Sanyo XX – Die neue Akku-Referenz?

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Nun sind sie seit einigen Wochen erhältlich, die neuen Akkus aus dem Hause Sanyo. Sie hören auf den Namen XX und basieren auf der eneloop-Technologie. Nach zahlreichen positiven Berichten in den Weiten des Netzes, beschloss ich für mich die Akkus einem eigenen Härtetest zu unterziehen.

Die neuen Akkus hören auf den schlichten Namen XX oder Double X und nicht wie schon öfters gelesen Eneloop XX. Sie basieren zwar auf der Eneloop-Technologie, sollen aber eine neue Produktkategorie hochwertiger HighEnd-Akkus oberhalb der Eneloops einführen.

Die neuen XX-Akkus sind bisher nur als Mignon-Akkus mit 2.500 mAh erhältlich, es ist aber davon auszugehen dass auch Micro-Akkus (AAA) mit entsprechend hohen Kapazitäten folgen werden.

Doch bevor sich die Akkus dem Härtetest stellen müssen, vergleichen wir einmal die technischen Daten der neuen XX und der herkömmlichen Eneloops.

NameSanyo XXSanyo Eneloop
TypMignon (AA)Mignon (AA)
ModellHR-3UWXHR-3UTGA
Spannung1,2V1,2V
Kapazität2.500 mAh2.000 mAh
Selbstentladung75% Restkapazität
nach 1 Jahr
75% Restkapazität
nach 3 Jahren
Ladezyklen5001.500
Stückpreisca. 3,80€ca. 1,90€

Doch warum sollte man fast 4€ für einen einzigen Akku ausgeben, wo doch andere Hersteller sogar Akkus mit 2.800 mAh für 1-2€/Stück anpreisen. Die Antwort ist recht einfach: Nur die wenigsten Akkus erreichen die angegebenen Kapazitäten auch nur annähernd. Gerade bei preiswerten China-Akkus kann man oft froh sein, wenn man die Hälfte der angegebenen Kapazität erreicht. Ein weiterer Nachteil ist, dass diese deutlich geringere Kapazität oft schon nach wenigen Ladezyklen noch weiter abnimmt.
Hier sind Marken-Akkus wie Eneloop oder XX im Vorteil. Die tatsächliche Kapazität entspricht hier fast immer der angegebenen und auch nach hunderten Ladezyklen wird diese Kapazität noch immer erreicht. Meine nun 2 Jahre alten Eneloop-Akkus erreichen noch immer annähernd die 1.900 mAh.

Vergleicht man die Daten fallen aber nicht nur Verbesserungen auf. Die Zahl der Ladezyklen wird beim XX mit 500 angegeben. Beim “normalen” Eneloop sind es satte 1.000 mehr. Allerdings ist auch das immer noch eine stattliche Zahl. Wenn ich bedenke dass die bisher von mir verwendeten Eneloops auf ca. 50 Ladezyklen im Jahr kommen, sollten 500 Zyklen für die nächsten Jahre ganz bequem ausreichen.

Anwendungsgebiete

Für die Fernbedienung oder andere Geräte mit geringem Strombedarf, sind diese Akkus eindeutig “oversized”, ihre Stärken spielen sie vor allem in Geräten mit einem entsprechend hohen Strombedarf aus. Dazu zählen z.B. Digitalkameras, elektronische Blitzeräte aber auch in GPS-Geräten können die Akkus Ihre Stärken ausspielen. Aber auch Geräte die man nur selten benutzt und die auch nach Monaten der Nichtbenutzung noch funktionieren sollen, sind ein Anwendungsgebiet für LSD (low self discharge = geringe Selbstentladung) – Akkus. Denn die Eneloop-Akkus bieten ähnlich wie Batterien eine sehr geringe Selbstentladung. Diese ist bei den XX zwar etwas höher, aber 75% Kapazität nach 1 Jahr sind immer noch ein toller Wert. Zum Vergleich: Die normalen Eneloop-Akkus bieten diese 75% auch noch nach 3 Jahren Lagerung.

Kapazitäts-Check

Als erstes galt es zu überprüfen, ob die Akkus halten was sie versprechen. Gerade hier übertreiben es auch Markenhersteller sehr gern und werben mit völlig utopischen mAh-Angaben. Ich habe dazu jeden einzelnen der 4 Akkus getestet und die Werte bei 3 Ladezyklen ermittelt. Trotz kleiner Schwankungen, sieht man dass der Werbewert von 2.500 mAh nahezu fast erreicht wird. Der von Sanyo garantierte Wert von 2.400 mAh wird auf jeden Fall immer deutlich übertroffen.

