Ratgeber: Die Zeckensaison ist eröffnet

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Seit einigen Tagen beklagen die ersten Cacher wieder erste Bekanntschaften mit Zecken. Spätestens mit den nun auftretenden frühlinghaften Temperaturen gilt die Zeckensaison auch offiziell als eröffnet.

In unserem Ratgeber Zecken informieren wir Euch über diese kleinen aber fiesen und auch nicht ganz ungefährlichen Plagegeister.

Was sind Zecken:

Zecken sind kleine, blutsaugende Spinnentiere, die auf der ganzen Welt verbreitet sind. An und für sich ist der Biss einer Zecke harmlos, da Zecken aber durch den engen Kontakt zum „Opfer“ Krankheiten übertragen können, kann ein solcher Zeckenbiss sehr gefährlich werden. Im Vergleich zu Stechmücken, die auch Krankheiten übertragen können, brauch eine Zecke aber riesige Mengen Blut und setzt sich dafür bis zu 15 Tage auf einem Wirt fest. Die Zecke bevorzugt dafür Stellen die guten Halt und Sicherheit bieten, etwa die Achselhöhlen ihrer menschlichen Opfer.

Es gibt zahlreiche Arten von Zecken, in Deutschland ist aber der Gemeine Holzbock, Fachbegriff Ixodes ricinus, am verbreitetsten. Das Bemerkenswerte ist, dass eine vollgesaugte Zecke bis zu 200 mal schwerer, als eine hungrige sein kann. Ist sie einmal vollgesaugt kann sie theoretisch bis zu 10 Jahre ohne weitere Nahrung überleben. Auch strenge Winter können der Zeckenpopulation in der Regel nicht viel anhaben und so ist seit Jahren ein Anstieg der Zeckenbefälle zu verzeichnen.

Es ist übrigens ein weit vebreiteter Irrtum, dass sich Zecken von Bäumen auf ihre Opfer fallen lassen. Genau dies passiert eigentlich gar nicht, viel mehr haften sich die Zecken beim Durchstreifen von Wiesen, Unterholz oder dem Garten an ihr Opfer. Allein das Betreten eines normalen Rasens kann schon Zeckenbefall zur Folge haben.

Die Gefahren durch einen Zeckenbiss

Auch wenn Zecken für die Übertragung von 50 verschiedener Krankheiten verantwortlich gemacht werden können, so sind es vor allem 2 die besonders häufig auftreten und in ihrem Verlauf sehr heimtückisch werden können.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch das FMSE-Virus ausgelöst und führt beim Patienten zu einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung und kann für den Patienten tödlich enden. Auch wenn eine FMSE generell nirgendwo ausgeschlossen kann, gibt es gewisse Risikogebiete in denen man auch über eine Impfung nachdenken sollte. Die entsprechenden Karten findet Ihr am Ende dieses Beitrags.

Borreliose
Die Borreliose ist eine bakteriell verursachte Krankheit die Organge, das Nervensystem, Gelenke und das Gewebe befallen kann. Dieser Befall kann zu schwersten Folgeschäden führen.

Schutz gegen Zecken

Es gibt einige Grundregeln die gerade für uns Cacher das Risiko eines Zeckenbisses durch erheblich senken können:

– unnötige Aufenthalte im Unterholz oder hohem Gras vermeiden
– bei Geocaching-Ausflügen in Wald und Wiese lange, gedeckte und helle Kleidung tragen
– Socken über die Hosenbeine ziehen und so den Zecken den „Einstieg“ erschweren
– helle Kleidung hilft Zecken frühzeitig auf der Kleidung zu erkennen
– insektenabweisende Mittel senken zumindest für kurze Zeit das Risiko eines Befalls
– Körper und Kleidung so oft als möglich nach Zecken absuchen

Ist es einmal zu einem Zeckenbiss gekommen, gilt es Ruhe zu bewahren. Auf keinen Fall sollte man die Zecken mit Klebstoff und Öl entfernen wie es oft empfohlen wird/wurde. Im qualvollen Todeskampf überträgt die Zecke dabei große Mengen Viren (FSME) und Bakterien (Borreliose).
Zum Entfernen sollte man daher am besten eine Pinzette oder Zeckenzange verwenden, diese setzt man so dicht wie möglich über der Haut an und hebelt die Zecke langsam heraus. Dabei sollte man es unbedingt vermeiden die Zecke zur zerquetschen, denn auch dabei können Erreger an den Wirt übertragen werden.

