Getestet: Magellan eXplorist 110

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Der GPS-Markt ist umkämpft wie noch nie! Obwohl Smartphones immer mehr Funktionen von GPS-Geräten übernehmen, war die Auswahl an GPS-Geräten nie größer.

Marktführer Garmin ist längst nicht mehr so weit einteilt wie vor einigen Jahren. Magellan aber auch die Neulinge Falk und Medion erkämpfen sich zusehends Marktanteile.

Das Segment der Einsteigergeräte gehört sicher nicht zu den hochprofitablen – die Gewinnspanne pro Gerät ist überschaubar, dafür gewinnt man hier aber Marktanteile und generiert Masse und Marktanteile. Magellan hat das erkannt und hat in den letzten Jahren sehr stark auf dieses Segment gesetzt. Zuerst erschien das eXplorist GC, welches sich trotz einiger Einschränkungen, recht großer Beliebtheit erfreute. Später folgte das eXplorist 310, auf dem sogar OSM-Karten liefen.

Mit dem eXplorist 110 erweitert Magellan das Sortiment nun noch weiter nach unten und steht damit in starker Konkurrenz zu Geräten wie dem eTrex 10/20 und den schon etwas älteren Dakotas.

Was Magellans jüngster Sproß wirklich draufhat, haben wir uns einmal näher angesehen.

Technische Daten

Auf den ersten Blick macht das eXplorist einen hervorragenden Eindruck. Gut auflösendes Farbdisplay, 2GB interner Speicher – und mit einem kleinen Trick – sogar OSM-Kompatibilität, bietet in dieser Preisklasse kein anderes Gerät. Vor allem ein Vergleich mit Garmins eTrex 10 liegt nahe, denn dieses hat eine Preisempfehlung von 119€, bietet dafür aber nur ein Monochrom-Display und wenige Megabyte nutzbaren Speicher.

Größe111 x 56 x 36mm
Gewicht147g
Stromversorgung/
Batterielaufzeit
2 x AA
ca. 18h
SchutzklasseIPX7
interner Speicher2 GB
nutzbarer Speicher500 MB | nicht erweiterbar
CPU233 MHz
Display2,2" Farbdisplay mit 240 x 320 px Auflösung
GPSSiRFstarIII™
mit multidirektionaler Patch-Antenne
KarteWorld Edition Karte
mit dem kompletten Straßennetz Westeuropas, der USA, Kanadas und Australiens sowie die Hauptstraßen der restlichen Welt
Geocaching- bis zu 500 Caches
- paperless Geocaching
AnschlüsseUSB
Preisempfehlung129€

Der erste Eindruck

Äußerlich ist das Gerät nicht von seinen Schwestermodellen GC und 310 zu unterscheiden, wäre da nicht der quietschblaue Rahmen um das Display. Die Maße sind mit 111 x 56 x 36 Millimetern genauso identisch wie das Gewicht, welches ohne Akkus oder Batterien rein netto 147 Gramm beträgt.

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Beim Auspacken des Gerätes fällt als erstes auf, dass Magellan beim Lieferumfang noch einmal ein wenig gespart hat. Noch nicht einmal ein micro USB-Kabel für den Anschluss an den heimischen PC liegt bei. Für die meisten Käufer dürfte das aber verschmerzbar sein, in den meisten Haushalten wird es sicherlich mindestens ein passendes Kabel geben. Der weitere Lieferumfang besteht aus zwei Batterien in der Größe AA, einer Kurzanleitung und einem Gutschein für drei Monate Premium-Mitgliedschaft für Geocaching.com.

ex110Rund 20 Sekunden dauert es, bis das 110er nach dem Betätigen des Einschaltknopfes gestartet ist, auch der Satellitenfix geht zügig von statten. Nach dem Starten des Gerätes präsentiert sich dem Nutzer das Magellan-typische Hauptmenü, welches für das eXplorist 110 jedoch um den seperaten Bildbetrachter und die Points of Interest (POI) „erleichtert“ wurde. Auch die Hardware wurde ein klein wenig modiziert – zwar arbeitet im 110 der gleiche Prozessor wie im GC und im 310er, diese wurde aber 233 MHz heruntergetaktet während er bei den „größeren Brüdern“ mit 400 MHz arbeitet. Erstaunlicherweise macht sich dies aber nicht in der Arbeitsgeschwindigkeit bemerkbar. Das Gerät ist sowohl in den Menüs, als auch bei der Kartendarstellung äußerst flott. Nur wenn eine größere Anzahl Caches und Wegpunkte auf der Karte angezeigt werden, gelangt der Prozessor zeitweise an seine Grenzen und genehmigt sich die eine oder andere Gedenksekunde.

Eines der Highlights des Gerätes ist das 2,2” große Farbdisplay. Das transreflektive Display hat eine Auflösung von 240 x 320 Pixeln und ist selbst bei starker Sonneneinstrahlung besonders gut ablesbar. Seit einigen Monaten wird dieses verbesserte Display übrigens auch im eXplorist GC und 310 verbaut. Im direkten Vergleich mit Garmins eTrex 20 und 30 wirkt das Display leuchtstärker und schärfer in der Darstellung.

Wie bei den meisten GPS-Geräten, wird auch das eXplorist 110 mit zwei AA Batterien bzw. Akkus betrieben.

