Test: Garmin fenix 3 – Multisportuhr trifft Smartwatch

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GPS-Multifunktionsuhr, Fitness-Tracker, Smartwatch – auf die Garmin fenix 3 trifft vieles zu. Wir haben uns das neuste Allround-Talent aus dem Hause Garmin genauer angeschaut.

Bereits die fenix 2 erfreute sich großer Beliebtheit und brachte erste Smartwatch-Funktionen mit. Bei der fenix 3 ging Garmin diesen Weg konsequent weiter und hat ein erfreulich komplettes Produkt abgeliefert.

Schon beim ersten Kontakt mit der fenix 3 kann man sich an der wertigen Verarbeitung und der guten Haptik erfreuen. Mit 82 Gramm ist sie zwar kein Leichtgewicht, ist angesichts der verwendeten Materialien und des Funktionsumfangs auch nicht zu schwer.

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich einiges geändert. Waren die Änderungen von der fenix 1 zur 2 noch überschaubar, so wurde die fenix 3 von Grund auf neu entwickelt. Zuerst sticht das neue und hochauflösende Farbdisplay ins Auge. Durch seine transreflektiven Eigenschaften ist es auch bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar. Eine neue EXO-Antenne für verbesserten Empfang, WLAN, Activity-Tracker Funktionen sowie Glonass-Unterstützung sind ebenfalls neu. Trotz deutlich komplexerer Technik ist die fenix 3 sogar zwei Millimeter flacher als ihr Vorgänger.

Die Bezeichnung GPS-Multisportuhr die Garmin für die fenix 3 gewählt hat ist eigentlich sehr treffend, schließlich vereint sie die Funktionalität zahlreicher Garminprodukte in einem, kompakten Gehäuse. Dieses wirkt durch die Stahllünette zudem edler und so macht die fenix 3 auch beim Ausgehen eine gute Figur am Handgelenk. Egal ob man Läufer, Radfahrer, Bergsteiger, Golfer oder Schwimmer ist – die fenix 3 bietet Funktionen für zahlreiche Sportarten. Das macht sie für eine breite Käuferschicht interessant, spiegelt sich aber auch im Preis wieder. Die Erweiterungsmöglichkeit durch Apps macht sie sogar noch universeller.

Technik

218 mal 218 Pixel beträgt die Auflösung des Farbdisplays der fenix 3. Für ein gerade mal 1,2 Zoll großes Display ein sehr ordentlicher Wert. 51 x 51 x 16 Millimeter betragen die Ab-messungen der fenix 3.
Der fest verbaute Lithium-Ionen Akku hat eine Kapazität von 300 mAh. Garmin verspricht Laufzeiten von bis zu 6 Wochen im reinen Uhrmodus, bis zu 50 Stunden im UltraTrac Modus und 20 Stunden im GPS-Modus. Tatsächlich erreichten wir diese Werte auch im Praxistest. Durch unterschiedlichste Anwendungsszenarien sind genaue Prognosen über die Laufzeit dennoch schwer.
Im Uhrenmodus, also ohne GPS aber mit aktiviertem Fitnesstracker erreichten wir im Test die angegebenen Laufzeit mit geringer Abweichung. Grundsätzlich kann man der fenix 3 also sehr ordentliche Akkulaufzeiten bestätigen.

Mit barometrischem Höhenmesser und elektronischem Kompass sowie der Unterstützung von GPS und Glonass ist die Ausstattung mit Sensoren vorbildlich. Darüber hinaus können per Bluetooth oder ANT+ weitere Sensoren – vom Herzfrequenzgurt bis hin zum Trittfrequenzmesser – genutzt werden. Auch die Konnektivität bietet keinen Grund zur Kritik. Bluetooth, ANT+, USB und WLAN sind mit an Bord.

Ausgestattet ist die fenix 3 mit 32 MB Speicher, wovon ca. 26 MB vom Nutzer für Tracks, GPX-Dateien und mehr nutzbar sind.

Praxis

Durch ihre große Flexibilität ist die fenix 3 für sehr viele Sportarten einsetzbar. Beim Radfahren – egal ob indoor oder outdoor gibt es zahlreiche Funktionen zur Überwachung der eigenen Körperdaten sowie zur Aufzeichnung zahlreicher ermittelter Daten. Beim Einsatz im Freien verfügt die fenix 3 übe nahezu alle Funktionen der Edge-Radcomputer. Beim Start der Rad-App dauert es nur kurze Zeit bis ein GPS-Fix erfolgt, auch die Verbindung mit eventuellen zusätzlichen Sensoren erfolgt in wenigen Sekunden. Für Radsportler oder Hobbyradler werden zum Beispiel ein Geschwindigkeits- und ein Trittfrequenz-Sensor angeboten. Die eigentliche Aktivität startet man dann mit der rot markierten Taste, rechts oben an der fenix. Beim Ausüben der Aktivität stehen dann zahlreiche Funktionen zur Verfügung. Auto Lap und Auto Pause sind sicher für viele die wichtigsten Funktionen aber darüber hinaus gibt es kaum etwas was die fenix 3 nicht kann. Vom Funktionsumfang her, braucht sie sich sicher nicht vor reinen Radsport-Produkten verstecken.

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Neben dem Radfahren dürften auch besonders viele Läufer auf die fenix 3 zurückgreifen. Sie steht in punkto Funktionsumfang den Forerunner-Modellen in nichts nach und bietet alle erdenklichen Funktionen.

