Probleme mit Paypal zwingen „Mia san Mega“-Organisatoren zum Handeln

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Paypal ist nicht gerade dafür bekannt sich an bestehende Gesetze zu halten oder mit Geschäftspartnern besonders fair umzugehen. Einbehaltene Gelder die Firmen in ernste finanzielle Probleme bringen.

Zu unrecht gesperrte Paypal-Konten von Händlern und Privatkunden und Allgemeine Geschäftsbedingungen die nach Ansicht von Verbraucherschützern zumindest zweifelhaft sind – die Liste der Dinge die Paypal zum meistgenutzten aber auch oft verteufelten Bezahldienst machen, ließe sich beliebig fortsetzen. Auf Grund der enormen Marktmacht von Paypal können dennoch die wenigsten Händler darauf verzichten. Und man muss natürlich auch betonen, dass sicher deutlich mehr als 99% der Geschäfte mit und über Paypal reibungslos ablaufen. Gibt es dann aber wirklich einmal Probleme, sieht man sich oft mit merkwürdigen Auslegungen geltender Gesetze und oft einer gewissen Willkür ausgesetzt. Diese Erfahrung mussten nun auch die Organisatoren des Münchener MEGA_Events „Mia san Mega“ machen.

Auf Grund der hohen Geldeingänge für dazu auch noch „virtuelle Güter“ wie Tickets, griff die berüchtigte Fraud-Abteilung von Paypal ein und blockierte kurzerhand das Paypal-Konto der Orga für Abhebungen. Man erbrachte zwar Nachweise über vorhandene Mietverträge und darüber dass das Event wirklich stattfinden würde, Paypal sah sich aber nicht genötigt darauf die Gelder freizugeben. Lediglich 10% stand man der Orga zu. Die volle Summe sollte erst 48 Stunden nach dem Event geben. Das ist natürlich für Event-Organisatoren nicht hinnehmbar, denn es fallen natürlich auch schon vor dem Event enorme Kosten an.

Immerhin ist es der Orga möglich alle Paypal-Zahlungen zurückzuerstatten – die betroffenen Besteller werden dann gebeten die Zahlung erneut per normaler Banküberweisung vorzunehmen. Für den einzelnen dürfte das kein großer Aufwand sein und für die Organisatoren hat es den Vorteil dass man sich eine nicht unerhebliche Summe Paypal-Gebühren spart. Den Zusatzaufwand wiegt das aber natürlich nicht auf.

Dieser Vorgang sei vor allem für zukünftige Event-Organisatoren eine Warnung. Paypal ist manchmal ein wenig berechenbarer Geschäftspartner. Sicher ist die Intention keine falsche, denn Betrug mit Paypal ist kein selten auftretendes Phänomen und oft haftet Paypal im Rahmen des Käuferschutzes. Gerade bei neuen Paypal-Partnern greift dann sehr schnell die Betrugsprävention. Dass man sich aber auch nicht von offenbar ausführlichen, vorgelegten Belegen nicht hat überzeugen lassen, hinterlässt zumindest einen faden Beigeschmack und wird viele Paypal-Kritiker in ihrer Meinung bestätigen.

Nachfolgend noch die offizielle Bekanntmachung der MEGA-Organisatoren:

Hallo liebe „Mia san Mega“-Eventbesucher,

wenn ihr die nächsten Zeilen lest erschreckt bitte nicht. Das Mega-Wochenende findet wie geplant statt und wir freuen uns auch schon sehr darauf. Wir haben unser Event nicht auf Gewinn kalkuliert sondern kostendeckend.

Wir dachten, wir haben alle Eventualitäten berücksichtigt. Mit einem Problem hätten wir aber nie im Leben gerechnet. Das ist der Bezahldienst Paypal. Dort gibt es eine sogenannte Risikoabteilung.
Diese hat aufgrund der vielen eingegangenen Zahlungen und der verkauften Waren (Tickets) „vorsichtshalber“ unser Paypal-Konto geblockt. Wir konnten zwar weiterhin Zahlungen empfangen, aber über das Geld nicht verfügen. Gleichzeitig haben sie Unterlagen (Miet- und sonstige Verträge) bei uns angefordert um zu prüfen ob das Event auch stattfindet oder ob es sich vielleicht um einen Betrug handelt. Das Event könnte ja aus irgendeinem Grund ausfallen, die Leute ihr Geld zurückverlangen und Paypal hätte dann Verluste.