1. Messung2. Messung3. Messung
Akku 12.470 mAh2.470 mAh2.470 mAh
Akku 22.460 mAh2.470 mAh2.470 mAh
Akku 32.470 mAh2.480 mAh2.480 mAh
Akku 42.470 mAh2.470 mAh2.470 mAh

Der Praxis-Test

Alle Werte sind jedoch bloße Theorie. Letztendlich interessiert, wie sich die Akkus im praktische Einsatz schlagen. Dazu habe ich die Akkus in meinem Garmin Oregon 450 verwendet und den Energieverbrauch maximiert. Die Hintergrundbeleuchtung war also permanent bei 100%, die Trackaufzeichnung war genauso aktiviert wie die Navigation. Da ich diesen Test bereits vor einigen Monaten mit Eneloops durchgeführt habe, findet Ihr nebenstehend die Vergleichswerte.
Ich muss aber anmerken, dass dieser Test noch mit den Eneloop HR-3UTG erfolgte, diese haben eine Kapazität von 1.900 statt 2.000 mAh (HR-3UTGA).

Sanyo XX
2.500 mAh
1. Test
Sanyo XX
2.500 mAh
2. Test
Sanyo Eneloop
1.900 mAh
Vergleichswert
Garmin Oregon 45010:5010:3208:55
LED Lenser H1415:2915:2011:45

Ein Test in der LED Lenser H14 Kopflampe wird im Moment durchgeführt. Die 1. Testreihe ist bald abgeschlossen. Die Testwerte werde ich dann in Kürze hier nachreichen.

Das richtige Ladegerät

Einen Punkt den viele unterschätzen, ist die Wahl des richtigen Ladegerätes. Hier kann man viel falsch machen und letztendlich richtet man mit dem falschen Ladegerät seine Akkus, langsam aber sicher, zu Grunde.

Nicht besonders empfehlenswert sind zum Beispiel die oft von Sanyo gebundelten Ladegeräte. Diese sind technologisch antiquiert und schaden mittelfristig den Akkus. Das oft gebundelte Sanyo MQN04 hat keinerlei intelligente Ladeelektronik. Jeder eingelegte Akku wird einfach 16 Stunden mit Energie vollgepumpt. Das ist nicht zuletzt eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle und das dies für die Akkus nicht besonders positiv ist, dürfte einleuchten.

Man muss dennoch nicht hundert oder mehr Euro für ein Hightech-Ladegerät ausgeben. Schon für knapp über 20 EUR bekommt man z.B. das Technoline BC 700. Dieses bietet für wenig Geld durchaus erstaunliches. Das BC 700 ist ein mikroprozessorgesteuertes Ladegerät mit Einzelschachtüberwachung. Jeder Akku kann getrennt gesteuert und überwacht werden mit den Anzeigen: Volt, Ladestrom, geladene Kapazität, Ladezeit/Entladezeit und Kapazität in mAh am Ende des Test Modus.

Die 4 Ladeschächte können dabei mit gemischten Akkus bestückt werden. Das Gerät erkennt die eingelegten Akkus automatisch und lädt entsprechend des Akkus.

Für knapp 20 EUR mehr bekommt man auch das Technoline BC 900. Es bietet aber identische Leistungswerte. Lediglich der maximale Ladestrom beträgt hier 1Ah statt 700 mAh.

Beide Ladegeräte können mit einem Adapterset auch im Auto betrieben werden.

Technoline BC700Technoline BC 900Technoline KFZ-Kabel



ca. 25€ca. 45€ca. 15€
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Bei meinem Lieblingsversandhändler amazon.de gibt es eine große Auswahl verschiedener Bundles mit den neuen XX-Akkus.

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Fazit

Mit den XX Akkus bringt Sanyo einen neuen Referenz-Akku der die Vorteile der LSD-Technologie mit denen von Hochkapazitäts-Akkus kombiniert. Im Gegensatz zu anderen Herstellern halten die Akkus was sie versprechen. Die angegebenen Kapazitäten werden auch tatsächlich erreicht und in der Praxis bieten die XX-Akkus eine deutlich bessere Laufzeit.

Man muss nun auf keinen Fall alle alten Akkus wegschmeissen, aber schon als ich damals auf Eneloop-Akkus umgestiegen bin, habe ich die bis dahin verwendeten Akkus zur Nutzung in Fernbedienungen und ähnlichem degradiert. Da nun einige XX-Akkusets Einzug halten, werden die bisher verwendeten Eneloops in die Backup-Lampen u.s.w. wandern. Die XX versorgen künftig mein Garmin und meine H14 Kopflampe mit Strom.

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