Stimmung im Lost Camp
– das Dosenfischer-Konzert
– die tolle Event-Coin von Sepp & Berta
– das Frühstück
– die fast perfekte Orga

Aber es wäre doch auch schade wenn alles perfekt wäre und es kein Verbesserungspotential gäbe – ein großer Kritikpunkt, und das konnte man von fast allen Anwesenden hören, war die Toilettensituation. Gegen Dixi-Klos ist prinzipiell nichts einzuwenden und sicher niemand hätte schicke Toiletten-Container erwartet, aber wenn der Besuch eines Dixis letztendlich zum T5 ausartet, läuft etwas schief. Die Dixis waren oft in einem erbärmlichen Zustand und mehr als voll. Hier lief also irgend etwas gehörig schief – wer hierfür die Schuld trägt, kann ich als Außenstehender nicht beurteilen – dem Besucher war das letztendlich auch egal.

Bilder teilweise – mit freundlicher Genehmigung – von lost.places

Mediathek

Berichte

Ich möchte Euch ganz besonders den Bericht von lost.places ans Herz legen.

Bildergalerien

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Videos

ravenhawk80 | Rundfahrt mit dem SIL
ravenhawk80 | Rundfahrt mit dem Panzer
ravenhawk80 | Dosenfischer-Konzert – Das Opening
ravenhawk80 | Dosenfischer-Konzert – Taschenlampen
ravenhawk80 | Dosenfischer-Konzert – Wir nennen es Dosenfischen

Garmin Deutschland | Tolles Video von Garmin!

geo0ndr | Vorführung des Technikverein Pütnitz

bikenpreusse | Tolle Eindrücke eingefangen von bikenpreusse

Geoteam-OH | BMP Fahren
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Heike Bohm | SIL-135 in Action

Malicke | Lost in MV 1/8
Malicke | Lost in MV 2/8
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Malicke | Lost in MV 5/8
Malicke | Lost in MV 6/8
Malicke | Lost in MV 7/8
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MrDocFry | Verlassen des Lost in MV Geländes

TheJonawahn | Lost in MV Überflutete Straße mit Speed

tobit81 | Ausfahrt mit dem LO
tobit81 | Lost in the Rain

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