Im Test: Wiko Barry – Smartphone-Schnäppchen aus Frankreich

3

Derzeit sorgt das französische Unternehmen Wiko für Aufsehen! Nachdem man den französischen Markt erobert hat und dort inzwischen die Nummer 3 hinter Samsung und Apple ist, gewinnt man auch in Deutschland immer größere Marktanteile.

Nach gut ausgestatteten Mittelklasse-Smartphones wie Darkmoon, Darkfull und ähnlichen Modellen, hat man mit dem BARRY nun ein ordentlich ausgestattetes Smartphone im Einsteigersegment auf den Markt gebracht. Wir haben uns ganz genau angeschaut, was man als Käufer für gerade einmal 139 Euro Kaufpreis geboten bekommt.

Der erste Eindruck

In der kompakten Verpackung befindet sich neben dem BARRY noch das Ladegerät und ein Headset. Optisch kommt das BARRY eher unauffällig daher und das Design lehnt sich am gängigen Design der Mitbewerber an. Die Vorderseite wird durch das 5 Zoll große Display dominiert. Stabilität und Wertigkeit vermittelt der Aluminium-Rahmen während die leicht gummierte Rückseite für einen sicheren Halt in der Hand sorgt. Optisch hält man also solide und ordentlich verarbeitete „Smartphonekost“ in der Hand – vor allem wenn man den mehr als günstigen Preis berücksichtigt.

Die Technik

news-barry1

Das man für 139 Euro keine HighEnd-Technik erwarten kann, sollte jedem klar sein. Gemessen am Preis bekommt man aber ordentliche Technik geboten. Der 1,3 GHz DualCore-Prozessor MediaTek MT6572 sorgt bei allen Standard-Aufgaben für mehr als ausreichende Performance. Auch die „nur“ 512 MB RAM erweisen sich erstaunlicherweise kaum als Flaschenhals, denn sowohl die Bedienung in den Menüs als auch Anwendungen wie Google Maps Navigation oder Surfen im Netz gehen ohne Ruckler und Aussetzer vonstatten. Lediglich gelegentlich genehmigt sich das Gerät eine kurze Gedenksekunde zum Beispiel beim Start von Anwendungen – aber auch das ist im Rahmen und wirkt sich nicht sonderlichs törend auf. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass man hier kein Smartphone der 500 Euro Klasse in Händen hält.

news-barry2

Der interne Speicher ist mit 4 GB recht knapp bemessen. Da das WIKO Barry aber microSD-Speicherkarten bis zu 32 GB unterstützt ist dieses Problem kein wirklich großes. Bemerkenswert ist auch das Wiko auch in dieser Preisklasse seinem Konzept treu bleibt und auf eine intelligente DualSIM-Unterstützung sendet. Vor allem die Verwaltung der zwei SIM-Karten ist wirklich gelungen und wurde gut ins Android-System integriert. Die DualSIM-Unterstützung ist ideal um beispielsweise eine private und berufliche SIM-Karte parallel zu verwenden. Auch die Nutzung im Urlaub mit einer zweiten, lokalen, günstigen Prepaid-Karte bietet sich beispielsweise an.

Apropos Android – Auf dem BARRY läuft Android in der Version 4.2.2. – nicht mehr ganz topaktuell aber immerhin aktueller als das was die meisten Mitbewerber in dieser Preisklasse ihren Kunden vorsetzen. Die Anpassungen die Wiko am Android-System vorgenommen hat, halten sich erfreulicherweise stark in Grenzen. So wurde das System nicht durch unnötige Anpassungen zusätzlich verlangsamt.

Im recht populären AnTuTu Benchmark erreicht das BARRY respektable 10.801 Punkte, liegt also zwischen Samsung Galaxy S2 und Google Nexus 4 – das reicht nicht um aktuellesten Multimedia-Aufgaben oder aktuellen 3D-Spiele gerecht zu werden, machen das BARRY aber zu einem guten Einsteiger-Smartphone mit angemessener Performance.

LTE-Unterstützung wird wohl nicht wirklich jemand vom BARRY erwarten, aber immerhin HSPA+ (bis 21 MBit/s Downstream) wird unterstützt und sofern es das Netz hergibt kommt das BARRY auch bei ausgiebigen Surf-Sessions nicht ins Ruckeln. Selbst beim schnellen Scrollen sind kaum nennenswerte Ruckler feststellbar.

Und noch etwas hat uns positiv überrascht: Der Akku ist mit 2.000 mAh für ein solch preiswertes Gerät erfreulich groß dimensioniert. Auch hier setzen die allermeisten Mitbewerber in dieser Preisklasse auch deutlich kleinere Akkus. Dank des großen Akkus aber gleichzeitig recht genügsamen Prozessors sind also ordentliche Arbeitszeiten möglich.

Gibt es nach soviel Lob auch Schattenseiten? Ja die gibt es durchaus!

