Staatlich unterstütztes Powertrail-Cachen

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Während hierzulande den Geocachern seitens staatlicher Seite ein immer härterer Wind ins Gesicht bläst, zeigt ein Blick über den Atlantik das es auch anders geht. Dort hat der Gouverneur des US-Bundesstaates Maine, Jack Markell, eine eigene „Delaware Geocaching Commission“ ins Leben gerufen. Einzige Aufgabe dieser Kommission ist es Geocaching und „Geo-Tourismus“ im Staat Delaware voranzubringen.

Im kleineren Umfang gibt es so etwas sicherlich auch in Deutschland. So manch Tourismusbüro bietet dem geneigten Besucher eigens ausgearbeitete Geocaching-Touren und verleiht entsprechende GPS-Geräte. Dem entgegen stehen aber Bestrebungen verschiedenster Interessengruppen das Geocaching in Deutschland einzuschränken (z.B. in Waldgebieten).

Das Thema Powertrails ist ganz sicher nicht unumstritten. Selbst in den USA, wo Caches sehr oft nicht so aufwändig und umfangreich sind und der gemeine Tradi dominiert gibt es sehr viele Kritiker solcher Powertrails. Dennoch erfreuen sich Powertrails wie der E.T. oder der Route 66 Powertrail sehr großer Beliebtheit und haben mittlerweile sogar äußerst positive Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Es ist daher wenig verwunderlich, dass nun auch andere Bundesstaaten einen Stück vom Kuchen abhaben wollen und vom „Geo-Tourismus“ profitieren wollen.

Anfang 2011 war es dann soweit. Jack Markell, Gouverneur des Bundesstaates Maine rief die „Delaware Geocaching Commission“ ins Leben. Ziel dieser Kommission sollte es einzig und allein sein, den Geo-Tourismus durch das Legen sogenannter Powertrails zu fördern. Die Kommission besteht aus 10 Mitarbeitern und man hat sogar zwei „Special Field Agents“ ernannt die wohl für das letztendliche Auslegen dieser Dosen sind.


am C&D Canal / Bild: hukuzatuna

Das erste Projekt der Kommission war der C&D Canal Speed Trail von der Chesapike Bay in Richtung Delaware River. Dieser Trail bestand aus 54 Dosen. Schnell wuchs dieser Trail aber auf 138 Dosen die zusammen auf mehr als 40.000 Funde kommen. Entlang des Trails haben vor allem kleiner Diner, Hotels und Tankstellen enorm profitiert.


Powertrail entlang des Chesapike & Delware Kanals – kurz C&D

Durch die doch enorme und meist positive Resonanz war schnell ein neues Projekt gefunden. In Zusammenarbeit mit dem Nachbarstaat Maryland soll der Trans-Penensular Trail, entlang Delawares Südgrenze mit Maryland entstehen. Dieser knapp 50km lange Powertrail soll dann schon 250 Caches umfassen.

Doch das ist noch nicht das Ende – parallel zum 2. Powertrail arbeitet man auch schon am 3. Powertrail, dem Trans-Delaware Power Geo-Trail – dieser soll bereits in seiner ersten, 150km langen Ausbaustufe mehr als 850 Caches enthalten und einmal den gesamten Bundesstaat durchqueren. Die Planungen hierfür laufen auf Hochtouren und bereits Anfang 2012 soll es soweit sein.

„Just my 2 cents“

Man kann ja zu solchen Powertrails stehen wie man will, und auch wenn ich kleinere solcher Trails mit um die 30-40 Dosen schon absolviert habe, kann ich mir schöneres vorstellen als 50km zu fahren und alle 160m wegen einer Filmdose anzuhalten – aber ich finde es bemerkenswert wie sehr sich das Bild zwischen Deutschland und den USA unterscheidet. Scheint es hierzulande momentan einen regelrechten Anti-Geocaching-Hype zu geben – geht man in den USA einen völlig entgegengesetzten Weg. Dort hat man die Möglichkeiten des Geo-Tourismus (eine tolle Wortschöpfung) erkannt und versucht diese zu nutzen. Ob das Auslegen von Filmdosen-Powertrails da nun letztendlich der richtige Weg ist – darüber kann man streiten – aber das positive Feedback und die spürbaren Effekte in der lokalen Wirtschaft scheinen den Behörden recht zu geben.


Fenwick Lighthouse – Startpunkt des zweiten, staatlichen Powertrails in Delaware / (c) Chris Sanfino

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