Happy Birthday! Geocaching wird 17

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Am 2. Mai 2000 wurde der erste Geocache versteckt – vier Monate später starete dann auch geocaching.com als heute weltweit führende Geocaching-Plattform.

Mit Stand heute gibt es weltweit 3.010.310 Geocaches, davon befinden sich rund 363.000 in Deutschland. Bereits vor kurzem wurde der 3.000.000. Geocache veröffentlicht, anlässlich dieses Jubiläums hatte Groundspeak bereits einige interessante Zahlen bekannt gegeben:

– in jeder einzelnen Minute des vergangenen Jahres wurde ein Geocache versteckt
– es gibt 360.774 Cache-Owner mit im Schnitt 8 Geocaches
– seit Start der Plattform gab es 585.346.163 Fond/Attended-Logs
– 22.000.000 Favoriten-Punkte wurden inzwischen vergeben
– der älteste ungefundene Geocache (seit 2001) liegt in Venezuela
– der meistbesuchte Cache kommt auf 6.000 Besuche im Jahr
– 2016 fanden mehr als 35.000 Events statt
– knapp 430.000 Trackables wurden um vergangenen Jahr bewegt
– es gibt mehr als 400 Reviewer aus rund 40 Ländern

Anlässlich des 17. Geburtstags spendiert Groundspeak auch ein Souvenir für das Besuchen eines Events oder das Finden eines Geocaches am 2. Mai 2017.

Big Blue Switch Day – Souvenir zum 17. Geburtstag

Die Geschichte des Geocaching im Überblick

Nachfolgend lassen wir die Geschichte des Geocachings noch einmal Revue passieren:

2000

Noch am gleichen Tag als Präsident Clinton die „künstliche Verrauschung“ des GPS-Signals aufheben ließ (2. Mai 2000), veröffentlichte Dave Ulmer die Idee eines GPS-basierten Spiels mit dem Namen The Great Stash Game.

Nur einen Tag später, nämlich am 3. Mai 2000, hat Dave Ulmer seine Idee kurzerhand selbst in die Tat umgesetzt. Mit dem Betreff „The Great American GPS Stash Hunt“ veröffentlicht er einen Beitrag indem er seine Idee näher vorstellt und sein 1. Versteck ankündigt, übersetzt schreibt er in etwa folgendes:


Jetzt wo SA ausgeschaltet ist, können wir ein weltweites Versteckspiel beginnen. Mit der SA-freien Genauigkeit sollte es einfach sein, ein Versteck anhand seiner waypoint-infos zu finden. Waypoints geheimer Verstecke könnten über das Internet verteilt werden, Leute könnten zu den Verstecken navigieren und dort irgendwelchen Krimskrams bekommen. Die einzige Regel ist: Nimm irgendwas heraus und lasse etwas anderes darin! Je wertvoller das Zeug ist, desto mehr Verstecke werden angelegt werden.

Ich stelle mir vor, einen 5 Gallonen großen Plastikeimer mit Deckel am Ort des Verstecks halb zu vergraben. Ich werde alles Mögliche hineinpacken. Ich werde auch ein Logbuch und einen Bleistift hineinpacken, so dass Besucher ihren Fund belegen können. Ein Eintrag im Logbuch sollte enthalten: Datum, Uhrzeit, was jemand rausgenommen und was er dafür reingetan hat. Ein Blick ins Logbuch sollte euch so einen schnellen Überblick über den Inhalt des Verstecks geben,

Ich werde einen Platz in der Nähe einer Straße suchen wo normalerweise wenig Leute sind… ein bißchen Bargeld hineintun, eine alte Digitalkamera und ein bißchen antikes Silberbesteck!! Ich werde hier bald einen coolen Namen und die Koordinaten für mein Versteck veröffentlichen!!

Bastelt Eure eigenen Verstecke an eindeutigen Positionen, packt etwas Zeug und ein Logbuch hinein. Veröffentlicht den Ort im Internet. Bald wird es tausende von Verstecken über die gesamte Welt verteilt geben, die man suchen kann. Viel Spaß!!