Abmessungen145,8 x 73,8 x 9,7 mm
Gewicht inkl, Akku155 Gramm
ProzessorDual Core 1,3 GHz, Cortex-A7 (MediaTek MT6572)
RAM512 MegaByte
Speicher4 GB / mit microSD Speicherkarten erweiterbar
Display5,0 Zoll / Mutlitouch, IPS-Display, kapazitiv
Auflösung: FWVGA (480 x 854 Pixel)
MobilfunkstandardsHSPA+/3G/3G+ WCDMA 900/2100 MHz 2G GSM/GPRS/EDGE 850/900/1800/1900 MHz
BesonderheitDualSIM tauglich (gleichzeitige Nutzung von 2 SIM-Karten)
Akku2.000 mAh Li-Ionen Akku
Kamera5 Megapixel / Frontkamera mit 1,3 Megapixeln
Dual LED Blitz
Videoaufnahmen in FullHD (1920 x 1088 Pixel)
KonnektivitätBluetooth 4.0 / USB 2.0 / WLAN
Android-VersionJelly Bean 4.2.2.
weitere FeaturesFM-Radio
GPS / AGPS
Preis139 Euro
BezugsquellenWiko BARRY bei amazon.de

Das Display

Im WIKO Barry ist ein IPS-Display mit einer Größe von 5 Zoll verbaut. Das Display wirkt trotz „nur“ 480 x 854 Pixel Auflösung erstaunlich scharf und ist ziemlich leuchtstark. Die Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung ist ebenfalls durchaus in Ordnung. Auch der Tochscreen reagiert durchaus präzise.

Das 5 Zoll Display des Wiko Barry glänzt zwar nicht mit FullHD-Auflösung bietet aber dennoch eine gute Detailschärfe und gute Helligkeitswerte.
Das 5 Zoll Display des Wiko Barry glänzt zwar nicht mit FullHD-Auflösung bietet aber dennoch eine gute Detailschärfe und gute Helligkeitswerte.

Multimedia

Das ein Smartphone für 139 Euro zum Multimedia-Talent avanciert war kaum zu erwarten. Darauf lag aber ganz sicher auch nicht der Hauptaugenmerk des französischen Herstellers. Wenig überzeugen kann uns beispielsweise die 5 Megapixel Kamera. Die Bilder sind bei schwierigen Lichtbedingungen stark verrauscht, bei Helligkeit sind sie brauchbar.

Auch der etwas scheppernde Lautsprecher fällt beim Musik hören, Freisprechen oder Film schauen auf. Aber auch hier sollte man immer den sehr günstigen Preis im Auge haben und so sind diese kleinen Makel auch irgendwie tolerierbar.

Keine Schwächen – und das ist schon etwas erstaunlich – zeigen sich beim Abspielen von Filmen. Selbst Spielfilme in 720p Auflösung werden absolut ruckelfrei wiedergegeben.

Konnektivität

Auch bei der Konnektivität können wir nicht wirklich etwas Negatives berichten. HSPA+ wird genauso unterstützt wie alle relevanten Datenstandards unterhalb von LTE. Auch WiFi und Bluetooth 4.0 sind mit an Bord. Verzichten muss man aber auf eine USB OTG-Funktion – aber die ist selbst bei Geräten die drei mal so teuer sind immer noch nicht selbstverständlich.

Geocaching & Outdoor

Natürlich schauen wir bei jedem neuen Smartphone auch auf die Tauglichkeit im Outdooreinsatz und beim Geocaching. Klar, das BARRY ist alles andere als ein Outdoor-Smartphone – auf Grund des doch recht günstigen Preises lassen sich eventuelle Schäden aber vielleicht doch etwas leichter verkraften.

Im Geocaching-Einsatz zeigte das Gerät dann keine nennenswerten Schwächen. Der Satellitenfix ging flott vonstatten, im Vergleich zu Sony Xperia Z und iPhone 5S sogar sehr flott und auch die Genauigkeit war selbst bei leichter Bewaldung und in der Innenstadt sehr gut. Der 2.000 mAh Akku ist kein echtes Ausdauerwunder aber reicht dennoch für einen gut zwei- bis dreistündigen, dauerhaften Einsatz des GPS aus. Wie eingangs erwähnt ist die Ablesbarkeit des Display bei Sonneneinstrahlung nicht überragend aber durchaus in Ordnung.

Fazit

Ja ich bin ehrlich – ein Smartphone für 139 Euro, die letzten Ausflüge in diese Preisgefilde waren doch eher enttäuschend. Schlechtes Display, langsamer Prozessor insgesamt also meist Smartphones deren Benutzung oft mehr Krampf als Vergnügen ist. Umso überraschter war ich nach der Bekanntschaft mit dem BARRY.

Die Performance die das ordentlich verarbeitete und optisch vernünftig anmutende Gerät bietet ist ordentlich. Normale Anwendungen wie Navigation, einfache Spielchen oder WhatsApp, Telefonie & Co sind kein Problem. Schwächen wie der geringe Speicher, die mittelmäßige Kamera und der schwache Lautsprecher sind definitiv verkraftbar. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass das BARRY gerade einmal 139 Euro kostet. Für ähnlich ausgestattete Geräte der Mitbewerber muss man sonst mindestens 50 Euro mehr investieren und muss auch dort dann wieder Abstriche machen.

Sicher, Nutzer die immer das neuste Flaggschiff-Smartphone ihr Eigen nennen wollen werden mit dem BARRY sicher nicht glücklich, wer aber einfach nur ein vernünftiges und bezahlbares Kommunikationswerkzeug sucht, wird sicher nicht enttäuscht.

Das Wiko BARRY ist ab sofort für 139 Euro im Handel (z.B. bei amazon) in den Farben schwarz, weiß, rot, acapulcoblau und kieselgrau erhältlich.

LINK: Wiko Internetseite
LINK: Wiko bei Facebook

3 Kommentare

    • Das nicht – aber Technik-Themen haben wir schon immer vorgestellt und anhand der Klickzahlen zeigt sich dass Tests und News aus der Technikecke (Smartphones, GPS, Akkus etc) ebenso beliebt sind wie reine Geocaching-News. Unter den News der vergangenen Woche waren auch mehr als die Hälfte direkt Geocaching-bezogen und das wird auch so bleiben.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.