Gemeinde Ruschberg verbietet das Geocaching

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Geocaching-Verbote liegen „im Trend“ – auch die Gemeinde Ruschberg folgt dem negativen Trend und verbietet ab sofort den Trendsport „Geo Cacthing“ auf ihren Gemarkungen.

Ruschberg im Landkreis Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) folgt damit einem besorgniserregenden Trend. Immer öfter wird Geocaching in Wäldern oder sogar kompletten Gemeinden verboten.

Im grünen Forum wurde dazu ein Zitat aus dem Bürgerbrief der Gemeinde Ruschberg veröffentlicht:

Geo Catching

Diese Neue Freizeitsportart wird mittlerweile auch in Ruschberg betrieben. Allerdings ohne Rücksprache mit Jagdpaechter und Gemeindeverwaltung.Aus dem suedwestdeutschen Raum befahren die Teilnehmer Wirtschafts und Waldwege und besteigen Baeume oder buddeln in Wiesen nach den verborgenen Schatzkarte. Es soll niemand beschuldigt oder angezeigt werden. Jedoch appelieren wir, Gemeinde und Jagdpaechter, bei allem Verständnis für neue Freizeitgestaltung, keine Spurensuche durch die Ruschberger Mitspieler auf unserer Gemarkung ins Internet zu stellen.

Ganz abgesehen davon, dass wir kein Hobby namens „Geo Catching“ betreiben, zeigt die Bekanntmachung, dass sich die Verantwortlichen offenbar wenig Gedanken gemacht haben und vermutlich wohl nur den einseitigen Informationen von Jagdpächtern oder anderen Interessengruppen „aufgesessen“ sind.

Wir haben heute eine Anfrage an die Gemeinde gestellt und sind auf eine eventuelle Stellungnahme gespannt.

Newsbild: Gemeinde Ruschberg / Google Maps

17 Kommentare

  1. Das ist niht nur sehr bedauerlich,
    sindern beorgniserregend!

    Es ist dringend Zeit für das Schaffen von Strukturen, an die sich Jäger, Förster, NABU & Co. sowie die lokalen Behörden wenden können.

    Dies zu organisieren liegt bei der Community. Überall gibt es Cacher, die auf Dialog setzen. Sie müssen sich vernetzen und gezielt eine positive Öffentlichkeit schaffen. Dafür braucht es Netzwerke und gemeinsame (inhaltliche) Events mit den beteiligten Waldnutzern.

    In NRW klappt das (mit Ausnahmen) schon ganz gut: wer mit Förstern und Jagdausübungsberechtigten Kontakt sucht, erklärt was ausgelegt werden soll, kompromissbereit ist, stößt auf offene Ohren! 🙂

    Gruß,
    Czerkus

    • Ich würde jetzt nicht unbedingt die Hand dafür ins Feuer legen, dass derjenige der die Original-Mitteilung abgetippt hat, wirklich sehr gründlich in Bezug auf Rechtschreibung & Grammatik war.

  2. Die spinnen die Deutschen. Bin gerade in Norwegen, auf Dienstreise. Hier siehts ganz anders aus. Die Cache Dichte ist hier ziemlich hoch, in der Gegend wo ich bin. Und hier kann man mal richtig entspannt in die Natur. Viele viele Caches sind abseits von Wegen richtig in der Wildnis. Nächstes mal nehme ich meine Machete mit 😉
    Die bekloppten Deutschen. Am liebsten würde ich hier bleiben. Gut in Norwegen ist die Bevölkerungsdichte nicht so hoch. Und die Caches in der Wildnes werden nur alle paar Monate geloggt. Aber was in Deutschland abgeht geht gar nicht.

  3. Ich denke doch eher, dass es nicht daran liegt, dass obige Gemeinde das „Cachen“ an sich verbieten will, sondern dies lediglich ein Ausfluss dessen ist, wie sich wieder irgendwelche Punktjäger benehmen und somit den „anständigen“ Cachern den Spaß wie immer kaputt machen.
    Primär geht es um das befahren der Wald- und Feldwege. Warum kann man nicht die gegebene Gesetzeslage akzeptieren und die letzten Meter zu Fuß machen ? Muss es immer ein „Drive In“ sein, dass ich ja schnell den nächsten Punkt erhaschen kann ? Kann ich nicht mit Schutzvorrichtungen Rücksicht auf die Natur (in dem Fall Bäume) nehmen und Cambiumschoner und sonstiges einbauen.
    Es ist doch mal wieder klar, dass WIR uns unseren Spaß selbst kaputt machen und die Gemeinden darauf nur reagieren.