Auch für Schwimmer ist die fenix 3 ein interessanter Begleiter. Dabei ist es egal ob man sie im Schwimmbad oder beim Schwimmen im Freien verwendet. Hier kann lediglich zusätzlich noch das GPS zur Unterstützung der Aufzeichnungen aktiviert werden. Da die fenix 3 bis 100 Meter wasserdicht ist, braucht man sich selbst bei kleineren Tauchabenteuern keine Gedanken machen. Anhand der Bewegungen erkennt die fenix den Schwimmstil und dank des Beschleunigungssenors wird sogar das Ende einer Bahn zuverlässig erkannt. Neben der Gesamtstrecke und Zeit zeichnet die fenix beim Schwimmen auch die Anzahl der Schwimmzüge, Zeit pro Bahn, Schwimmzüge pro Bahn und viele weitere Werte auf.

Egal welchen Sport am betreibt. Im Anschluss kann man jede Aktivität am Smartphone oder am Rechner ausführlich auswerten. Kaum ein Wert, kaum eine Statistik die sich nicht anzeigen lässt. Die Auswertungsmöglichkeiten von Garmin Connect sind inzwischen mehr als vorbildlich und lassen kaum etwas zu wünschen übrig.

Für Geocacher ist die fenix 3 im Vergleich zum Vorgänger jedoch um einiges uninteressanter geworden. Verfügte die fenix 2 noch über recht umfangreiche paperless-Geocaching Funktionen so fehlen diese bei der fenix 3 völlig. Auch die Anzeige von Vektorkarten im OSM-Format ist nicht mehr möglich. Zwar kann man nach wie vor Wegpunkte auf der fenix 3 installieren, aber da die detaillierten Beschreibungen nicht mehr angezeigt werden ist sinnvolles Geocaching kaum möglich. Die Einschränkung der Navigationsfunktionen und der Nutzungsmöglichkeit für Geocacher ist schon ein wenig schade – so hat Garmin zwar die Möglichkeiten für zahlreiche Sportarten erweitert aber sieht die fenix 3 anscheinend nicht mehr bei uns Geocachern. Vermutlich möchte Garmin auch eine etwas deutlichere Abgrenzung zur Epix erreichen, die ja über zahlreiche Navigationsfunktionen und eine Kartendarstellung verfügen wird.

Wie bei den meisten neuen Garminprodukten dient auch die fenix 3 als Aktivitäts-Tracker. Absolvierte Schritte, Kilometer, verbrauchte Kalorien und das Erreichen der Tagesziele werden zuverlässig aufgezeichnet. Seit einigen Wochen werden auch die Schlafphasen automatisch ermittelt. Ein manuelles Starten und Beenden des „Schlafmodus“ ist also nicht mehr notwendig. Die Ermittlung funktioniert erstaunlich zuverlässig und genau. Natürlich lassen sich auch diese Werte ausführlich in der App und der Weboberfläche analysieren.

Garmin Connect IQ

Wie bei den neuen Forerunner-Modellen oder der Vivoactive setzt Garmin auch bei der fenix 3 auf den Connect IQ Webstore. Hier kann man zusätzliche Apps, Uhrenoberflächen oder Widgets für seine fenix herunterladen. Alle Erweiterungen sind kostenlos. Das Angebot ist derzeit noch nicht sonderlich umfangreich, es kommen aber ständig neue Anwendungen hinzu.

Weniger schön ist, dass für Anwendungen, Uhrenoberflächen und Widgets anscheinend nur 512 kB Speicher zur Verfügung stehen. Die Anwendungen sind zwar sehr klein aber bei 16 Anwendungen, Uhrenoberflächen oder Widgets ist ohnehin Schluss, denn mehr zu installieren ist nicht möglich. So schön die Erweiterbarkeit auch ist – in meinen Augen gibt es hier noch Nachholbedarf für Garmin. Auch dass einige Apps die fenix 3 zum Absturz mit anschließendem Reboot bringen, fiel im Test unangenehm auf.

Standard sind bei Garmin inwzischen auch die Smartwatch-Funktionen. So werden neue Mails, Nachrichten etc auch auf der fenix 3 angezeigt. Darüber hinaus wird man per Signalton oder Vibration auf neue Nachrichten hingewiesen. Die fenix 3 unterscheidet sich hier nicht von den Funktionen der Vivoactive.

Fazit

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Die fenix 3 ist ein Produkt bei dem Garmin sehr viel richtig gemacht hat. Die Funktionen und Möglichkeiten sind schier grenzenlos und auch Verarbeitung, Haptik und Optik können überzeugen. Insgesamt ist die fenix 3 ein sehr rundes und komplettes Produkt für eine Vielzahl sportlicher Aktivitäten. Schade ist, dass im Vergleich zum Vorgänger die Möglichkeiten zum Geocaching oder zur Kartendarstellung gestrichen wurden und auch beim Thema Apps und Wigets sollte Garmin noch einmal nachbessern. Insgesamt ist das aber Kritik auf sehr hohem Niveau und im Moment haben die Mitbewerber der fenix 3 keine so komplette Alternative entgegenzusetzen. Der Preis von 449 Euro bzw. 549 Euro für die Version mit Saphirglas erscheinen angesichts dieser Tatsache als angemessen.


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