Vorsicht im Wald: Nachwuchszeit bei Wildschweinen birgt Gefahren

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In diesen Wochen gebären viele Wildschwein-Bachen bis zu 10 Frischlinge – das birgt auch für Wanderer, Geocacher und Spaziergänger gewisse Gefahren.

In diesem Tagen musste ein guter Freund beim Cachen die Begegnung mit einer Wildschweinrotte machen. Zwar überstand er die Begegnung ohne Blessuren aber der Schreck saß tief. In diesen Tagen häufen sich Berichte wo es Spaziergänger mit aggressiven Wildscheinen in Kontakt kamen und auch ich selbst kam vor einigen Jahren mit einer sehr aggressiven Bache in Kontakt – ein naher Hochstand war in meinem Fall aber die Rettung und nach rund 15 Minuten ausharren verlor das Wildschwein zum Glück das Interesse an mir.

Wildschweine sind bedingt durch die recht intensive Bejagung eigentlich recht menschenscheu. Doch zwischen Februar und April wenn die Bachen ihren Nachwuchs gebären ändert sich dies. Vor allem die weiblichen Tiere gehen, sobald sie eine Gefahr für ihre Frischlinge wittern, auf Angriffskurs. Ein Angriff eines ausgewachsenen Wildschweins kann dabei für das Angriffsopfer äußerst unangenehm und im seltenen Extremfall sogar tödlich enden. Dem Schnauben und Aufeinanderschlagen der Zähne folgt oft der frontale Angriff zwischen die Beine. Dort schlägt das Wildschwein seine Zähne in die Innenseite der Schenkel – genau dort, wo lebenswichtige Blutbahnen verlaufen.

Was tut man also wenn man einer Wildschweinrotte oder einem einzelnen Wildschwein begegnet?

Sofern möglich ignorieren. Ohne überhastete Bewegungen einfach weitergehen oder sich langsam entfernen. Sollte es zu einem Angriff kommen ist es vorteilhaft etwas zwischen sich und das Wildschwein, beispielsweise einen Baum, Felsen etc zu bekommen. In der Regel belässt es das Wildschwein bei einem einzelnen Angriff und entfernt sich wieder. Gefährlich wird es nur wenn das Wildschwein verletzt ist oder man sich in unmittelbarer Nähe des Wurfnestes aufhält. Ein Laufduell gegen ein Wildschwein wird man in der Regel verlieren. Ein Baum, ein Hochstand oder ein Felsen können hier Schutz bieten.

Generell sollte man in dieser Zeit vor allem nächtliche Waldbesuche vermeiden oder minimieren. Begegnet man nachts einem Wildschwein sollte man es nicht direkt anleuchten um es nicht noch aggressiver zu machen. Auch sollte man im Frühjahr Hunde nur angeleint mit in den Wald nehmen. Während der Frischlingszeit gelten Hunde als Gefahr und auch der Hundebesitzer gerät als Rudelführer unter Umständen ebenfalls in den Fokus einer Bache die ihre Jungen verteidigen möchte.

Es sollte niemand Angst vor Waldbesuchen haben. Aber eine gewisse Vorsicht und Achtsamkeit sollte vor allem im Frühling immer an den Tag gelegt werden. Für den unwahrscheinlichen Fall einer Konfrontation heißt es Ruhe zu bewahren und möglichst ruhig den Rückzug anzutreten.

Bild: zorandim / 123RF Stock Foto

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