Dave…

Wenig später hat er seine Idee in die Tat umgesetzt und veröffentlicht folgenden kurzen Beitrag:

Nun, ich habe es getan, habe das erste stash hunt Versteck erstellt, und hier sind die Koordinaten:

N 45 17.460
W122 24.800

An der Stelle des ersten Caches befindet sich heute eine Gedenkplakette und natürlich wieder ein Cache samt Logbuch. GCGV0P wurde seit dem Verstecken im September 2003 über 4.700 mal gefunden.

Daves neuer Cache wird am 4. Mai 2000 dann zum ersten mal gefunden.

Am 5. Mai 2000 veröffentlicht Dave eine FAQ (Frequently Asked Questions) zu seinem Spiel welches sich damals noch „Global Positioning Stash Hunt“ kurz „GPSH“ nennt.

Am 7. Mai 2000 versteckt Mike Teague 2 weitere Caches. Außerdem kommt die Idee von Special Caches auf. Diese sogenannten „Divine Caches“ sollen an ganzzahligen Winkelgraden liegen. Den ersten Divine Cache versteckt Dave Ulmer daraufhin ebenfalls am 7. Mai 2000. Dieser Cache wird noch am gleichen Tag von Mike Teague gefunden.

Es ist der 8. Mai 2000 als die erste Webseite zum Thema Geocaching online geht. Auf ihr sollen auch die Standorte von Caches bekanntgegeben werden. Hierbei handelt es sich quasi um den Vorläufer von geocaching.com.

Am 13. Mai 2000 versteckt Peter McKellar den ersten Cache außerhalb der USA, dieser liegt in Neuseeland. In den USA gibt es zu diesem Zeitpunkt bereits eine zweistellige Anzahl an Caches die sehr schnell weiter ansteigt.

Chile wird am 15. Mai 2000 zum dritten Land mit einem Cache. Außerdem legt James H. Coburn IV bei Yahoo eine Maillingliste zum Thema an. In ihr sollen neue Caches veröffentlicht werden.

Paul Edwards versteckt am 18. Mai 2000 den ersten australischen Cache. Dieser ist noch heute – wenn auch nur als Virtual – unter GC3E – erreichbar.

26. Mai 2000 – Immer mehr Caches werden versteckt. Das noch junge Hobby erlebt einen ersten bescheidenen Boom. Dave macht sich dazu Gedanken ob ein anderer Name für das Hobby nicht angebrachter wäre. Es kommen darauf zahlreiche Vorschläge.

Am 30. Mai 2000 taucht erstmals der Name Geocache auf. Ein gewisser Matt Stum bringt diesen Namen in einem Onlineforum ins Spiel. Dave antwortet am gleichen Tag auf den Beitrag und ihm gefällt dieser neuer Name für das Spiel. Einen Tag darauf verkündet er den neuen Namen „Geocaching.“

Nur einem Monat nach Start des Spiels gibt es eine neue Homepage. Am 1. Juni 2000 sind dort 64 Caches weltweit eingetragen.

Bild der Homepage am 1. Juni 2000 - 64 Cache sind zu diesem Zeitpunkt online
Bild der Homepage am 1. Juni 2000 – 64 Cache sind zu diesem Zeitpunkt online

In den kommenden Wochen und Monaten steigt die Anzahl neuer Caches kontinuierlich an. Im September 2000 gab ein Cacher mit Namen Jeremy Irish an, dass er eine Internetseite mit dem Name geocaching.com registriert habe und dort fortan die Listen mit Caches veröffentlichen wolle. Jeremy sah von Anfang an das kommerzielle Potential der Idee des Geocaching. Mike Teague gab wenig später bekannt, dass fortan Jeremy Irish die Sammlung der Cache-Daten übernehmen werde.

Jeremy versuchte von Anfang an auf geocaching.com Geld zu verdienen, da Bannerwerbung nicht effektiv genug war, gab es bald die Möglichkeit GPS-Geräte zu kaufen, per Paypal zu spenden oder T-Shirts zu erwerben.