Die Praxis

Das aufgeräumte – und wie erwähnt – etwas abgespeckte Hauptmenü besteht aus den Menüpunkten Map, Start, Tracks, Wegpunkte, Geocaches, Routen, Dashboard und Tools. Über den Menüpunkt Map gelangt man zur standardmäßig installierten Welt-Basiskarte. Diese beinhaltet relativ detailliert das Straßennetz von Nordamerika, Westeuropa und Australien sowie die Hauptstraßen im Rest der Welt. Die Karte ist sicher nicht mit einer topografischen Detailkarte vergleichbar, bietet aber ausreichend Details für eine relativ komfortable Nutzung.
Die Menüpunkte Start (zum Starten eines Tracks), Wegpunkte und Routen sind selbsterklärend. Der Menüpunkt Geocaches enthält alles was zum Geocachen wichtig ist. Dort werden die umliegenden Caches der Entfernung nach sortiert angezeigt. Dort kann man sich alle relevanten Details und die Beschreibung anzeigen lassen und auch die Navigation zum gewünschten Cache starten.

Der Menüpunkt „Dashboards“ führt zu 5 verschiedenen Dashboards die verschiedene Werte und Daten anzeigen. Die Datenfelder der Dashboards können individuell belegt werden.

Über den Menüpunkt „Werkzeuge“ gelangt man schließlich zu den Einstellungen, der Trackübersicht, kann Wegpunktprojektionen durchführen, wie auch zu den Untermenüpunkte Angeln und Jagen, Sonne & Mond, Flächenberechnung, Hilfe und Produktdemo. Ebenfalls können hier Screenshots angefertigt und Informationen über den Besitzer hinterlegt werden. Dies ist ein nettes Feature, welches es auch bei den Touchscreen-Modellen von Magellan geben sollte. Einmal hinterlegt, werden künftig bei jedem Start des Gerätes die Kontaktinformationen des Besitzers angezeigt.

Sehr gut gefällt auch die Kartenansicht. Es ist hier auch möglich den Kompass halbtransparent über die Kartenansicht zu legen. Der Richtungspfeil kann dabei angepasst werden, hier stehen 2 Designs in je 4 Größen zur Verfügung.

Auch wenn das 110er nur mit einer Basemap ausgeliefert wird, über Umwege ist auch die Installation einer OSM-Karte möglich.
Die genaue Vorgehensweise findet Ihr ganz am Ende dieses Tests!

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Eingangs erwähnten wir den gedrosselten Prozessor des Geräts. In de Praxis stellt sich dies sogar als Vorteil heraus. Im Alltag wird man die geringere Geschwindigkeit nur selten merken dafür steigt die Akku-/Batterielaufzeit im Vergleich zum 310er teilweise deutlich an. Die von Magellan angegebenen 18 Stunden erreicht man zwar nur im Minimalbetrieb (Display aus, nur Trackaufzeichnung) aber mit Beleuchtung, aktiver Navigation und häufiger Nutzung sind durchaus locker 12 Stunden Betriebszeit drin.

Abspecken musste das eXplorist 110 auch noch an anderen Punkten. So können nur je maximal 500 Wegpunkte und Caches installiert werden. Auch POI´s können nicht genutzt werden. Für den Alltagsgebrauch sind diese Einschränkungen verschmerzbar, aber gerade bei größeren Touren, z.B. im Urlaub, wäre eine größere Zahl Caches durchaus wünschenswert.

Fazit

preistippDas eXplorist 110 weiß zu gefallen. Für gerade einmal 129€ erhält man ein gutes, recht flexibles Einsteigergerät. Die Geschwindigkeit ist gut und vor allem das helle, recht hochauflösende Display weiß zu begeistern. Am untersten Ende der Einsteigerklasse gehört das 110er sicher zu einer Empfehlung. Gerade im Vergleich zum direkten Konkurrenten eTrex 10 weiß das Magellan-Gerät zu überzeugen.

Beim Kauf muss man sich aber im Klaren sein, dass es nur ein Einsteigergerät ist und in vielen Punkten dann doch nicht ganz mit den Mittelklassegeräten mithalten kann. Da man für diese aber auch mindestens den doppelten Kaufpreis einplanen muss, geht das in Ordnung.

Praxis-Tipp: OSM-Karte auf dem eXplorist 110

Der Austausch der vorinstallierten Basiskarte ist relativ leicht. Das Gerät muss dazu per USB an den PC angeschlossen werden. Im Maps-Verzeichnis sichert man zuerst die Basiskarte (WMNA_BM.mgi). Dann kopiert man die neue Karte in das Verzeichnis, entsprechende Karten gibt es z.B. bei Maps4Me.net. Anschließend öffnet man die Datei “Touch.mdc” mit einem Texteditor und sucht dort den Namen der alten Karte und ändert diesen in den Namen der neuen Karte. Das war es schon! Beim nächsten Neustart steht die neue Karte zur Verfügung. Auf gleichem Wege kann man natürlich auch wieder die originale Karte nutzbar machen.

Aber aufgepasst: Wer nicht weiß was er tut, sollte lieber die Finger davon lassen und auf ein Gerät zurückgreifen, welches einen einfacheren Kartentausch erlaubt.

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