Interview: Cacher-Reisen

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Bereits seit einiger Zeit bietet Cacher-Reisen Trips zu außergewöhnlichen Geocaching-Locations in aller Welt an. 2018 startet das Unternehmen nun richtig durch.

Wir sprachen mit Daniel, dem Gründer von Cacher-Reisen, über die Hintergründe und Zukunftspläne.

Daniel Pflieger

gocacher: Hallo Daniel. Wir begleiten Cacher-Reisen ja nun schon seit einiger Zeit durch verschiedene Beiträge. Seit dem ersten Bericht ist einige Zeit vergangen und es hat sich auch viel geändert. Grund genug, Dir mal ein paar Fragen zu stellen. Doch fangen wir mal vorne an. Erzähl und doch mal, wie das mit Cacher-Reisen überhaupt angefangen hat.

Daniel: Hallo Marko. Ja, da hat sich in der Tat viel getan. Angefangen hat das alles mit einer Schnapsidee. Im wahrsten Sinne des Wortes. Vor etwa 3 Jahren wurde bei mir der Wunsch immer stärker, eines der letzten noch fehlenden Icons in mein Profil zu bekommen. Das war das A.P.E. Icon. Damals gab es nur noch einen einzigen Project A.P.E. Cache, nämlich in Brasilien. Jedoch konnte ich meiner Familie schlecht klarmachen, dass ich jetzt mal eben für ein paar Tage in den Urwald fliege, um dort nach einer Blechdose zu suchen. Daher brauchte ich eine Rechtfertigung. Ich dachte mir „ich kann nicht der einzige sein, der diesen Wunsch verspürt“. Ich öffnete also eine Facebook Gruppe, um das Interesse in der Community mal abzuklopfen. Und siehe da, das Interesse war groß. Groß genug, um mich ernsthaft mit der Planung einer solchen Reise auseinander zu setzen. So gab es kurz darauf die erste „Going A.P.E“ Reise mit 26 Teilnehmern.

gocacher: Dabei ist es aber offensichtlich nicht geblieben. Wie ging es weiter?

Daniel: Richtig. Die Reise hat den Teilnehmern und mir so viel Spaß gemacht, dass noch in Brasilien Vorschläge für weitere Touren gesammelt wurden. Ganz vorne dabei war Tschernobyl, was wir allerdings erst in diesem Jahr umgesetzt haben.

Zwischendurch gab es Reisen zur Block Party in Seattle, eine tolle vom Saarfuchs ausgearbeitete Tour ins Baltikum, immer wieder die Brasilien-Reise (mittlerweile 5x), eine Insel-Tour nach Faröer, England und die Kanalinseln und auch einige Kurztrips z.B. nach Aland oder zum Giga-Event nach Prag. Es gibt nun Geocacher, die jedes Jahr mitkommen und auch viele Freundschaften, die auf den Reisen entstanden sind. Man kann sagen, es ist eine kleine Gemeinschaft entstanden (die gar nicht mehr so klein ist).

gocacher: Wow, das ist ja echt einiges. Ich glaube, ich habe gar nicht alles mitbekommen. Wenn man heute auf die Seite schaut, werden da eine ganze Reihe von Reisen offeriert. Fast schon wie in einem Reisebüro.

Daniel: Gut erkannt! Wir verstehen uns tatsächlich als das erste und einzige Reisebüro für Geocacher. Da wir alle selber Cacher sind, glauben wir gut zu wissen und zu verstehen, worauf es den Teilnehmern ankommt. Das sind in meinen Augen zum einen Statistik-relevante Punkte wie Länderpunkte, Souvenirs, besondere Icons, alte Caches und alles, was mit den unterschiedlichen Challenges zu tun hat. Auf der anderen Seite ist es einfach der Gemeinschaftsfaktor. Die Teilnehmer kommen ja alle mit dem gleichen Grundinteresse. Schon auf dem ersten Event am Flughafen hat niemand ein Problem, ins Gespräch zu kommen. Wenn ich sehe, was vorher und nachher in den Whatsapp-Gruppen passiert, wie sich auch nach der Reise noch auf Megas verabredet wird, dann denke ich „ja, das passt einfach gut zusammen“.

gocacher: Magst Du kurz erzählen, was für 2018 alles geplant ist?

Daniel: Gern. Wir haben 2018 fünf große Reisen im Programm. Los geht es im Januar mit unserer bereits ausgebuchten Südostasien-Tour. Dabei werden wir 9 Länderpunkte absolvieren. Ganz besonders freue ich mich auf die Tempelanlagen in Ankor Wat. Ich bin schon dort gewesen und finde es einfach unvergleichlich dort.

Dann gibt es im März erneut eine Tour nach Tschernobyl. 5 Länderpunkte sind dabei garantiert, an 2 weiteren arbeiten wir noch. Weißrussland und Moldawien sind gar nicht so einfach. Ein weiteres Highlight auf der Tour wird unsere Virtual-Runde in Budapest mit über 15 Virtuals.