Das tückische am FSME Virus ist, dass es gegen ihn keine bekannte Behandlungsmethode gibt. Im Falle eines Krankheitsausbruchs bleibt der Schulmedizin nur noch die Auswirkungen und Symptome bestmöglich zu behandeln.

Deshalb sollte man als Bewohner eines FSME-Risikogebietes (oder wenn man in einem Urlaub machen möchte) durchaus die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis in Erwägung ziehen und sich zumindest von seinem Hausarzt ausführlich beraten lassen. In den Risikogebieten übernehmen die Krankenkassen die Impfung und im Rahmen der Reiseimpfung ist oft auch für Bewohner risikoärmerer Regionen eine kostenfreie Impfung möglich.
Nähere Informationen hierzu gibt es beim Hausarzt Eures Vertrauens.

Für Cacher die mit Ihren Hunden unterwegs sind, empfiehlt es sich ein zeckenabweisendes Mittel zu verwenden (ein sogenanntes Repellent). Auch sollte das Tier nach jedem Wald- & Wiesenbesuch gründlich nach Zecken abgesucht werden.

Weitere Informationen zum Thema Zecken:

Zecken.de – Infoportal der Baxter Deutschland GmbH
Zeckenschule – Infoportal zum Thema kindgerecht aufbereitet
Zeckeninfo – Infoportal von Novartis Vaccines
Interaktive FSME-Verbreitungskarte von Zeckeninfo.de

FSME-Verbreitungskarte Deutschland © 2013 Baxter / zecken.de
FSME-Verbreitungskarte Deutschland © 2013 Baxter / zecken.de
FSME Verbreitungskarte Europa  © 2013 Baxter / zecken.de
FSME Verbreitungskarte Europa © 2013 Baxter / zecken.de

4 Kommentare

  1. Ein weiterer Linktipp von mir: http://www.biozid.info/deutsch/schaedlingsratgeber/schaedlingsratgeber-detailansicht/?tx_ubabiozid_pi5%5Bid%5D=38&tx_ubabiozid_pi5%5Bcat%5D=3&tx_ubabiozid_pi5%5Baction%5D=show&tx_ubabiozid_pi5%5Bcontroller%5D=Organisms&cHash=ec1216238224d7c2690eaf69c64fef72

    Das Portal hat auch ansonsten recht gute Informationen zu Schädlingen, vor allem zu alternativen Bekämpfungs- bzw. Vorbeugungsmethoden.

    Danke für die Zusammenstellung der Informationen, das ist echt hilfreich und eine gute Erinnerung zum Frühjahr!

  2. Leider wieder mal ein völlig unkritischer Artikel zum Thema Zeckenkrankheiten. Die FSME, die den meisten Platz hier einnimmt, trat 2012 gerade mal 195 mal auf (http://www.labor-enders.de/224.html), wovon der überwiegende Teil völlig harmlos ausheilte (die Anzahl der Komplikationen, die durch die Impfung verursacht wurden, ist übrigens deutlich höher). Die Chance, durch eine FSME bleibende Schäden davonzutragen, ist also etwas genauso hoch wie die, dass einem ein Flugzeug auf den Kopf fällt. Daher verstehe ich dieses kritiklose Getrommle für die Impfung nicht.
    Und dann wäre da noch die Borreliose, die etwa 1000 mal häufiger auftritt und – wenn nicht frühzeitig erkannt – erhebliche (ggf. unbehandelbare) Folgeschäden nach sich ziehen kann. Aber die wird mal wieder nur in einem einzelnen Satz abgehandelt.
    Da haben Novartis und Baxter durch ihre jahrelange Impfpropaganda leider zu einer sehr verzerrten Wahrnehmung in der Presse und Öffentlichkeit geführt. Traurig.

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