    • Genau so sehe ich das auch!
      Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen (lassen)
      Solange Wald und Wiesen Wege befahren werden, T5 Caches in Bäumen sind, wo sie nicht hin gehören, solange man Caches an Orten hat an denen es gar nicht erlaubt ist und ein „super Hinweis“ keiner muss diesen cache machen“ dabei steht, und alle die den machen, sich dann SUPPPERCOOOOL finden….
      aber vor allem: Solange alles aussen um den Cache zerstört wird…
      solange wir also nicht frohen herzens einen cache in unseren EIGEN garten legen würden…
      solange brauchen wir uns wirklich nicht beschweren.

  4. Ich glaube, hier kommt man nur weiter wenn man den Kontakt zu den zuständigen Stellen sucht. Im Saarland habe ich bei der Suche (bisher nur wenige Kontakte) nach einem solchen Dialog bisher nur positive Erfahrungen gemacht!

    Jedoch habe ich auch gemerkt, dass oft viele Klischees über Geocaching existieren. Wir rennen nur Nachts durch Dick und Dünn und machen auch vor der brütenden Tierwelt nicht halt. Hier tut meines Erachtens Aufklärung not!

    Eine Wurzel des Übels sehe ich jedoch auch bei uns – die Statistik.

    Eine Statistik führt zu Wettbewerb, jeder will die meisten Founds haben. Leider spüre ich diesen Einfluß auch bei mir 🙁

    Die Statistik führt dazu, dass Powertails so attraktiv werden – was sonst könnte einen Cacher in Versuchung führen mehrer Stunden mit dem Auto Leitplankendosen abzuklappern? Diesen Stress wird auch dadurch minimiert, dass bis zur Dose gefahren wird – Hauptsache der Tag bringt das Maximale an Dosen!

    Und das führt wiederum dazu diese Trails auszulegen, da man als Owner auch schnell viele eigene Caches bekommt. Qualität wird dabei oft zur Nebensache!

    Just my 2 cents…
    VG aus dem Saarland,
    Joerg

  5. „oder buddeln in Wiesen nach den verborgenen Schatzkarte“ …also ich hab noch keinen gesehen, der irgendwo rumbuddelt.

  6. Es ufert doch erst so aus, nachdem ein Powertrail nach dem anderen gelegt wird und Horden über die tollen Filmdosen herfallen. Früher galt Qualität, heute nur noch der schnelle Punkt in der Statistik. Leider wird das Legen von solchen Trails nicht durch die Reviewer unterbunden, was schon viel bewirken würde. Leider ist die Nachfrage nach solchen Mist zu Groß und der Effekt ist klar: Der Wald sieht nach 4 Wochen aus wie Dresden 1945. Als Waldbesitzer kann ich da dann naturlich leicht bei der Gemeinde (wenn es nicht gar Gemeindewald ist) für ein Verbot argumentieren.

  7. Ich glaube – auch wenn ich jetzt dem ein oder anderen auf den Fuß trete – man sollte unter anderem die kostenlos Mitgliedschaft abschaffen.
    Denn wenn man so etwas als Owner im Log liest:
    Didn’t find it Didn’t find it 29 Jun 12

    Hab noch nie vorher ge-geocacht.. 😀
    Sind alle gegebenen Hinweise nur die Koordinaten?
    Kann mich mal jemand ausnahmsweise und für meine erste Suche mal ordentlich spoilern? ^^ danke 🙂

    Und diese Dose liegt – Gott sei dank – nicht im Wald. Wer weiss, wie es dann ausgegangen wäre.

    Was die Statistik betrifft finde ich sie schon in Ordnung. Einen kleinen Anreiz braucht glaube ich jeder. Doch diese blöden Challenge-Caches wie z. B. Sxxxx Sxxx: 150 Mysteries und dann auch noch überall in Deutschland als Serie … die sollten verschwinden. Da sollte Groundspeak eher hin gehen und Medallien (Souvenirs) verteilen.
    Einfach so.

