Nach Geocaching-Verbot: Altensteig möchte nun Geocaching-Touren anbieten!

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Es ist noch gar nicht solange her, da wurde Geocaching in der württembergischen Schwarzwaldgemeinde verteufelt. Der Powertrail „Geocaching Forever“ führte letztendlich sogar dazu, dass Geocaches auf Altensteiger Gebiet komplett verboten wurden.

Während die Gemeinden in der Umgebung maßgeblich von den Geocachern profitierten und teilweise selbst Geocaching-Touren anboten, blieb Altensteig „verbotene Zone.“ Der Erfolg den die Nachbargemeinden erzielten, ließ die Altensteiger Politik wohl neidisch werden und getreu dem Motto „Was schert mich mein Geschwätz von gestern!“ möchte man nun auch selbst vom Geocaching profitieren.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Altensteiger Gemeinderat nun erste Schritte unternommen. Der Stadtrat hat den Dienstleister Steffen Pfau beauftragt sechs Touren zu entwerfen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 10.600 Euro welche mit 50% bezuschusst werden. Von den Touren erhofft sich die Gemeinde eine Aufwertung des touristischen Angebots.

Altensteig | Bild: s. o.

Gleich zu Beginn der Tagung hatte der Bürgermeister Feeß auch betont, dass es der Gemeinde nie um ein verbot gegangen sei. Man war nur entsetzt darüber, dass es keine Absprachen mit Gemeinde und Jagdpächtern gegeben hätte. Noch im Mai hatte sich das ganz anders angehört und man sprach eindeutig von einem Verbot. Das man nun die eigenen Aussagen relativiert ist wohl auch darin begründet, dass man den Jagdpächtern diese Neuerung schmackhaft machen muss. Es war ein offenes Geheimnis, dass es bereits im Mai nicht um angebliche Umweltschäden ging, sondern man Angst hatte, die Jagdpächter könnten lukrative Pachtverträge kündigen.

Auf jeden Fall sollen die neuen Touren so gestaltet werden, dass die Caches am Rand von Waldwegen gelegt werden und ein Durchstreifen des Waldes abseits der Wege nicht notwendig ist.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass Geocaching inzwischen auch touristisch eine größere Rolle spielt. Vorreiter waren wieder einmal die USA. Hier gibt es ganze, von Bundesstaaten oder Lokalbehörden geförderte Powertrails. Die Cachermassen führen oft zu einem regelrechten „Wirtschaftsboom“ in sonst touristisch wenig erschlossenen Gebieten. Im kleineren Rahmen wird sich dies auch in Deutschland immer mehr durchsetzen und bald wird wohl kaum eine Gemeinde noch ohne Geotourismus auskommen.

Quelle: Stadt Altensteig | Schwarzwälder Bote
Bildquelle: By s. o. [CC0], via Wikimedia Commons

14 Kommentare

  1. Schade dass es sich wieder nur ums Geld dreht….

    Erst will man die ganz bösen Geocacher loswerden, und wenn man merkt dass genau diese bösen Geocacher Geld in die Gemeinde bringen, dann ist man wieder Willkommen…

  2. Hallo,

    der Schwarzwald liegt im badischen und nicht im württembergischen.

    Das man Geocaching verbietet und hinterher mit Steuerngeldern das ganze wieder aufbauen will ist doch ein Witz.
    Wer keine Caches haben wollte, dürfte sie nie wieder bekommen.

    Normalerweise sollte man die komplette Geocaching for Ever-Runde wieder aus dem Archive holen.

    MfG, F-U-Z-Y

  3. welch überraschung das Geocacher auch Geld liegen lassen (Einkaufen, Essen, übernachten….)
    und jetzt wieder zurückrudern da man keine Ahnung hat was man eigentlich tut…
    ich für meinen Teil werde da keine Cache suchen gehen.

    hoffentlich lehnen die Reviewer die Caches ab!

    • Abzulehnen gibt es da nichts. Diese Touri-Touren werden eigentlich nie auf gc.com veröffentlicht sondern nur auf den Webseiten der Gemeinden und in speziellen Flyern.

  4. Wer ist denn Steffen Pfau? Ist das dieser sub_rosa?
    Das ganze hätte Altensteig aber auch deutlich billiger haben können. Quasi umsonst.

    Übrigens liegt der Schwarzwald sowohl auf badischem als auch württembergischen Gebiet. Quasi brüderlich geteilt. 😉
    Man kann auch im ganzen Schwarzwald die alten Grenzsteine noch suchen und finden.

  5. Eine unglaubliche Sauerei! Erst gegen was „Neues und Unbekanntes“ meckern und radikal vorgehen (getreu dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht) und später merken „hey, das ist ja voll gut für uns so finanziell und so gesehen“ – sowas geht mal gar nicht!

    Diese ganze Kommerzialisierung des Geocachings geht so langsam echt zu weit! Es hat einfach seinen Reiz, wenn man sich verdeckt halten muss bei der Suche da niemand weiß was man macht anstatt dass jeder gleich sagt „ah schau, ein Geocacher“!

  6. Da fehlt es wohl einigen in Altensteig an der Kommunikation!!!

    Auf meine Anfrage über das Verbot in der Gemeinde habe ich bis Heute noch kein Antwort. Ein Cache von mir liegt nämlich seit 2010 kostenlos in der Gemeinde!
    Sollte ich jetzt dafür Geld verlangen?
    Ob ich dann vielleicht ein Antwort bekomme?

    „Gesendet: Donnerstag, 24. Mai 2012 17:13
    An: ……………
    Betreff: Gelesen: Rat verbannt Caches aus dem Stadtgebiet

    Your message

    To: …….,………
    Subject: Rat verbannt Caches aus dem Stadtgebiet
    Sent: Thu, 24 May 2012 15:01:44 +0200

    was read on Thu, 24 May 2012 17:13:04 +0200“

    Na, ja lesen können Sie schon mal in Altensteig.

  7. Sofern Sie die Caches nur in Ihren Flyern anpreisen soll’s mir Recht sein. Aber wie kommt der Flyer zum Cacher und dann der Cacher zum Cache? Viel Glück Gemeinde Altensteig, ihr könnt es gebrauchen. 🙂

    Müsste eine Listung auf gc.com nicht auch automatisch zur Archivierung führen? Wie war das doch gleich laut Guidelines bei Caches mit gewerblichen/finanziellen Background?

  8. Nur mal ein Gedanke:
    Vielleicht werden das ja gute Caches?
    Wäre doch schade sie zu ignorieren?!

    Und wer auf irgendwelche Politiker hört, die irgendwas über irgendwas sagen oder irgendwas beschliessen um irgendwas beschlossen zu haben ist selber schuld!

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