Die Unterlagen haben wir natürlich auch umgehend an Paypal geschickt. In der Antwortmail hiess es, sie werden sich in 3-5 Tagen wieder melden. Aus diesen 3-5 Tagen wurden fast 20 Tage ehe von Paypal ein Feedback kam (und das auch nur weil wir ständig bei Paypal nachgefragt haben). Wir waren ja zuversichtlich dass unser Paypalkonto bald freigegeben wird und haben die Paypal-Zahlmöglichkeit deshalb weiter online gelassen. In der Zeit ist natürlich viel Geld über Paypal eingegangen. Und jetzt kommt der dicke Hammer. Paypal gibt uns nur 10% der einbezahlten Gelder frei. Die restlichen 90% werden als Sicherheit einbehalten und erst 48 Std. nach dem Event freigegeben. Wie oben erwähnt haben wir nur kostendecken geplant. Großartige Reserven sind somit nicht vorhanden. Im Vorfeld müssen wir bereits einen Großteil der Kosten zahlen (Coins, T-Shirts, Olympiapark-Attraktionen, Essen, Mietgebühren ….)

Ohne Euer Geld das jetzt bei Paypal liegt ist das Event definitiv nicht durchführbar. Nach mehreren Telefonaten mit dieser „Firma“ und Rücksprache beim Rechtsanwalt sind wir jetzt zu folgender Entscheidung gekommen: Wir werden allen aus Deutschland die mit Paypal bezahlt haben den Betrag per Paypal zurücküberweisen. Die Bestellungen sind nach wie vor gültig. Nach Rücküberweisung ändert sich lediglich der Status von „PP bezahlt“ auf „PP erstattet“. Das kann aber ein paar Tage dauern weil wir das händisch einpflegen müssen. Wenn das geschehen ist würden wir euch dann herzlich bitten, den Betrag nochmal „auf die altmodische Art“ zu überweisen. Wir entschuldigen uns jetzt schon für die entstehenden Unannehmlichkeiten, hoffen aber, dass Ihr unsere Entscheidung nachvollziehen könnt. Wir können und möchten uns der Willkür von Seiten Paypal nicht aussetzen. Für euch bedeutet eine Überweisung ja einen relativ geringen Aufwand. Für uns wird das eine ganz „schöne“ Aktion.

Bis auf die Paypal-Geschickte läuft bei uns aber alles andere nach Plan.

Wir können nur alle künftigen Mega-Organisatoren warnen Paypal als Bezahldienst einzusetzen.

Falls ihr das doch macht folgende Tipps:
Täglich die eingegangenen Paypal-Zahlungen auf das Bankkonto umbuchen.
Sobald Paypal das Konto einschränkt die Bezahlmöglichkeit per Paypal umgehend deaktivieren.

Damit auch wirklich jeder diese Nachricht bekommt werde ich sie bei allen 3 Events als Notification rausschicken.

Vielen Dank für Euer Verständnis
Wolfgang (Windi)
vom MunichMegaEventTeam

4 Kommentare

  1. Paypal arbeitet ja auch nicht mit den Geldern seiner Kunden 😉 nen gewisses kontingent müssen die eh zurückhalten um andere Käuferschutzfälle zu managen 😉 alles eingeplant in dem hirni Verein. Und auch ich nutze den bezahldienst schon lange nicht mehr aufgrund seiner Handlungen Auch wenns bequem ist als käufer, denkt ma dran was verkäufer da schon alles durchmachen mussten bishin zur pleite 😉

  2. Da bin ich ja froh, dass ich aus dem Bauch raus, paypal für unser „Dosenfischer in München“-Konzert (GC4ZAJ1) nicht angeboten habe. Aber mit max. 260 Tickets habe ich es ja noch vergleichsweise einfach, alles händisch zu erledigen. Den Mega-Organisatoren mein Beileid für die Mehrarbeit. Als hätte man im Vorfeld sonst nichts zu tun 🙁

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