Netflix mischt den VoD-Markt in Deutschland auf

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Jetzt ist es offiziell: Der amerikanische Video-Stream-Anbieter wird noch dieses Jahr in Deutschland empfangbar sein. Dies ist der zweite Teil seiner Expansion nach Europa. In Großbritannien, den Niederlanden und einigen skandinavischen Ländern gibt es Netflix bereits, jetzt kommt Netflix auch in die Schweiz, nach Frankreich, Belgien, Luxemburg, Österreich und natürlich zu uns.

Verschiedene Prognosen sagen dem VoD-Markt eine verheißungsvolle Zukunft voraus. So hat Goldmedia das Volumen für dieses Jahr auf 200 Millionen Euro beziffert. Große Zuwächse soll es zwischen den Jahren 2016 und 2017 geben, und zwar von 287 auf 357 Millionen Euro. Das Volumen im Jahr 2018 soll sogar beträchtliche 449 Millionen Euro betragen. Es gibt also Potenzial, doch momentan trifft Netflix noch auf einen kleinen, aber zersplitterten Markt.

Zwar hat Netflix außer der Intention, man wolle nach Deutschland expandieren, nichts weiter bekannt gegeben, aber ein vorgezogener Vergleich zu hiesigen Flatrate-VoD-Diensten bietet sich an.

Der Preis ist heiß

In der Pressemitteilung von Netflix heißt es „Further details, including pricing, programming and supported devices will be available at a later date“. Da das Unternehmen jedoch nach dem Konzept arbeitet, eine möglichst günstige Flatrate für eine große Auswahl an Filmen anzubieten, wird der Preis sicherlich im unteren Segment zu finden sein. Zum Vergleich: In den USA bietet Netflix seine Flatrate für 8,99 Dollar monatlich an, in Großbritannien für 5,99 Pfund und in den Niederlanden für 7,99 Euro. In diesem Bereich wird sich wohl auch das Angebot für Deutschland bewegen.

Damit ist es mit den existierenden Angeboten durchaus vergleichbar. WATCHEVER, Maxdome und Amazon Instant Video bieten ihre Flatrates ebenfalls für unter 10 Euro an.

Qualität ist kein Zufall

Ein entscheidendes Kriterium ist die Qualität, in der Serien und Filme gestreamt werden können. Natürlich ist sie ihn erster Linie von der jeweiligen Internetverbindung abhängig. Netflix ist der erste Anbieter, der in 4k-Auflösung streamt. Das bedeutet Ultra-HD mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln. Zum Vergleich: HD hat eine Auflösung von 1920 x 1080. Netflix wird die eigens produzierte Serie House of Cards in Ultra-HD auszustrahlen, allerdings beziehen sich diese Informationen auf die USA. Inwiefern hier in Deutschland derart hochqualitative Streams zu finden sein werden, bewegt sich im Bereich der Spekulation.

Die anderen Anbieter sind bezüglich der Qualität in einer Liga vertreten. Alle versuchen, ihre Inhalte möglichst in HD anzubieten. Auch bei WATCHEVER ist dies so, allerdings passt sich die Qualität des Streams automatisch an die vorhandene Internetverbindung an.

Das Angebot an Serien und Filmen

Das Wichtigste zum Schluss: Letztlich entscheidet das Angebot an Titeln über die Qualität des VoD-Dienstes. Allerdings gibt es sehr komplexe Lizenzmodelle, die je nach Land und Anbieter unterschiedlich geregelt sind, und oftmals exklusive Verträge. So besitzt der Bezahlsender SKY in Deutschland die Rechte an der von Netflix produzierten Serie House of Cards.

Über die Fülle des Angebots in Deutschland schweigt sich Netflix noch aus. Dass es erheblich geringer sein wird als die 9.500 Titel in den USA, ist wahrscheinlich. Zum Vergleich: In Großbritannien sind ungefähr 3.000 Titel im Angebot, in den Niederlanden hingegen rund 1.400. Eine Aussage für Deutschland zu treffen, ist noch nicht möglich.

Sicher ist jedoch jetzt schon, dass der VoD-Markt weiter an Dynamik gewinnen wird.

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Beitrag unserer Partner