Tödliche Gefahr im Wald – Wenn der Waldbesucher für ein Wildschwein gehalten wird

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Die Überschrift ist völlig beabsichtigt ein wenig reißerisch – oft sind es die Überschriften der Presseartikel über uns Geocacher aber auch. Vor allem dann wenn Sie von Jagd- & Waldbesitzerverbänden initiiert wurden.

Das was in den frühen Samstagmorgenstunden in Schönwald, Oberfranken passierte ist tragisch. Sehr tragisch sogar. Ein Jäger erschoss dort einen 26 jährigen der entlang eines Maisfeldes lief. Der Jäger hatte den Mann in die Brust getroffen nachdem er ihn für ein Wildschwein gehalten hatte. Nachdem er zu dem vermeintlichen Wildschwein gelaufen war, bemerkte er seinen Irrtum und versuchte den Mann zu reanimieren und verständigte den Notarzt. Alle Versuche den Mann zu retten waren vergebens und so muss der 51jährige Jäger nun damit leben einen Menschen erschossen zu haben.

Auch in Cacher-Kreisen wird der Vorfall bereits intensiv und kontrovers diskutiert. Der Thread im grünen Forum umfasst bereits mehr als 40 Beiträge und auch bei Facebook und anderen Social Media Diensten ist eine rege Diskussion im Gange.

Vermutlich bzw. ziemlich sehr handelte es sich um keinen Geocacher der die Schussbahn des Jägers kreuzte. Wäre es ein Cacher gewesen hätten die Jagdverbände vermutlich gleich wieder neue Angriffspunkte gegen unser Hobby konstruiert. Und dennoch: Ein 26 Jahre alter Mann kam zu Tode – dabei ist letztlich unerheblich warum er so früh am morgen dort entlang lief. Die Polizei konnte noch nicht sagen ob der Mann eventuell auf dem Heimweg von einer Party war oder ob es einen anderen Grund gab. Kritisch hinterfragen muss man aber auch wie es zu einem solchen Unfall kommen kann. Jeder Jäger hat absolut verinnerlicht nur auf etwas zu schießen, wenn er ganz sicher ist um was es sich dabei handelt. Die Ähnlichkeit zwischen einem vielleicht 1.80m großen Mann und einem Wildschwein ist auch nicht so frappierend, dass man eine Verwechslung damit begründen könnte. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen fahrlässiger Tötung. Die Höchstrafe bei fahrlässiger Tötung beträgt 5 Jahre Freiheitsentzug, oft bleibt es aber bei einer Bewährungsstrafe und/oder Geldstrafe.

Auch für den Jäger ist das ganz sicher keine leichte Situation. Der Fehler liegt bei ihm. Dieser Fehler führte dazu, dass ein junges Leben viel zu zeitig tragisch beendet wurde und dennoch, mein Mitgefühl gilt neben dem Opfer und seiner Familie auch dem Jäger.

Was ziehen für Cacher daraus für Konsequenzen?

Das Betreten eines Waldes abends oder nachts ist immer risikoreicher als tagsüber. Meistens geht die Gefahr eher von Stolperfallen oder ähnlichem aus aber man muss sich auch immer darüber bewusst sein, dass in den meisten Wäldern außerhalb der Schonzeiten gejagt wird. Eine gewisse Vorsicht ist also immer zu empfehlen. Die Gefahr senken dürfte sicher die Tatsache, dass wir Cacher meist mit massiver „Lumenpower“ ausgestattet sind. Das wird uns zwar oft – zu Recht – vorgeworfen, denn dadurch wird beispielsweise das Wild aufgeschreckt – aber letztendlich verhindert das auch ziemlich effektiv mit einem Wildschwein verwechselt zu werden.

Newsbild: Helga Schmadel / pixelio.de

12 Kommentare

  1. Also wenn man eine Person beseitigen will folgende neue Taktik:

    Mache einen Jagdschein.
    Locke die Zielperson in einen Wald, unter falschen Vorwänden.
    Erschieße die Zielperson.

    Et voila:

    Gezielter Mord und mit Glück nur eine Bewährungsstrafe, weil nicht vorsätzlich und im Irrtum.