Mike Teague gründete noch im Jahr 2000 die Firma Grounded Inc und behauptete der Erfinder des Namens Geocaching zu sein. Er ließ diesen Namen sogar als Schutzmarke eintragen. Er brachte eine eigene Seite online und stellte mit dieser die Daten nicht mehr in ihrer Gesamtheit zur Verfügung. Es entwickelte sich ein regelrechter Kleinkrieg innerhalb der Community, bei dem wurden auch zahlreiche Beiträge von Dave Ulmer, dem eigentlichen Erfinder des Spiels, zensiert. Die junge Geocaching-Szene stand vor ihrer ersten Bewährungsprobe und es drohte eine Spaltung.

Während dessen wird am 2. Oktober 2000 von Ferenc der 1. Cache auf deutschem Boden versteckt. GC77 – First Germany heißt er und wird am 17. Oktober 2000 erstmalig gefunden. Dieser Cache war bis Februar 2013 aktiv und wurde in den 12 Jahren mehr als 4.300 mal gefunden.

geocaching.com Webseite im November 2000

2001

Im März 2001 erblickte dann Navicache das Licht der Welt. navicache.com entstand als offene Konkurrenz zum immer mehr kommerzialisierten geocaching.com. Man erzählt, dass Jeremy Irish Quinn sogar mit einer Klage drohte, sollte er nicht das geschützte Wort Geocaching von seiner Seite entfernen.

Am 24. März 2001 findet das erste, dokumentierte Geocaching-Event in Austin, Texas statt.

Im Mai 2001 wird geocaching.com wieder ein Stückchen kommerzieller. Zu diesem Zeitpunkt wird der Premium Member-Status eingeführt und es folgen erste „Premium only“ Caches.

Ebenfalls in diesem Jahr erscheint die erste Geocoin sie stammt von Moun10bike, einem US-Geocacher der allerersten Stunde.

2002

geocaching.com im Juni 2002

2003

2003 wurde der Ruf nach einer Alternative innerhalb der Community lauter. Unter opencaching.com sollte diese online gehen. Leider entwickelte sich dieses Projekt nicht wie gewünscht und es verschwand schnell wieder in der Versenkung. Wie wir alle wissen, hat sich Garmin 2010 diese Domain gesichert und im Dezember 2010 eine eigene Plattform names Opencachig.com gestartet.

Ebenfalls in diesem Jahr wird das erste CITO-Event veranstaltet. Von Anfang an galt ein positiver Umgang mit der Natur und den Ressourcen als eines der Leitbilder von geocaching.com. Mit den CITO-Events setzt man auf die aktive Mithilfe der wachsenden Community.

2004

In Zusammenarbeit von Gary Lewis (Geoaware) mit der „Geological Society of America“ erscheinen auf geocaching.com die ersten Earthcaches.

2005

Im Juni 2005 gab es weltweit knapp 175.000 auf geocaching.com gelistete Caches.

Im Herbst 2005 geht schließlich opencaching.de online. Das Projekt entwickelt sich gut und bekommt im Laufe der Zeit zahlreiche Schwester-Seiten in anderen Ländern.

opencaching.de im Jahr 2005
geocaching.com im Jahr 2005

2006

Am 5. Mai 2006 wird erstmals ein Mega-Event veranstaltet. Geowoodstock 4 findet im US-Bundesstaat Texas statt.

2007

Am 1.1.2007 gab es in Deutschland 27.000 aktive Caches, in den USA waren es 223.000 aktive Caches. Das Hobby wächst also weiter unaufhörlich.

2008

Groundspeak veröffentlicht erstmals eine App zum Geocaching. Diese erscheint zuerst für Apples iOS-Betriebssystem.

2009

Am 6. Juli 2009 wird in Deutschland die magische Grenze von 100.000 aktiven Caches durchbrochen.

2010

Im März 2010 vermeldet Groundspeak dass es nun weltweit 1.000.000 aktive Caches gibt.

Im Dezember 2010 startet der GPS-Hersteller Garmin seine eigene Plattform opencaching.com. Diese entstand offenbar nach Differenzen mit Groundspeak. Im Junim 2015
wird die Plattform schließlich eingestellt.

news-opencaching

Im Sommer 2010 startet Groundspeak die Souvenirs. Die kleinen Bilder für das Profil gibt es für besuchte Events, Funden in Ländern oder andere Aktivitäten. Nicht bei allen Cachern kommen sie gut an, andere ignorieren sie schlichtweg. Für viele andere sind sie aber eine nette Erinnerung an besuchte Länder oder Events.