    Bin mir nicht sicher ob vorbeugen Sinnvoll ist. Sollte ich den Trend in meiner Homezone erkennen werde ich mich auf jedenfall mit der Gemeinde zusammen setzen.
    Happy Hunting

    • nein es geht nichts ums bezahlen!!!!
      Das DARF es nicht! geocaching ist kein GOLFEN, was nur leute machen dürfen die zahlen…
      Viel mehr wäre ein system was verschiedene Caching Stufen hätte (Anzahl geloggter Caches, Anzahl selbst gelegter caches) viel sinnvoller.
      Das schöne an geocaching.com ist das es international ist, aber da liegt auch der Fluch. So lässt sie nie etwas an der Struktur ändern.
      Im übrigen hat man ÜBERALL das Newbie Problem, egal ob die Oma nicht nicht ins Internet kommt, das erste Forenposting, und auch bei deinem „ersten mal“ warst du auch nicht DEEEERR KILLLLAA, oder???

  8. Diese Gemeinde hat vermutlicht die Infos genutzt, die ihr zur Verfügung gestellt wurden.

    Jetzt können sich alle Verfecht von „No Press“, „Öffentlichkeitsarbeit schadet“, „Geocaching muss geheim betrieben werden“ usw. mal so richtig auf die Schulter klopfen. Ihr habt wieder einen Sargnagel beigesteuert.
    Gäbe es eine offene Kommunikation und man würde sich als normales, legales Hobby präsentieren, dann wären auch Verbote kaum denkbar.

  9. Und wieder ist davon die Rede das irgendwo nach Geocaches „gebuddelt“ wird. Und wieder wird keiner darüber nachdenken warum das Grabeverbot bei geocaching.com sinnvoll ist.

  10. Oje es herrscht wirklich gefährliches Halbwissen bei manchen Gemeinden. Ich frage mich wieso es leichter ist gleich ein Verbot aus zu sprechen als sich erstmal wirklich über dieses Hobby zu informieren? Was ist zB mit CITO-Events? Die Richtlinien zum Schutze der Umwelt werden teilweise so sehr von den Reviewer eingehalten dass ich bei dem ein oder anderen Cache schon fast die Kriese bekommen hab 😀
    Zudem weiß ich nicht was an Power-Trails bzw der Dosen-Statistik so toll sein soll. Ich finde es absolut nicht beeindruckend wenn jemand 6000 Caches innerhalb von 2-3 Jahren gefunden hat aber dafür eine D/T-Wertung von 1,5 hat. Man kann sich direkt denken wie derjenige seinen Cachealltag gestaltet und da wird einem klar: Viel erleben tut er dabei nicht 😉
    Wie man dagegen vorgehen kann liegt wohl eher in den Händen der Reviewer bzw Groundspeak. Ich für meinen Teil sitze im Moment an einer Challenge die das legen sehr guter Caches vielleicht wieder etwas attraktiver macht…

    • Solange die Anzahl gefundener Caches direkt bei jedem Log steht, so lange wird die Jagt nach PUNKTEN gehen.
      das gehört abgeschafft.

  11. Wundert mich ehrlichgesagt etwas, das das gerade in der Gemeinde Birkenfeld vorkommt.
    Ich hatte diese bisher als dem Cachen sogar eher aufgeschlossen in Erinnerung.
    Man hat z.B. unter „Verbandsgemeinde Birkenfeld“ eigene Caches ausgelegt, von denen die ersten aus dem Jahr 2003! stammen.

    Hier mal das Zitat dazu der Verbandsgemeinde Birkenfeld: „Wie der Name Verbandsgemeinde Birkenfeld schon sagt, sind wir eine Kommunalverwaltung mit 30 Ortsgemeinden und der Kreisstadt Birkenfeld. Wir laden Sie herzlich ein, die von uns versteckten Caches zu suchen und würden uns freuen, Ihnen so unser schönes „Birkenfelder Land“ zeigen zu können. Besuchen Sie auch unsere Homepage unter http://www.birkenfelder-land.de“ Nachzulesen auf dem Geocaching Profil…..

  12. Es gibt auch Gemeinden in Deutschland, die GPS-Geräte an Interessierte ausleihen, um Geocaching auszuprobieren, ohne direkt ein eigenes GPS-Gerät kaufen zu müssen (z.B. Odenthal oder Lindlar). Ganze Regionen werben mit ihrem Geocaching-Angebot. Ein Beispiel hierfür ist http://www.enztal-geocaching.de/
    Die Ruschberger Internetseite http://www.ruschberg.de/ zeigt stattdessen nur Schwarz. Wie passend, Ruhe sanft!

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