Gelungene Premiere von „Geschichten hinter vergessenen Mauern“

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Freitagabend in Leipzig. Dichtes Gedränge vor und im Sowjetischen Pavillon auf der Alten Messe. Mehr als 200 Geocacher, Urban Explorer und andere Interessierte haben sich eingefunden um die Premiere des Dokufilms „Geschichten hinter vergessenen Mauern“ zu erleben.

Es ist ganz sicher ein ambitioniertes Projekt welches sich Enno Seifried, in der Geocaching-Community eher als ennozerus bekannt, da ausgesucht hatte. Eine Dokumentation über vergessene Orte, sogenannte Lost Places sollte entstehen. 9 Monate arbeiteten Enno Seifried und seine Mitstreiter an diesem Projekt und steckten tausende Euro aus der eigenen Tasche in das Projekt. Dass im Spätsommer dann die bekannte Leipziger LP-Cacheserie „Trau Dich“ nach einigen Vorfällen archiviert werden musste, gab dem Filmprojekt noch einmal eine besondere Bedeutung. Vielleicht war auch dass der Grund dass die Geocaching-Community sofort zur Stelle war, als Enno im Februar 2012 über die Crowdfunding-Plattform „Vision-Bakery“ um Unterstützung bat, denn schließlich sollte die Premiere „seines Babys“ ein gebührendes Ambiente erhalten.
Sicher, man hätte für wenige Euro irgendein Kino in Leipzig mieten können und ganz sicher wäre auch diese Premiere ein Erfolg geworden – aber ein solches Filmprojekt verlangt geradezu nach einem Premierenort wie dem Sowjetischen Pavillon. Knapp 6000€ benötigte man für die Premiere und die DVD-Produktion – dass diese binnen nur 4 Tagen zusammenkommen würden, hätte wohl niemand – am allerwenigsten Enno – gedacht. Doch es blieb nicht dabei: Letztendlich kamen binnen weniger Wochen 12.000€ zusammen. Genug für 3 Premierentage, eine tolle DVD- & Soundtrack-Produktion und die Deckung einiger weiterer, während der Produktion angefallener Kosten.

Der Film

Punkt 20 Uhr ging es dann los – Geschichten hinter vergessenen Mauern wurde das erste mal der Öffentlichkeit gezeigt. Beeindruckende Bilder und ein toller Soundtrack ziehen den Betrachter von Beginn an in den Bann. Vergessene und weniger vergessene Orte werden vorgestellt, Zeitzeugen, ehemaliger Mitarbeiter der Großbetriebe und Investoren die in den Brachen Neues schaffen kommen zu Wort. Für den Zuschauer mit Interesse an Lost Places, Industriekultur & -geschichte ist jede einzelne Minute sehenswert. Toll auch dass die heutigen Nutzer dieser Lost Places zu Wort kommen – sei es der Lost Place-interessierte Geocacher oder der Saxophonist der die einzigartige Akkustik für seine Proben nutzt. All dies lässt den Film keine Sekunde langweilig erscheinen und macht ihn für mich persönlich zum besten Dokufilm über „Lost Places.“

„Geschichten hinter vergessenen Mauern“ ist explizit kein Geocaching-Film – auch wenn das ein oder andere Mal Geocacher zu Wort kommen, das Thema selbst wird nur in den letzten Minuten des Films im Rahmen der Ereignisse die zur Archivierung der Trau Dich-Reihe führten behandelt. Und das ist auch gut so: Denn es braucht sicher keinen Film der das heikle Lost Place Cache-Thema weiter ausschlachtet. Das ist Enno in jedem Fall gelungen und dafür gebührt ihm Respekt. Und natürlich macht das den Film auch für andere Zielgruppen interessant. Auch Lost Place Interessierte die noch nie in Leipzig waren, dürften dem Film gespannt folgen und gefallen daran finden.

Die mehr als 200 Premieren-Gäste waren zumindest restlos begeistert. Minutenlanger Applaus brandete auf als Enno Seifried und all die weiteren Helfer und Mitarbeiter die Bühne betraten. Man konnte den Stein, der Enno da vom Herzen fiel regelrecht hören. Es sei Ihm gegönnt, denn er hat in jedem Fall ein bemerkenswertes und beachtenswertes Projekt geschaffen!

Bei der anschließenden Aftershow-Party wurde bei stilechter Musik bis in den neuen tag hinein gefeiert.

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