2011

Im April 2011 gibt es weltweit mehr als 1.300.000 aktive Caches bei geocaching.com. Davon mehr als 180.000 in Deutschland, 12.000 in der Schweiz und 17.000 in Österreich. In den USA gibt es ca. 660.000 aktive Caches.

2012

Am 29.02.2012 stellt geocaching.com eine neue Bestmarke auf. Anlässlich des Schalttages wurde dazu aufgerufen, dass an diesem Tag möglichst viele Cacher einen Cache loggen. 83.516 Cacher kamen dieser Bitte nach und überboten den alten Rekord vom 10.10.2010 von 73.392 deutlich.

Ende April 2012 gibt es weltweit nun ca. 1.75 Millionen aktive Caches. In Deutschland sind es auf geocaching.com ganze 244.000 Caches. Dabei ist der klassiche Tradi weiterhin am beliebtesten, Ende April gibt es ganze 144.000 davon.

2013

Am 28.02.2013 wird der 2.000.000. aktive Geocache veröffentlicht. Er heißt GC46N4E – Overwatch #1 und befindet sich in Australien, nahe Alice Springs.

Mit den Lab Caches führt Groundspeak anlässlich der Block Party im August 2013 einen neuen Cachetyp ein. Hier experimentiert Groundspeak mit verschiedenen neuen Cacheformen und spendiert diesem Cachetyp ein eigenes Icon. Anlässlich der Block Party in Seattle wurde beispielsweise ein Rundgang durch verschiedene Mikrobrauereien samt Kostproben, als Lab Cache angeboten.

Ebenfalls im Jahr 2013 führt Groundspeak die Geo Touren ein. Hierbei handelt es sich um Caches die in Zusammenarbeit von Tourismusbehörden,Nnationalparks oder anderen Einrichtungen zur Tourismusförderung, erstellt werden.

2014

Im April führt Groundspeak mit dem Giga-Event Status einen neuen, noch größeren Eventtyp ein. Um den Status Giga-Event samt eigenem Icon verliehen zu bekommen, sind 5.000 Teilnehmer notwendig. Das weltweit erste GIGA-Event wird Project MUNICH2014 – Mia san Giga! im August 2014.

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2015

Groundspeak stoppt im April die Challenge Caches und verordnet ihnen ein einjähriges Moratorium. 2016 kehren sie dann mit präziseren Vorgaben und Regeln zurück.

2016

Am 29. Februar 2016 feiert Groundspeak den „Leap Day.“ Anlässlich des seltenen Datums finden in Deutschland 580 Events statt. In den USA sind es 814 Events. Natürlich darf ein eigenes Souvenir nicht fehlen.

Im März und April verändert Groundspeak einiges. So werden Startseite und Suche überarbeitet und auch das Ende der offiziellen, kostenpflichtigen App wird angekündigt.

Am 25. Mai 2016 kehren die Challenge Caches mit angepassten Regeln nach einem einjährigen Moratorium zurück.

Am 2. September 2016, dem 16. Geburtstag von geocaching.com gibt es weltweit 2.926.374 aktive Geocaches, die auf geocaching.com gelistet sind. 362.011 davon liegen in Deutschland. Die Zahl der aktiven, deutschen Cacher liegt bei rund 240.000.

2017

Am 13. April machte Groundspeak den Dönerstag erstmals zum globalen Events. Darauf hin gab es 1.778 Dönerstag-Events auf der ganzen Welt. Rund 40.000 Geocacher haben an diesen knapp 1.800 Events teilgenommen.

Anlässlich des 3.000.000. Geocache gab es auch ein eigenes Souvenir

Am 17. April wird die Schallmauer von 3 Millionen aktiven Geocaches durchbrochen.


Quellen:
www.wikipedia.de | www.zwanziger.de | www.geocaching.de
Newsbild: Signal © Groundspeak Inc.

1 Kommentar

  1. Schöne Auflistung – gleich in den Favourites gespeichert. Und hoffentlich was behalten beim Lesen für’s G’scheiterln bei der nächsten Party oder einem Event… 😉

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