  2. Für mich persönlich stellt sich nur die Frage ob eine Änderung des Jagdgesetzes, dahin gehend, dass restlichtverstärkende Zielfernrohre erlaubt sind, vielleicht dafür gesorgt hätte das der Mann noch lebt.
    Aber das wird sich vermutlich auch nicht klären lassen.
    Aber eine Lampe dabei und an zu haben ist sicher immer noch die beste Art dafür zu sorgen das man halt nicht für Wild gehalten wird.

  3. Wieso trifft er ihn ins Herz, wenn er es für ein wildschwein hielt. Beim 1,80 großen Menschen sitzt das Herz bei ca.1,50m. Schon etwas seltsam, find ich.

  4. Eventuell sollte man mal über einen Sehtest für Jäger einführen ( mindestend alle 2 Jahre )… Wer einen Mensch nicht von einem Wildschwein unterscheiden kann darf in meinen Augen keine Waffe tragen und damit im Wald rumballern!

  5. Man sollte die Schiesswütigen Waldläufer minimieren. Wenn ich als Bürger nicht mehr in den Wald gehen kann ohne Angst zu haben das man erschossen wird, dann sollte dringend am Gesetz gearbeitet werden. Wenn ein Jäger Mensch und Tier nicht auseinander halten kann trotz Zielfehrnrohr dann sollte er den Jagt und Führerschein abgeben, denn er ist Blind.
    Das Problem fängt ja schon damit an wie alt so ein Jäger ist. In den Wäldern in denen ich Cache sind es zum Großen teil alles Uralte Männer. Das geht gar nicht.

  6. Auch wenn´s manchmal komisch aussieht, wenn mein Junge (13) und ich Nachtcachen, haben wir die Warnwesten an.
    Denkt mal drüber nach

  7. Jäger sind eine Plage, nicht die Cacher!
    Zudem ab einer gewissen Zeit meist besoffen.
    Jeder, der viel in der Natur unterwegs ist, kann von Jägerbegegnungen ein Liedchen singen.
    Sorry, aber wenn ein Jäger mal aus dem Nähkästchen plaudert, schlackern einem nur die Ohren und dieser Vorfall ist vorprogrammiert!
    übrigens…
    Sollte mal ein Jäger ungehalten zu seiner Waffe greifen, um Euch einzuschüchtern, macht ruhig eine Anzeige und er ist seine Jagtlizenz los!
    Er hat außer die Knallerlaubnis nicht mehr Rechte im Wald wie Ihr!
    Leider zählt diese Spezies für mich zu der Kategorie „unbelehrbar“ (Erfahrungswerte)

  8. WIr hatten dieses Jahr unsere Begegnung mit Jägern. Die meinten zu uns „Woher sollen wir aus 30-40m sehen, ob es sich um einen Menschen oder ein Wildschwein handelt?“
    Hmm. mal überlegen, weil Wildschweine keine Taschenlampen haben? Und wenn ich es nicht sehe, dann weiß ich doch auch gar nicht, wo ich hinzielen soll oder? Oder zielt man nur übers hören?
    Zudem war gerade Neumond – also noch nicht mal Jagdzeit für Wildschweine. Schon sehr komisch…
    Und angeblich sähe man auch Sicherheitswesten aus der Distanz nicht, so die Jäger. Wie kann man denn was jagen wollen, wenn man es nicht sieht??? Da will einfach nicht in meinen Kopf.

    Daher wundert es mich sehr, dass man den Menschen genau ins Herz getroffen hat. Wäre da nicht in Schuss in die Hüfte oder Schenkel passender gewesen? Oder machen die Wildschweine jetzt Männchen und laufen auf 2 Beinen durch den Wald?

    Man kann nur hoffen, dass sich solche Fälle nicht häufen werden. Gut und alternativ muss man auch die NCs verzichten.

    Gibt es eigentlich gewisse Uhrzeiten, in denen die Jäger aktiv sein dürfen? Oder können die die ganze Nacht durch auf Jagd gehen?!

  9. Ohne dabei gewesen zu sein, bilde ich mir kein Urteil!
    Und ich gehe auch immernoch über die Straße, obwohl das viel gefährlicher ist!

  10. last den wölfen freien lauf und in der brd noch 45 braunbären, dann verschwiden eure probleme!
    ich war aufm hochsitz, reh-rot- schwarzwild war frei,das reh hätt den knall nicht gehört, der pilzsucher ca 2-300m dahinter sicher auch nicht.solche momente vergisst man nie.

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