Im Juni starten wir dann Richtung Balkan. 6 Länderpunkte im Südwesten Europas mit verschiedenen Lost Places stehen auf dem Programm. Auf diese Reise freue ich mich ganz besonders, weil ich noch nie in dieser Gegend gewesen bin!

Anfang September toppen wir unsere „6 Tage – 6 Länder“ Tour von 2016. Diesmal werden es „7 Tage – 7 Länder“. Dabei sind Estland, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Finnland und Aland. St. Petersburg, der „Hill of Crosses“, die Altstadt von Tallinn, der GC72 aus September 2000 sind nur einige Highlights auf dieser Reise.

Kaum zurück geht es dann am 28.09. auch gleich weiter in die USA. Dort werden wir die sehr erfolgreiche Tour nach Kanada, zum HQ, zum Original Stash, zum A.P.E. und zu Caches aus allen Legemonaten von 2000 bis 2001 wiederholen. Eine tolle Gelegenheit, sich in wenigen Tagen die Jasmer-Challenge zu erfüllen. Diesmal kommt passenderweise sogar noch ein Mega-Event dazu!

Weiterhin geplant sind eine Reihe von Kurztrips zu verschiedenen Megas und Gigas in Europa.

Aktuell sind das 29 verschiedene Länderpunkte!

gocacher: Das klingt sehr viel. Machst Du das eigentlich alles alleine?

Daniel: Nein, natürlich nicht. Eine Teilnehmerin der zweiten Brasilien-Reise ist mittlerweile fester Bestandteil unseres Teams. Annette Esselborn dürfte den meisten Teilnehmern schon bekannt sein. Sie plant die meisten Reisen und ist auf fast allen Touren dabei. Es ist schon toll, eine so engagierte Kollegin zu haben! Hier steckt aber auch eine kleine Warnung drin: wer bei uns als Teilnehmer dabei ist, könnte als Mitarbeiter enden.

gocacher: Mal etwas weiter geschaut: wo soll die Reise hingehen?

Daniel: Also ganz ehrlich: mich hat das Reisefieber und der Ehrgeiz gepackt. Ich will mittelfristig die ganze Welt ins Programm nehmen. Wir denken gerade viel rum auf einem Projekt mit dem Arbeitstitel „Club 255″. In der Datenbank von Groundspeak sind 255 Länder hinterlegt. Ich und vermutlich noch ein paar andere Verrückte hätten sicher gerne sämtliche verfügbare Länderpunkte erreicht. Mal kurz überschlagen: Jedes Jahr 2 Reisen mit jeweils 8 bis 9 neuen Länderpunkten und man wäre in nur 15 Jahren fertig mit dem Projekt. Klingt geil, oder?! Grundgedanke des Clubs ist, diesen nur für die komplett Verrückten zu öffnen und die Länderpunkte quasi im Abo anzubieten.
Ja ich weiß, das ist irre.

Weiterhin planen wir ein Punktesystem, mit dem man seine Reisen finanzieren kann. Das basiert auf einem anderen Tätigkeitsfeld von uns. Wir erstellen ja auch GeoTours und die „bösen“ Marketing-Geocaches für verschiedene Unternehmen. Wir werden ausgewählten Cachern und treuen Teilnehmern ermöglichen, durch Verstecken von Caches Punkte zu sammeln, die dann für Reisen eingelöst werden können. 10 Geocaches werden reichen, um einmal im Jahr kostenlos mit Cacher-Reisen unterwegs zu sein.

Und dann gibt es noch Pläne wie eine Karibik-Kreuzfahrt nur für Cacher. Wir chartern ein Schiff und machen viele Insel-Länderpunkte in kurzer Zeit.

Ein Fernziel ist außerdem die ISS. Dauert aber noch etwas.

gocacher: Sag mal, dreht ihr jetzt völlig durch?

Daniel: ja

gocacher: OK, vielen Dank für die Einblicke. Ich bin sicher, wir werden noch viel von euch lesen.

LINK: Homepage von Cacher-Reisen

1 Kommentar

  1. 7 Tage – 7 Länder. Und was hat man dann von diesen Ländern gesehen? Den (Flug-)Hafen? Die unmittelbare Umgebung vom Hotel? Die Landschaft aus dem Busfenster heraus?
    Club 255.. wie wollen die das z. B. mit Nordkorea machen? Afghanistan? Irak? Syrien? Kann mir nicht vorstellen, dass das klappt.
    Da habe ich am Lebensende lieber nur 30 „Länderpunkte“, kann dann aber auch sagen, länger als nur ein paar Stunden in dem Land gewesen zu sein.
    Naja, muss am Ende jeder selber wissen…

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